Daniela Jauk auf „umstandslos“ zum Band „Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung“

PSY-Katzer-2546-v03.inddAuf umstandslos hat die Soziolog*in und Feminist*in Daniela Jauk den Band besprochen und kommt zur folgenden Gesamteinschätzung: „Die 18 Autor_innen bilden eine anregende und spannende Mischung aus Aktivist_innen, Wissenschafter_innen, Praktiker_innen aus Medizin, Soziologie, Pädagogik, Psychologie und Sozialarbeit, freien Autor_innen – manchmal in ihren ko-existierenden Rollen. Der aktivistische und emazipatorische Zugang, der sich durch das Buch zieht, macht es zu einem richtig positiven Leseerlebnis – auch wenn die meisten Beiträge sehr klar Begrenzungen der Selbstbestimmung, Ausgrenzungsprozesse und Diskriminierung im Blick haben und an sich traurig stimmen. Es ist angenehmerweise jedenfalls ein Buch bei dem man sich alles andere als mühsam durch die Seiten kaut, die meisten Beiträge erschließen sich den Leser_innen in leicht verständlicher Sprache und geschmeidigen Strukturierungen und machen dadurch Lust weiter zu lesen.“ Zur Rezension

Karla Etschenberg: Für eine Sexualerziehung, die Selbstbestimmung fördert

Auch wenn die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) die Aussagen von Professorin em. Karla Etschenberg gleich durch den Beitragstitel „Das wäre ein Beitrag zur Sexualisierung von Kindern“ in die eigene politische Stoßrichtung eindeutig einzutüten sucht, ist das Interview von Etschenberg vielschichtig. Deutlich spricht sie sich in einem Interview zum neuen Rahmenlehrplan zur Sexualerziehung in Hessen für eine Sexualerziehung aus, in der auch die Toleranz gegenüber Lesben, Schwulen, Trans* und Inter* eine wichtige Rolle spielt. Diese Bezüge habe es auch in dem zuvor existierenden Rahmenlehrplan bereits gegeben. Etschenberg stört sich beim neuen Rahmenlehrplan aber daran, dass die klar identitätsbezogene Formulierung „LSBTI“ zu plakativ daherkomme und etwa die Bedürfnisse von asexuellen und heterosexuellen Jugendlichen sich darin nicht finden. Das ist ein bedenkenswerter Aspekt, da es in der Sexualerziehung (neuer: Sexuelle Bildung) eigentlich darum gehen sollte, dass Kinder und Jugendliche für ein positives Verständnis und Erleben der eigenen Sexualität befähigt werden sollen, anstatt sich klar in die Schablonen „homosexuell“ oder „heterosexuell“ einfügen zu müssen. Achtsamkeit muss hier gerade Raum dafür lassen, dass sich Kinder und Jugendliche nicht klar einpassen wollen. Gleichzeitig ist es wichtig – und auch das macht Etschenberg deutlich -, dass Kinder und Jugendliche zu Akzeptanz gegenüber lesbischen und schwulen Beziehungen befähigt werden sollen. Etwaige Forderungen von einem Elternverband nach einer dogmatischen christlichen Sexualmoral in Schulen weist sie zurück und fordert:

„Toleranz hat aber etwas mit Duldung zu tun und klingt gönnerhaft. Das ist betroffenen Menschen in einer aufgeklärten demokratischen Gesellschaft nicht zuzumuten und sollte nicht Grundlage von Sozial- und Sexualerziehung an staatlichen Schulen sein. Die christlich-katholische Sichtweise kann im Elternhaus und im Religionsunterricht thematisiert und begründet werden.“

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Interkulturelles Zentrum und Muslimische Gemeinde Merseburg laden ein – u.a. zu einem Vortrag von Lamya Kaddor (16. bis 18.9.2016)

Das Interkulturelle Zentrum Merseburg und die Muslimische Gemeinde in Merseburg laden wieder zu einer sehr schönen und inhaltlichen Veranstaltung ein, für die sie u.a. die Referentin Lamya Kaddor gewinnen konnten! Aber neben Gespräch und kritischer Diskussion kommt auch das Feiern nicht zu kurz:

Freitag, 16.9., 19:00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung und des Films „AMAL“. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte einer syrischen Flüchtlingsfamilie, die in Merseburg eine neue Heimat fand. Danach folgt eine Diskussion und die Eröffnung der *Wanderausstellung, die von Jugendlichen* aus fünf Schulen der Stadt Halle/Saale geplant und erstellt wurde.

Samstag, 17.9., ab 12.30 Uhr: Vortrag „Islam, eine Religion der Vielfalt, der Toleranz und des Dialogs?!“ (Referentin: Lamya Kaddor, Islamwissenschaftlerin) Anschließend: moderierte Podiumsdiskussion & Bürgerdialog mit Lamya Kaddor (Islamwissenschaftlerin), Abdul Adhim Kamouss (Imam / Theologe) und je einem Vertreter der evangelischen Kirche und des Zentralrats der Muslime. 15.00 – 17.00 Uhr: Vortrag mit anschließender Diskussion: „Warum radikalisieren sich junge Muslime und was tun wir dagegen?! (Referent: Abdul Adhim Kamouss*, Imam / Theologe) 17.30 Uhr: Eröffnung des großen *Bürger-Buffet anlässlich des Opferfestes 2016*. Dazu gibt es Informationen rund um Opferfest und Islam.

Sonntag, 18.9., 11 – 14:30 Uhr: Interkulturelles Kinder- und Jugendfest* mit Hüpfburg, Kinderschminken, Spiele, Luftballons und noch viel mehr. Für das leibliche Wohl wird mit einem Brunch gesorgt sein.

Das ganze Programm findet sich hier.

15 Jahre Homo-Ehe: Wovon nicht gesprochen wird…

Sieht man auf die Berichterstattung der vergangenen Tage zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft, so wird der Eindruck einer einzigen Erfolgsgeschichte vermittelt. Zunächst hätten sich einige Lesben und Schwule beim Standesamt angemeldet – und seien noch nicht vorgelassen worden. Ab 2001 sei die standesamtliche Eintragung gleichgeschlechtlicher Paare dann möglich gewesen und hätten die Partner_innen nach und nach immer mehr Rechte erhalten.

So die Erfolgsgeschichte, wie man sie bei Queer.de und im Tagesspiegel (Queerspiegel) nachlesen kann. Aber es handelt sich um eine bereinigte Geschichte – alle alternativen und emanzipatorischen Entwürfe, die es gab, sind daraus getilgt. Was war mit der „Schlampagne“, was mit der „Aktion Nein-Wort – wir scheißen auf euer Ja-Wort“, was mit den Vorschlägen des Lesbenrings und des Bundesverbands Homosexualität, was mit den Vorschlägen zu „Wahlfamilien“ der Partei PDS? Was war mit den Kämpfen in der Partei Bündnis 90/Die Grünen, in der sich die Männer um Volker Beck gegen die Feministinnen durchgesetzt haben? Jutta Oesterle-Schwerin von der größten Homosexuellen-Organisation dieser Zeit – dem Lesbenring – warnte ausdrücklich davor, dass nur einige Schwule und Lesben mit der Ehe in die Gesellschaft eingeschlossen würden, wohingegen andere – sie betonte gerade schwule – Lebensweisen zunehmend diskriminiert und stigmatisiert werden würden.

Anderes als die Homo-Ehe war schon in den 1990er Jahren möglich. So schrieben etwa größere Medien wie Der Spiegel schon 1996, dass in der Bundesregierung bereits Debatten über erste Regelungen im Gang seien, um das „trotz großer Reformversuche hoffnungslosveraltet[e]“ (ebd.: 78) Bürgerliche Gesetzbuch wieder auf den aktuellen Stand des Zusammenlebens der Menschen und ihrer Bedürfnisse zu bringen. Der Spiegel schrieb weiter: „Was eine Familie ist, entscheidet sich künftig danach, wer mit wem beim Frühstück sitzt – und nicht mehr nach Trauschein, gemeinsamem Namen oder Stammbuch. Nicht mehr die traditionelle Ehe, sondern alle ‚auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaften‘ genießen den Schutz der Rechtsordnung – so jedenfalls steht es in der neuen Landesverfassung von Brandenburg. Ähnliche Verfassungsformulierungen finden sich auch in anderen neuen Ländern.“ (Der Spiegel 1996: 79)

Und auch schon zu der gleichen Zeit wurde in Frankreich der PACS, der Zivile Solidaritätspakt, verankert, der mittlerweile in Frankreich pro Jahr häufiger geschlossen wird als die Ehe. Hingegen gibt es in Deutschland erst 41.000 Eingetragene Lebenspartnerschaften – auch das ist ein Votum. Damit bleibt die Forderung erhalten: Wer heiraten will, soll heiraten – und das richtig! Kein Sondergesetz! Gleichzeitig müssen wir zu einer rechtlichen Form kommen, in der Menschen das rechtlich Notwendige miteinander absichern können, was ihnen wichtig ist: Mietvertrag, Zeugnisverweigerungsrecht, Krankenhausbesuchsrecht individuell, zu mehreren Personen. Wer weiterlesen will, gern hier: „Homo-Ehe oder Solidaritätsvertrag?“

NEUes Buch: „Sexualpädagogik in der Vorschule: Die Bildungspläne der Bundesländer im Vergleich“ (Lara Denz, Hochschulverlag Merseburg 2016)

Denz_Sexualpaedagogik_in_der_Vorschule„Sexualpädagogik in der Vorschule“ – Was an Sexueller Bildung nötig ist und was in den einzelnen Bundesländern stattfindet, hat Lara Denz in ihrer neuen Publikation herausgearbeitet, auf die ich hier sehr gern hinweisen möchte. Ihr Band „Sexualpädagogik in der Vorschule: Die Bildungspläne der Bundesländer im Vergleich“ ist soeben in der Reihe „Sexualwissenschaftliche Schriften“ im Hochschulverlag Merseburg erschienen und für 8,10 Euro im Buchhandel erhältlich. Ein Rezensionsexemplar kann gern bei mir ( heinz-juergen.voss@hs-merseburg.de ) angefordert werden.

Sexualpädagogik in der Vorschule: Die Bildungspläne der Bundesländer im Vergleich
von Lara Denz

# Hochschulverlag Merseburg, 2016
# 74 Seiten, 8,10 Euro
# ISBN: 978-3-942703-52-9
# Bestellmöglichkeit

Klappentext:
Von Geburt an ist der Mensch ein sexuelles Wesen. Er besitzt eine natürliche Neugierde an Sexualität. Die psychosexuelle Entwicklung erfolgt schrittweise, sie entwickelt und verändert sich stetig. Kinder lernen den Umgang mit Sexualität, genauso wie den Umgang mit ihren motorischen Fähigkeiten, von Kindesbeinen an. Die Begleitung dabei erfordert gerade von Fachkräften Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit angemessen auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Körperlernen und kindliche Sexualität sind Entwicklungsaufgaben, für die es pädagogische Konzepte gibt. Im Buch werden die entsprechenden Bildungspläne der Bundesländer übersichtlich dargestellt, verglichen und darauf geprüft, ob sie dem fachwissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen: Inwieweit berücksichtigen die einzelnen Bundesländer das Thema Sexualität? Wie ausführlich wird auf verschiedene Inhalte dieses Themenfeldes eingegangen?

Ebenfalls in der Reihe erschienen: Andrea Altenburg, „Sexualität und Soziale Arbeit: Zur Notwendigkeit Sexueller Bildung im Studium der Sozialen Arbeit“, Hochschulverlag Merseburg 2016, 120 Seiten, 11,40 Euro, ISBN: 978-3-942703-48-2, Bestellmöglichkeit

16. Juli 2016, Leipzig: Erste Einblicke in das neue Buch „Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität“

Passend zu dem am 16. Juli stattfindenden CSD in Leipzig gibt es bei der „Radical book fair“ (ab 16:30 Uhr, Veranstaltungsort) erste Einblicke in das neue Buch „Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität“, das aktuell im Druck ist und im Herbst im Gießener Psychosozial-Verlag erscheint. Das von Zülfukar Çetin und Heinz-Jürgen Voß verfasste Buch wendet sich facettenreich und kritisch Politiken der Sichtbarkeit zu. Unten folgt der Klappentext – ausführlichere Passagen des Buches gibts in Leipzig. Vielen Dank an Salih Alexander Wolter für die tolle Unterstützung sowie das gemeinsame Nachdenken und Arbeiten!

Klappentext: Vorangetrieben von »Schwulen« selbst wurde seit dem 19. Jahrhundert das Konzept schwuler Identität durchgesetzt. Noch heute gelten »Sichtbarkeit« und »Identität« weithin als Schlüsselbegriffe politischer Kämpfe Homosexueller um Anerkennung und Respekt. Jedoch wird aktuell immer deutlicher, dass auf diese Weise ein Ordnungsregime entsteht, das auf Geschlechternorm, Weißsein, Bürgerlichkeit und Paarbeziehung basiert. So werden beispielsweise Queers of Color und Queers mit abweichenden Lebensentwürfen marginalisiert. Die Autoren des vorliegenden Bandes hinterfragen die Gewissheit, dass eine einheitliche schwule Identität existiert, aus unterschiedlichen Perspektiven: bewegungsgeschichtlich, wissenschaftstheoretisch und mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Homonationalismus und rassistische Gentrifizierung.

Es schließt sich um 17:30 Uhr die Vorstellung des Sammelbandes „Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung: Praxisorientierte Zugänge“, herausgegeben von Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß, an.

Klappentext: Selbstbestimmung geht über die Überwindung bzw. Abwesenheit von äußerem Zwang hinaus. Sie erfordert positives Bewusstsein über Möglichkeiten eigenen Handelns mit einem Spektrum von Anpassung bis Ausbruch. Geschlechtliche Selbstbestimmung schließt Abweichung, Veränderung und Deutungshoheit über körperliche Geschlechtsmerkmale ein.
Im vorliegenden Buch wird »Selbstbestimmung« im sexualwissenschaftlichen Diskurs aus akademischer und aktivistischer Perspektive betrachtet. Die Beiträge beleuchten Aspekte von Inter- und Transsexualität, Asexualität, Sexualität unter Haftbedingungen, im Kontext von Behinderung sowie außerhalb heterosexueller Paarbeziehungen. In ihrer Vielfalt sind die Beiträge Zeitzeugnis, geben zugleich einen Ausblick auf die Zukunft und tragen dazu bei, gängige Denkschablonen zu überwinden.
Mit Beiträgen von Anne Allex, Markus Bauer, Heike Bödeker, Jens Borchert, Diana Demiel, Andreas Hechler, Michaela Katzer, Torsten Klemm, Katja Krolzik-Matthei, Anja Kruber, Alina Mertens, Andrzej Profus, Nadine Schlag, Heino Stöver, Manuela Tillmanns, Daniela Truffer, Heinz-Jürgen Voß und Marlen Weller-Menzel

Aktueller (und offener) Call des Gender Glossar: Geschlechtersensibler & diskriminierungsarmer Sprachgebrauch

Gern möchte ich auf den aktuellen Call „Geschlechtersensibler & diskriminierungsarmer Sprachgebrauch“ der begutachteten Zeitschrift „Gender Glossar“ hinweisen. Ziel des Gender Glossars ist es, ein leicht zu bedienendes Online-Nachschlagewerk aufzubauen, ohne dabei akademische Verlässlichkeit einzubüßen. Einreichungen sind herzlich willkommen – fragen Sie gern auch andere Stichworte an:

Aktueller Call Geschlechtersensibler & diskriminierungsarmer Sprachgebrauch:
http://gender-glossar.de/images/dokumente/CfP_Sprache_2016.pdf

Dauerhafter und offener Call:
http://gender-glossar.de/images/dokumente/CfP_dauerhafter_offener_call_2016.pdf

Auch Evolutionsbiologie ist Wissenschaft – meist: Zu den Büchern „Adams Apfel und Evas Erbe“ von Axel Meyer und „Das Gender-Paradoxon“ von Ulrich Kutschera

von Heinz-Jürgen Voß

Die Bände „Adams Apfel und Evas Erbe“ des Biologen Axel Meyer und „Das Gender-Paradoxon“ des Pflanzenphysiologen und Biologen Ulrich Kutschera haben gesellschaftlich für Debatten gesorgt. Beide erwidern aktuellen Erkenntnissen der Geschlechterforschung; punktuell haben sie hierfür auch Arbeiten aus dieser Disziplin gelesen. Ulrich Kutschera macht das bereits im Titel kenntlich, in dem er hier Anleihe beim verbreiteten Buch „Gender-Paradoxien“ der  Soziologin und Geschlechterforscherin Judith Lorber nimmt, das 1999 auch in deutscher Sprache erschien(1995 auf Englisch).

Nach der Lektüre von Kutscheras Band ist Axel Meyers Publikation ein entspannender Stoff. Seine Aussagen sind gewiss streitbar, aber sie werden ruhig argumentierend vorgetragen. An verschiedenen Stellen wird kurz auch auf die wissenschaftlichen Gegenpositionen im biologischen Feld verwiesen – so z. B. auf den Populationsgenetiker Richard Lewontin, der in seinen Arbeiten der 1990er und 2000er Jahre die Einengung und Erstarrung in biologischer Theoriebildung beklagt hatte, etwa in dem vielbeachteten Buch „Biology as Ideology“ (1991). Ebenso wird der Paläontologe Stephen Jay Gould, der in dem 1983 auch in deutscher Sprache erschienenen Werk „Der falsch vermessene Mensch“ rassistischen Vorannahmen in biologischer Forschung nachging, von Meyer – respektvoll – erwähnt. Continue reading “Auch Evolutionsbiologie ist Wissenschaft – meist: Zu den Büchern „Adams Apfel und Evas Erbe“ von Axel Meyer und „Das Gender-Paradoxon“ von Ulrich Kutschera” »

Ausschreibung von 5 Professuren (W2) an der Hochschule Merseburg, Bewerbungsfrist: 31.8.2016

Liebe Kolleg_innen, liebe Interessierte,

sehr gern weise ich auf fünf aktuell an der Hochschule Merseburg ausgeschriebene Professuren hin. Es handelt sich um die Professuren (alle W2):

  • „Soziologie und Sozialforschung“,
  • „Soziale Arbeit in der Rehabilitation“,
  • „Sozialarbeitswissenschaft / Beratung“,
  • „Sexualwissenschaft und Familienplanung“ sowie
  • „Ingenieurmathematik“.

Alle Interessierten mit passender Qualifikation sind herzlich zur Bewerbung ermuntert. Im Folgenden etwas genauer die Ausschreibungen mit den jeweiligen Links zu ausführlichen Informationen:

(1) „Sexualwissenschaft und Familienplanung“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Sexualwissenschaft und Familienplanung in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll umfassende Kenntnisse  in Soziologie und Psychologie der Sexualität sowie Familienplanung aufweisen.  Wünschenswert sind Erfahrungen in der Familienplanungs-, Partnerschafts- und Sexualberatung.
Ausführliche Informationen

(2) „Soziologie und Sozialforschung“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt  das Fach Soziologie bzw. Gesellschaftswissenschaften und Sozialforschung in Lehre und Forschung. Die Bewerberin / der Bewerber soll über ausgewiesene wissenschaftliche und mehrjährige praktische Erfahrungen im Bereich der soziologischen Forschung und der anwendungsorientierten soziologischen Berufspraxis verfügen.
Ausführliche Informationen

(3) „Soziale Arbeit in der Rehabilitation“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Soziale Arbeit in der Rehabilitation in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll umfassende Kenntnisse und Erfahrungen mit den Konzepten und Methoden Sozialer Arbeit im Bereich der Rehabilitation und Behindertenhilfe aufweisen, über solide Kenntnisse zu den Leitideen und der praktischen Umsetzung des ICF verfügen und einen fundierten Einblick in die Grundfragen, Diskurse sowie sozialpolitischen und sozialrechtlichen Grundlagen (SGBs 5,9,12) des Arbeitsgebietes besitzen.
Ausführliche Informationen

(4) „Sozialarbeitswissenschaft / Beratung“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Sozialarbeitswissenschaft und Beratung  in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll über ausgewiesene wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Erfahrungen im Bereich der Beratung in  Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und über eine beraterische Zusatzausbildung verfügen.
Ausführliche Informationen

(5) „Ingenieurmathematik“ (W2-Professur)
Die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber soll auf der Grundlage eigener Erfahrungen Lehr- und Forschungsaufgaben zur Numerischen Mathematik und Analysis übernehmen. Es sind darüber hinaus Lehrveranstaltungen zu Grundlagen der Mathematik im Bachelor- und Masterstudium der Hochschule zu halten. Spezielle Erfahrungen bei der Nutzung von Computeralgebrasystemen werden erwartet.
Ausführliche Informationen

Herzliche Grüße
Heinz-Jürgen Voß

Buch zum 100. Geburtstag der 1. Rektorin: „Lieselott Herforth: Die erste Rektorin einer deutschen Universität“ (von Waltraud Voss)

Buch_Lieselott_Herforth_Die erste Rektorin einer deutschen Universität wird nun erstmals mit einem Buch gewürdigt. Es handelt sich um die Kernphysikerin Lieselott Herforth, die – bundesweit betrachtet(!) – die erste Rektorin war und zwar an der TU Dresden. In diesem Jahr hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Noch heute wird mit ihrem Handbuch „Praktikum der Radioaktivität und Radiochemie“ (veröffentlicht gem. mit H. Koch) an zahlreichen Hochschulen in der ganzen Bundesrepublik Strahlenschutz gelehrt.

Herforth war zuvor übrigens an der Hochschule (TH) in Merseburg; auch die heutige Hochschule Merseburg (FH) weist attraktive technische Studiengänge auf (für soziale und kulturell-mediale, aber auch betriebswirtschaftliche und informatische gilt das ebenso).

Die weiteren Informationen zum Buch:

Lieselott Herforth: Die erste Rektorin einer deutschen Universität
von Dr. rer. nat. et phil. habil. Waltraud Voss

# Bielefeld: Transcript Verlag, Reihe: Gender Studies
# 324 Seiten, 29,99 Euro
# ISBN: 978-3-8376-3545-4
# Informationen und Bestellmöglichkeit: http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3545-4/lieselott-herforth . Das Buch kann ab sofort überall im Buchhandel bezogen werden.

Anfragen für ein Rezensionsexemplar gern an den Verlag ( presse@transcript-verlag.de ) oder direkt an Dr. habil. Waltraud Voss ( waltraud-voss@arcor.de , http://www.waltraud-voss.de/ ). Da im September auch der 100. Geburtstag von Professorin Herforth ansteht, könnte sich auch eine Veranstaltung anbieten.