NEUes Buch: „Sexualpädagogik in der Vorschule: Die Bildungspläne der Bundesländer im Vergleich“ (Lara Denz, Hochschulverlag Merseburg 2016)

Denz_Sexualpaedagogik_in_der_Vorschule„Sexualpädagogik in der Vorschule“ – Was an Sexueller Bildung nötig ist und was in den einzelnen Bundesländern stattfindet, hat Lara Denz in ihrer neuen Publikation herausgearbeitet, auf die ich hier sehr gern hinweisen möchte. Ihr Band „Sexualpädagogik in der Vorschule: Die Bildungspläne der Bundesländer im Vergleich“ ist soeben in der Reihe „Sexualwissenschaftliche Schriften“ im Hochschulverlag Merseburg erschienen und für 8,10 Euro im Buchhandel erhältlich. Ein Rezensionsexemplar kann gern bei mir ( heinz-juergen.voss@hs-merseburg.de ) angefordert werden.

Sexualpädagogik in der Vorschule: Die Bildungspläne der Bundesländer im Vergleich
von Lara Denz

# Hochschulverlag Merseburg, 2016
# 74 Seiten, 8,10 Euro
# ISBN: 978-3-942703-52-9
# Bestellmöglichkeit

Klappentext:
Von Geburt an ist der Mensch ein sexuelles Wesen. Er besitzt eine natürliche Neugierde an Sexualität. Die psychosexuelle Entwicklung erfolgt schrittweise, sie entwickelt und verändert sich stetig. Kinder lernen den Umgang mit Sexualität, genauso wie den Umgang mit ihren motorischen Fähigkeiten, von Kindesbeinen an. Die Begleitung dabei erfordert gerade von Fachkräften Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit angemessen auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Körperlernen und kindliche Sexualität sind Entwicklungsaufgaben, für die es pädagogische Konzepte gibt. Im Buch werden die entsprechenden Bildungspläne der Bundesländer übersichtlich dargestellt, verglichen und darauf geprüft, ob sie dem fachwissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen: Inwieweit berücksichtigen die einzelnen Bundesländer das Thema Sexualität? Wie ausführlich wird auf verschiedene Inhalte dieses Themenfeldes eingegangen?

Ebenfalls in der Reihe erschienen: Andrea Altenburg, „Sexualität und Soziale Arbeit: Zur Notwendigkeit Sexueller Bildung im Studium der Sozialen Arbeit“, Hochschulverlag Merseburg 2016, 120 Seiten, 11,40 Euro, ISBN: 978-3-942703-48-2, Bestellmöglichkeit

16. Juli 2016, Leipzig: Erste Einblicke in das neue Buch „Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität“

Passend zu dem am 16. Juli stattfindenden CSD in Leipzig gibt es bei der „Radical book fair“ (ab 16:30 Uhr, Veranstaltungsort) erste Einblicke in das neue Buch „Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität“, das aktuell im Druck ist und im Herbst im Gießener Psychosozial-Verlag erscheint. Das von Zülfukar Çetin und Heinz-Jürgen Voß verfasste Buch wendet sich facettenreich und kritisch Politiken der Sichtbarkeit zu. Unten folgt der Klappentext – ausführlichere Passagen des Buches gibts in Leipzig. Vielen Dank an Salih Alexander Wolter für die tolle Unterstützung sowie das gemeinsame Nachdenken und Arbeiten!

Klappentext: Vorangetrieben von »Schwulen« selbst wurde seit dem 19. Jahrhundert das Konzept schwuler Identität durchgesetzt. Noch heute gelten »Sichtbarkeit« und »Identität« weithin als Schlüsselbegriffe politischer Kämpfe Homosexueller um Anerkennung und Respekt. Jedoch wird aktuell immer deutlicher, dass auf diese Weise ein Ordnungsregime entsteht, das auf Geschlechternorm, Weißsein, Bürgerlichkeit und Paarbeziehung basiert. So werden beispielsweise Queers of Color und Queers mit abweichenden Lebensentwürfen marginalisiert. Die Autoren des vorliegenden Bandes hinterfragen die Gewissheit, dass eine einheitliche schwule Identität existiert, aus unterschiedlichen Perspektiven: bewegungsgeschichtlich, wissenschaftstheoretisch und mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Homonationalismus und rassistische Gentrifizierung.

Es schließt sich um 17:30 Uhr die Vorstellung des Sammelbandes „Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung: Praxisorientierte Zugänge“, herausgegeben von Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß, an.

Klappentext: Selbstbestimmung geht über die Überwindung bzw. Abwesenheit von äußerem Zwang hinaus. Sie erfordert positives Bewusstsein über Möglichkeiten eigenen Handelns mit einem Spektrum von Anpassung bis Ausbruch. Geschlechtliche Selbstbestimmung schließt Abweichung, Veränderung und Deutungshoheit über körperliche Geschlechtsmerkmale ein.
Im vorliegenden Buch wird »Selbstbestimmung« im sexualwissenschaftlichen Diskurs aus akademischer und aktivistischer Perspektive betrachtet. Die Beiträge beleuchten Aspekte von Inter- und Transsexualität, Asexualität, Sexualität unter Haftbedingungen, im Kontext von Behinderung sowie außerhalb heterosexueller Paarbeziehungen. In ihrer Vielfalt sind die Beiträge Zeitzeugnis, geben zugleich einen Ausblick auf die Zukunft und tragen dazu bei, gängige Denkschablonen zu überwinden.
Mit Beiträgen von Anne Allex, Markus Bauer, Heike Bödeker, Jens Borchert, Diana Demiel, Andreas Hechler, Michaela Katzer, Torsten Klemm, Katja Krolzik-Matthei, Anja Kruber, Alina Mertens, Andrzej Profus, Nadine Schlag, Heino Stöver, Manuela Tillmanns, Daniela Truffer, Heinz-Jürgen Voß und Marlen Weller-Menzel

Aktueller (und offener) Call des Gender Glossar: Geschlechtersensibler & diskriminierungsarmer Sprachgebrauch

Gern möchte ich auf den aktuellen Call „Geschlechtersensibler & diskriminierungsarmer Sprachgebrauch“ der begutachteten Zeitschrift „Gender Glossar“ hinweisen. Ziel des Gender Glossars ist es, ein leicht zu bedienendes Online-Nachschlagewerk aufzubauen, ohne dabei akademische Verlässlichkeit einzubüßen. Einreichungen sind herzlich willkommen – fragen Sie gern auch andere Stichworte an:

Aktueller Call Geschlechtersensibler & diskriminierungsarmer Sprachgebrauch:
http://gender-glossar.de/images/dokumente/CfP_Sprache_2016.pdf

Dauerhafter und offener Call:
http://gender-glossar.de/images/dokumente/CfP_dauerhafter_offener_call_2016.pdf

Auch Evolutionsbiologie ist Wissenschaft – meist: Zu den Büchern „Adams Apfel und Evas Erbe“ von Axel Meyer und „Das Gender-Paradoxon“ von Ulrich Kutschera

von Heinz-Jürgen Voß

Die Bände „Adams Apfel und Evas Erbe“ des Biologen Axel Meyer und „Das Gender-Paradoxon“ des Pflanzenphysiologen und Biologen Ulrich Kutschera haben gesellschaftlich für Debatten gesorgt. Beide erwidern aktuellen Erkenntnissen der Geschlechterforschung; punktuell haben sie hierfür auch Arbeiten aus dieser Disziplin gelesen. Ulrich Kutschera macht das bereits im Titel kenntlich, in dem er hier Anleihe beim verbreiteten Buch „Gender-Paradoxien“ der  Soziologin und Geschlechterforscherin Judith Lorber nimmt, das 1999 auch in deutscher Sprache erschien(1995 auf Englisch).

Nach der Lektüre von Kutscheras Band ist Axel Meyers Publikation ein entspannender Stoff. Seine Aussagen sind gewiss streitbar, aber sie werden ruhig argumentierend vorgetragen. An verschiedenen Stellen wird kurz auch auf die wissenschaftlichen Gegenpositionen im biologischen Feld verwiesen – so z. B. auf den Populationsgenetiker Richard Lewontin, der in seinen Arbeiten der 1990er und 2000er Jahre die Einengung und Erstarrung in biologischer Theoriebildung beklagt hatte, etwa in dem vielbeachteten Buch „Biology as Ideology“ (1991). Ebenso wird der Paläontologe Stephen Jay Gould, der in dem 1983 auch in deutscher Sprache erschienenen Werk „Der falsch vermessene Mensch“ rassistischen Vorannahmen in biologischer Forschung nachging, von Meyer – respektvoll – erwähnt. Continue reading “Auch Evolutionsbiologie ist Wissenschaft – meist: Zu den Büchern „Adams Apfel und Evas Erbe“ von Axel Meyer und „Das Gender-Paradoxon“ von Ulrich Kutschera” »

Ausschreibung von 5 Professuren (W2) an der Hochschule Merseburg, Bewerbungsfrist: 31.8.2016

Liebe Kolleg_innen, liebe Interessierte,

sehr gern weise ich auf fünf aktuell an der Hochschule Merseburg ausgeschriebene Professuren hin. Es handelt sich um die Professuren (alle W2):

  • „Soziologie und Sozialforschung“,
  • „Soziale Arbeit in der Rehabilitation“,
  • „Sozialarbeitswissenschaft / Beratung“,
  • „Sexualwissenschaft und Familienplanung“ sowie
  • „Ingenieurmathematik“.

Alle Interessierten mit passender Qualifikation sind herzlich zur Bewerbung ermuntert. Im Folgenden etwas genauer die Ausschreibungen mit den jeweiligen Links zu ausführlichen Informationen:

(1) „Sexualwissenschaft und Familienplanung“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Sexualwissenschaft und Familienplanung in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll umfassende Kenntnisse  in Soziologie und Psychologie der Sexualität sowie Familienplanung aufweisen.  Wünschenswert sind Erfahrungen in der Familienplanungs-, Partnerschafts- und Sexualberatung.
Ausführliche Informationen

(2) „Soziologie und Sozialforschung“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt  das Fach Soziologie bzw. Gesellschaftswissenschaften und Sozialforschung in Lehre und Forschung. Die Bewerberin / der Bewerber soll über ausgewiesene wissenschaftliche und mehrjährige praktische Erfahrungen im Bereich der soziologischen Forschung und der anwendungsorientierten soziologischen Berufspraxis verfügen.
Ausführliche Informationen

(3) „Soziale Arbeit in der Rehabilitation“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Soziale Arbeit in der Rehabilitation in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll umfassende Kenntnisse und Erfahrungen mit den Konzepten und Methoden Sozialer Arbeit im Bereich der Rehabilitation und Behindertenhilfe aufweisen, über solide Kenntnisse zu den Leitideen und der praktischen Umsetzung des ICF verfügen und einen fundierten Einblick in die Grundfragen, Diskurse sowie sozialpolitischen und sozialrechtlichen Grundlagen (SGBs 5,9,12) des Arbeitsgebietes besitzen.
Ausführliche Informationen

(4) „Sozialarbeitswissenschaft / Beratung“ (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Sozialarbeitswissenschaft und Beratung  in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll über ausgewiesene wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Erfahrungen im Bereich der Beratung in  Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und über eine beraterische Zusatzausbildung verfügen.
Ausführliche Informationen

(5) „Ingenieurmathematik“ (W2-Professur)
Die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber soll auf der Grundlage eigener Erfahrungen Lehr- und Forschungsaufgaben zur Numerischen Mathematik und Analysis übernehmen. Es sind darüber hinaus Lehrveranstaltungen zu Grundlagen der Mathematik im Bachelor- und Masterstudium der Hochschule zu halten. Spezielle Erfahrungen bei der Nutzung von Computeralgebrasystemen werden erwartet.
Ausführliche Informationen

Herzliche Grüße
Heinz-Jürgen Voß

Buch zum 100. Geburtstag der 1. Rektorin: „Lieselott Herforth: Die erste Rektorin einer deutschen Universität“ (von Waltraud Voss)

Buch_Lieselott_Herforth_Die erste Rektorin einer deutschen Universität wird nun erstmals mit einem Buch gewürdigt. Es handelt sich um die Kernphysikerin Lieselott Herforth, die – bundesweit betrachtet(!) – die erste Rektorin war und zwar an der TU Dresden. In diesem Jahr hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Noch heute wird mit ihrem Handbuch „Praktikum der Radioaktivität und Radiochemie“ (veröffentlicht gem. mit H. Koch) an zahlreichen Hochschulen in der ganzen Bundesrepublik Strahlenschutz gelehrt.

Herforth war zuvor übrigens an der Hochschule (TH) in Merseburg; auch die heutige Hochschule Merseburg (FH) weist attraktive technische Studiengänge auf (für soziale und kulturell-mediale, aber auch betriebswirtschaftliche und informatische gilt das ebenso).

Die weiteren Informationen zum Buch:

Lieselott Herforth: Die erste Rektorin einer deutschen Universität
von Dr. rer. nat. et phil. habil. Waltraud Voss

# Bielefeld: Transcript Verlag, Reihe: Gender Studies
# 324 Seiten, 29,99 Euro
# ISBN: 978-3-8376-3545-4
# Informationen und Bestellmöglichkeit: http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3545-4/lieselott-herforth . Das Buch kann ab sofort überall im Buchhandel bezogen werden.

Anfragen für ein Rezensionsexemplar gern an den Verlag ( presse@transcript-verlag.de ) oder direkt an Dr. habil. Waltraud Voss ( waltraud-voss@arcor.de , http://www.waltraud-voss.de/ ). Da im September auch der 100. Geburtstag von Professorin Herforth ansteht, könnte sich auch eine Veranstaltung anbieten.

Rezensionen zum Buch „Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung“, hg. von Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß

Im Folgenden findet sich eine Übersicht über erschienene Rezensionen zum Band „Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung“, der 2016 in der Buchreihe „Angewandte Sexualwissenschaft“ im Psychosozial-Verlag erschienen ist (Verlagsinformationen).

Doch hier zu Beginn ein Audio-Interview zum Buch bei Radio Corax (Halle), geführt von Elke Prinz mit Heinz-Jürgen Voß. Hier zum Anhören.

Sascha Salamander schreibt auf ihrem_seinem Blog ausführlich in zwei Beiträgen über das Buch und folgert: „Abschließend ist zu sagen: den Herausgebern ist es gelungen, Autoren zu gewinnen, die nicht nur eine trockene Analyse schreiben, sondern die mit Eifer für eine Sache schreiben und dieses Feuer auf den Leser übertragen. Trotzdem es ein sehr detailliertes Fachbuch mit wissenschaftlichem Hintergrund ist, spürt man beim Lesen klar, dass einzelne Autoren für ihr Thema brennen und es ihnen ein Anliegen ist, dies zu teilen. Ich lege das Buch allen ans Herz, die sich als Aktivisten mit den Themen auseinandersetzen wollen oder die beruflich mit den hier genannten Personengruppen befassen und für sie einsetzen. Das Buch vertieft wissen, eröffnet neue Sichtweisen und bietet einen differenzierten Einblick.“ zur Rezensionzur Fortsetzung

Dr. Anja Gregor von der Universität Jena schreibt auf socialnet.de: „Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß legen mit dem hier vorgestellten Sammelband eine gelungene Auswahl von Perspektiven vor, die einen Bereich beleuchten, dem sich Wissenschaft ebenso wie Praxis bislang nur vereinzelt widmen: Verhandlungen von geschlechtlicher, sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung. Sie liefern damit einen wichtigen Beitrag, um eine breitere Diskussion der Themen Asexualität, Inter*geschlechtlichkeit oder Sexualität im Gefängnis ebenso wie der Kritik an Trans*Pathologisierung und diversen Reproduktionstechniken und -normen zu ermöglichen.“ zur Rezension

Daniel Horneber schreibt im Forum für Behindertenpolitik auf  Marxistisch-Leninistischer Grundlage: „Als ich dann das Buch in Händen hielt und feststellte, dass die verschiedenen Themen Transsexualität, Intersexualität, Asexualität, Sexualität im Gefängnis, Sexualität im Kontext von Behinderung sowie außerhalb hetrosexueller Paarbeziehungen den verschieden Kategorien sexueller, geschlechtlicher und reproduktiver Selbstbestimmung zugeordnet worden waren, war ich irritiert. […] Sexualität im Kontext mit Behinderung nur unter dem Thema sexuelle Reproduktion abzuhandeln greift viel zu kurz! Partnerschaft, Verhandlung über den und die Wahrnehmung des eigenen Körper, Lust beim Sex, und Strategien (Sexualassistenz oder Sexualbegleitung) zur Befriedigung der Sexualität wären Themen gewesen, welche die Zuordnung zum Abschnitt reproduktive Selbstbestimmung nicht mehr ausreichen hätten lassen, welche aber notwendig sind um dem Thema gerecht zu werden. […] Ich habe im Großen und Ganzen den Eindruck, dass das Weglassen der großen Abschnitte dem Buch gut getan hätte. Ich empfehle dieses Buch trotz der Unzulänglichkeiten, die es aus meiner Sicht hat, allen Pädagog_innen und Mitarbeiter_innen in der Jugendhilfe an Schulen und all jenen welche Lehrer_innen oder Erzieher_innen ausbilden.“ zur Rezension

Die Soziologin Kirsten Achtelik wendet sich in ihrer Besprechung im Genethischen Informationsdienst der Schwerpunktsetzung des Bandes zu . Die Fokussierung auf Intergeschlechtlichkeit, Trans*, auf Asexualität und auf Sexualität im Kontext von Gefängnis „sind mehr als ungewöhnlich“. Sie fragt: „Sind das die Hauptprobleme, die es auf dem Feld der sexuellen Selbstbestimmung gibt?“ (Genethischer Informationsdienst, Juni 2016)

Merseburg, 14. Juni 2016: „Attacke von Rechts – Wie reagiert die Wissenschaft?“

Die folgende Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungswoche des „Bündnis gegen Rechts“ gegen den Neonazi-Aufmarsch am 18. Juni. In der Veranstaltungswoche wird für Toleranz und Akzeptanz geworben und werden rechte Entwicklungen kritisch diskutiert. Mehr Informationen auf: https://merseburggegenrechts.wordpress.com .

Attacke von Rechts – Wie reagiert die Wissenschaft?
# Zeit: Dienstag, 14. Juni 2016, 15:00 bis 17:00 Uhr
# Ort: Hochschule Merseburg, Gartenhaus (Eberhard-Leibnitz-Str. 2, Merseburg)
# Referent_innen: Andreas Kemper, Heinz-Jürgen Voß, Jennifer Stange

Seit einigen Jahren werden Wissenschaften in immer stärkerem Maße von rechtspopulistischen und rechtsextremen Zusammenhängen angegriffen. In der Kritik stehen gerade Erkenntnisse, die sich nicht auf dem ersten Blick dem Alltagsverständnis erschließen. Könnte man davon ausgehen, dass es gerade der Zweck wissenschaftlichen Arbeitens ist, Neues zu schaffen, so steht dieses Selbstverständnis aktuell in Frage. Wie reagiert die Wissenschaft?

Am 14. Juni wird diese Frage an der Hochschule Merseburg diskutiert. Nach drei kurzweiligen Impulsen wird gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. In dem eröffnenden Vortrag „Pegida, Neue Rechte und AfD“ zeigt der Soziologe Andreas Kemper, wie sich seit der Sarrazin-Debatte eine neurechte Bewegung in Deutschland formiert hat, die gerade im Osten Deutschlands auch parteiförmig auftritt. Andreas Kemper beobachtet diese Bewegung und untersucht, wie neoliberale, christlich-fundamentalistische und faschistische Ideologien der Ungleichheit ineinandergreifen. Er gibt Anregungen, wie Wissenschaft reagieren könnte.

Im Anschluss daran erläutert der Merseburger Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß die Angriffe, denen zuletzt die Geschlechterforschung und die auf Toleranz gegenüber sexueller Selbstbestimmung zielende Sexualpädagogik ausgesetzt waren. Die Attacken gingen bis hin zu Diffamierungen gegen einzelne Wissenschaftler_innen. Heinz-Jürgen Voß erläutert die Gegenstrategien, die von den Wissenschaftler_innen ergriffen wurden und er weist selbstkritisch darauf hin, dass es für Wissenschaft nötig ist, stets und möglichst verständlich zu erläutern, was sie denn tut.

In dem abschließenden Input regt die Leipziger Journalistin Jennifer Stange auch zu einem selbstkritischen Blick an. Auch die Geschlechterforschung und Sexualpädagogik müssten sich kritisch befragen lassen. Gleichzeitig stelle sich die Frage, ob denn die Wissenschaft gerade genug gegen rechte Entwicklungen tut. Wie kann Wissenschaft reagieren, fragt auch sie.

Die knappen Impulse, die jeweils auf 20 Minuten begrenzt sind, eröffnen die Diskussion mit dem Publikum. Heinz-Jürgen Voß geht dabei in die Position der Moderation, während Andreas Kemper und Jennifer Stange kritisch mit dem Publikum diskutieren.

Alle Interessierten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos.

Katalog sexualwissenschaftlicher und sexualpädagogischer Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote (Hochschule Merseburg)

Im Kontext der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprofessur und des geförderten Forschungsprojektes „Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung“ und in Zusammenarbeit mit der Weiterbildungsagentur der Hochschule Merseburg ist ein regional fokussiertes Angebot an Fortbildungen und Weiterbildungen im sexualwissenschaftlichen und sexualpädagogischen Bereich auf den Weg gekommen.

Das Angebot versteht sich als Ergänzung bestehender Angebote und es soll dazu beitragen, dass Sexuelle Bildung endlich als unbedingtes und flächendeckendes Kernthema wahrgenommen wird, das unbedingter Bestandteil der Ausbildung/des Studium für Lehramt, Soziale Arbeit, Pflege- und Erziehungsberufe sein muss – und ebenso in Fort- und Weiterbildung. Wir haben die Möglichkeit, dass Fachkräfte professionell und ausgebildet mit der Sexualität ihrer Klient_innen und Adressat_innen umgehen oder ohne entsprechende Ausbildung, wodurch vermeidbare Fehler entstehen und eigene Normen unhinterfragt bleiben können.

Im Folgenden die Angebote der Hochschule Merseburg:

Übersicht: http://www.hs-merseburg.de/weiterbildung/zertifikatskurse/sexualwissenschaftliche-fort-und-weiterbildungsangebote/

Angebotsbroschüre: http://www.hs-merseburg.de/fileadmin/redaktion/Weiterbildung/Home_Sexualwissenschaftliche_Fort-_und_Weiterbildungsangebote.pdf

Für Fragen stehen Prof. Dr. em. Harald Stumpe und Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß gern zur Verfügung.

Buch „Sexualität und Soziale Arbeit: Zur Notwendigkeit Sexueller Bildung im Studium der Sozialen Arbeit“ (Andrea Altenburg)

Andrea_Altenburg_Soziale_Arbeit_SexualitaetSehr gern weise ich auf den Band „Sexualität und Soziale Arbeit“ von Andrea Altenburg hin, der zugleich eine zweite sexualwissenschaftliche Reihe des Instituts für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg eröffnet. Die Reihe erscheint im Hochschulverlag Merseburg und orientiert auf sehr gute Qualifikationsarbeiten, die an der Hochschule Merseburg entstehen.

Altenburg gibt in ihrem Band einen Überblick über die Angebote zu Sexueller Bildung im Studium der Sozialen Arbeit im bundesweiten Vergleich – sowohl zu den (notwendigen) Inhalten, als auch zum bisherigen Angebot.

Der Band:
Sexualität und Soziale Arbeit: Zur Notwendigkeit Sexueller Bildung im Studium der Sozialen Arbeit

# von Andrea Altenburg
# Merseburg 2016: Hochschulverlag
# 120 Seiten, 11,40 Euro
# ISBN: 978-3-942703-48-2
# Der Band kann überall im Buchhandel und hier bestellt werden.

Die Schriftenreihe:
Der Lehr- und Forschungsschwerpunkt Angewandte Sexualwissenschaft am Fachbereich Soziale Arbeit. Medien. Kultur ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Auf Grund seines Charakters an der Nahtstelle zwischen Theorie und Praxis entstehen hier innovative Arbeiten insbesondere im Bereich der sexuellen Bildung. In der Reihe Sexualwissenschaftliche Schriften werden sehr gute Qualifikationsarbeiten publiziert. Sie sollen Forschungsprojekte bereichern und Anregungen für die Praxis liefern.