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"Sex ist immer schon Gender. Der Kampf mit der Biologie"

Andrea Rödig kommentiert bei taz.de ( hier ) die Bedeutung von (biologischem) Geschlecht im Leistungssport. / Problematisch ist: Wieder wird die Abwehr überkommener Geschlechterkonzepte auf dem Rücken eines Menschen ausgetragen. Ist das immer wieder nötig? / Aber immerhin gut aus Gender-Perspektive: Wenn auch sehr zaghaft, so kommt doch auch biologisches Geschlecht und seine gesellschaftliche Herstellung in den Blick. Immerhin schreibt Rödig: "Selbstverständlich ist die Unterscheidung in zwei "natürliche" Geschlechter ideologisch." - Fügt aber sogleich aber nun allgemein zu "körperlicher Differenz" und nicht zu Geschlecht an: "Aber es wäre genauso ideologisch, die körperliche Differenz als Konstrukt zu marginalisieren."

In diesem Sinne durchaus lesenswert - und gleichzeitig die Anregung: Weiterdenken!

Absurditäten im Schilderwald: Einem hervorragend ausgebildeten Polizisten wird der Berufseintritt verwehrt, weil er keinen funktionstüchtigen Hoden hat... "Jetzt soll das Bundesverfassungsgericht klären: Machen erst die richtigen Hormone einen Mann diensttauglich?" Weiter in der Frankfurter Rundschau

Proteste und Weitersagen ist wichtig! Material für Deine Homepage, der Aufruf und weitere Möglichkeiten zum Unterstützen finden sich hier:

Rechtspopulismusstoppen.Blogsport

Warum wird nur noch gefeiert, dass etwas mehr Rechte für die Homo-Ehe herausspringen, dass sich nun auch langsam die konservativsten Lesben und Schwulen outen und dass Homosexualität zur Begründnung von Kriegen herangezogen werden darf?

Der eigentliche, der transgeniale CSD kritisiert all dieses noch, fordert andere Politik, ökonomische Umverteilungen, ein Ende von Rassismus und Sexismus, und von Kriegen. Vielfältige Lebensweisen sollen möglich sein, statt Ehe zu fordern. Sexistische, rassistische, homophobe Diskriminierungen sollen ein Ende haben.

Die konservative Abspaltung des Berliner CSDs, die am Samstag stattfand, erlebte einen Eklat, als Judith Butler an diese Forderungen erinnerte. Sie lehnte den Zivilcourage-Preis ab, weil sich rassistisch arbeitende Gruppen am konservativen Berliner CSD beteiligen - und rief zum transgenialen CSD auf, der am 26.6. in Berlin stattfindet.

Hier das Video von Judith Butlers Auftritt:

Berichte in den Medien, u.a. hier und hier .

Liebe Grüße
Heinzi

Vor einiger Zeit erschien in der populären Zeitschrift "Die Zeit" ein lesenswerter Beitrag zu neueren Theorien in der Genforschung. Auf diesen sei hier verwiesen. Aus dieser Perspektive, die hier populär aufbereitet ist, ergeben sich auch einige Anschlussmöglichkeiten für ein besseres Verständnis von Geschlechtsentwicklung (insbesondere Geschlechtsdetermination).

"Erbgut in Auflösung

Das Genom galt als unveränderlicher Bauplan des Menschen, der zu Beginn unseres Lebens festgelegt wird. Von dieser Idee muss sich die Wissenschaft verabschieden. In Wirklichkeit sind unsere Erbanlagen in ständigem Wandel begriffen." mehr unter zeit.de

Hier nun ein kurzer einführender Text in das Buch "Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive". Er ist in der Zeitschrift Analyse & Kritik (Nr. 547) erschienen - und ich danke herzlich für das Einverständnis zur Online-Veröffentlichung!

Alles bio? Auch aus biologischer Sicht gibt es mehr als zwei Geschlechter

Was für "gesellschaftliches Geschlecht" (gender) verbreitete Annahme ist - nämlich, dass es gesellschaftlich hergestellt ist -, ist für "biologisches Geschlecht" (sex) hoch umstritten. So erntete Judith Butlers bereits 1990 erschienenes Buch "Gender trouble" breite Kritik. Nach Butler werden auch körperliche Merkmale erst durch eine gesellschaftliche Brille gelesen. Auch deren Beschreibungen unterlägen gesellschaftlichen Deutungen, die die Wahrnehmungen prägen würden. Das, was an körperlichen Merkmalen benannt wird, wie es benannt wird und wie es mit weiteren Deutungen belegt wird, sei bereits gesellschaftlich beschränkt und beschränke sich daran anschließende Deutungsmöglichkeiten.Weiterlesen » » » »

Der Auftakt der "Geschlechterkritischen Tage" mit interessanten Veranstaltungen findet am 30. Mai im UJZ Korn statt. Viele Geschlechter werden thematisiert und sie werden mit Forderung nach Abschaffung des Kapitalismus zusammengebracht. Cool! Mehr Infos und das ganze Programm hier

Harald Martenstein schreibt häufiger Beiträge in vermeintlich linksliberalen Medien, die sich aber gerade bei Geschlechterfragen selbst als koservativer als die FAZ herausstellen. So im Tagesspiegel - und nun frisch auch in DIE ZEIT.

Dort schreibt er u.a.:
"Es gibt neue Religionen. Zwischen Männern und Frauen existieren, auch im Verhalten und im Alltag, eine ganze Reihe Unterschiede, die biologisch bedingt sind und nichts mit Gesellschaft zu tun haben, sie können auch nicht wegerzogen werden. Diejenige Strömung der Gender Studies, die diese offensichtliche Tatsache leugnet, hat etwa so viel mit Wissenschaft zu tun wie der Voodoo-Kult auf Haiti. Gender-Professorinnen sollten folglich nicht aus dem Wissenschaftsetat finanziert werden, sondern aus der Kirchensteuer." ( vollständig hier

Und eine kurze Antwort:
Lieber Harald Martenstein, ein durchaus amüsanter Artikel und er setzt eine ganze Reihe ähnlicher Artikel in ZEIT fort. Ist die ZEIT bei Gender-Fragen tatsächlich so konservativ wie der PAPST? Oder sind die Beiträge - so auch Ihrer - ironisch gemeint? In jedem Fall möchte ich Sie gerne auf "Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive" hinweisen ( Link ). Dort weise ich nach, dass die Biologie lange nicht nachweisen konnte, was der Geschlechtsunterschied eigentlich ist - und dass sie mittlerweile dort ankommt, dass es viele Geschlechter gibt. Mir scheint es so zu sein, dass das strikte Festhalten an zwei Geschlechtern einer Religion gleichkommt - und nicht die Kritik daran. Auf Anregungen von Ihnen, einen Verriss des Buches, eine Rezension oder auch eine fundierte Diskussion mit Ihnen wäre ich gespannt - und ich würde mich sehr darüber freuen. Herzliche Grüße! Heinz-Jürgen Voß

[Mal nicht zu biologischem Geschlecht, aber wichtig! :]

Out of place: Schwuler Imperialismus - Gay imperialism

Mittlerweile ist es in der Bundesrepublik Deutschland fast schon Mode geworden, Argumente der "Frauenrechte" und "Schwulenrechte" (mehr als Schwule - bspw. Lesben, Transgender - werden meist nicht genannt) anzuführen, um militärisches Eingreifen und Krieg zu rechtfertigen. In jedem Fall erscheint es als legitim einen vermeintlich "zivilisierten Westen" gegen andere Gesellschaften zu setzen.

Aus dieser zirkulär befestigten Denkstarre sollte bereits aufschrecken, wenn man von Roland Koch und Angela Merkel Argumente "für Frauenrechte" und "für Schwulenrechte" vorgeführt bekommt. Warum hat die rechte CDU, die sich gegen Eingetragene Lebenspartnerschaft stemmte (von anderen Lebensweisen ganz zu schweigen) und die nun bezüglich Eingetragener Lebenspartnerschaft jede Verbesserung blockiert, ein Interesse an "Schwulenrechten"? Warum hat die gleiche rechte CDU, die finanzielle Vergünstigungen aufrecht erhält und neue einführt, die traditionell die Erwerbsarbeit und finanzielle Unabhängigkeit von Frauen behindern - wie das Ehegattensplitting und die neue Herdprämie -, ein Interesse an "Frauenrechten"? ...und warum gehen sonst emanzipatorisch argumentierende Leute feministischer und schwuler Bewegungen dieser CDU auf den Leim?

Das Interesse geht auf andere Motive zurück, die kolonialistischen Argumente eines vermeintlich "zivilisierten Westens" verselbständigen sich in der Diskussion - und mittlerweile fallen die Argumente bei einer denkfaulen schwulen (aber auch bei einer lesbischen und einer sich als "queer" bezeichnenden") Community auf fruchtbaren, Abgrenzung gewohnten Boden. Viele in dieser schwulen Community merken gar nicht mehr, wie sie selbst an rassistischen Diskriminierungen mitarbeiten, dabei selbst nur Mittel zum Zweck sind und sie selbst daran teilnehmen auch die eigene Diskriminierung (Homophobie) aufrecht zu erhalten und zu befestigen.

Für diese Debatte wären die Beiträge aus dem britischen Buch "Out of place" hilfreich, das aber mittlerweile schon wieder aus dem Druck genommen wurde (zu den Gründen vgl. u.a. hier, hier und hier). Ein wichtiger Beitrag ist aber online - und er sei wärmstens zur Lektüre empfohlen: hier - und wer lieber deutschsprachig liest und genauer zur Situation in der Bundesrepublik Deutschland lesen will, der- und demjenigen sei der Beitrag von Jin Haritaworn in "Verqueerte Verhältnisse" (Rezensionen hier und hier) empfohlen.

Hier sei mal eine Diskussion importiert, aus dem Blog "Theorie als Praxis". Wie die Überschrift schon andeutet: Es geht darum, ob es in biologischen Theorien AUSSCHLIESSLICH zwei Geschlechter gibt. Diese Frage wäre zu ergänzen und in Zweifel zu ziehen, dass es überhaupt zwei Geschlechter gibt. Auch der Beitrag geht in diese Richtung und weist auf einiges Lesenswertes hin, wie zwei Geschlechter in der Biologie hergestellt werden - und wie auch anderes denkbar ist.

Hier zum Beitrag:

http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/08/26/gibt-es-ausschliesslich-zwei-geschlechter/

Und auch hier gehts weiter:

http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/08/23/heute-gesehen-238/

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