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Freikamp et al.
Kritik mit Methode? Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik (Texte 42).
Berlin: Karl Dietz Verlag, 2008.
ISBN 978-3-320-02136-8

Aus der Einleitung:

Mit der Kritischen Diskursanalyse, der Kritischen Psychologie und der Kritischen Theorie gibt es Wissenschaftskonzeptionen, die sich in ihrer Grundanlage als explizit gesellschaftskritisch begreifen. Gerade die beiden erstgenannten sind im engeren Sinne Methodenprogramme, die das kritische Selbstverständnis einlösen sollen. Diesen Anspruch nahm der HerausgeberInnenkreis zum Anlass, in einem Sammelband das Verhältnis von (sozialwissenschaftlichen) Methoden und Gesellschaftskritik zu beleuchten. Viele Fragen stellten sich, zu deren Beantwortung der vorliegende Band einen ersten Schritt gehen möchte. Welche Methoden erheben explizit den Anspruch kritisch zu sein und worin begründet sich dieser? Gibt es Methoden, die, auch ohne diesen Anspruch zu erheben, über ein besonderes kritisches Potenzial verfügen? Welche Kritikbegriffe liegen diesen zugrunde? Von welchem Standpunkt kritisiert die KritikerIn?

U.a. darin: Voß, Heinz-Jürgen: Feministische Wissenschaftskritik am Beispiel der Naturwissenschaft Biologie. (S.233-252)

Torsten Junge, Imke Schmincke (Hg.):
Marginalisierte Körper. Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers.
Münster: Unrast-Verlag 2007.
ISBN 978-3-89771-460-1

Für Arbeitsprozesse werden Körper normiert, um sie bestmöglich und gewinnbringend verwerten zu können. Sie sollen funktionieren – tun sie es nicht, stehen sie am Rand. Aber auch im Konsum- und Freizeitbereich werden Normen gesetzt – nicht von einer "repressiven Macht", sondern durch die Mitwirkung aller Beteiligten. Ausgehend von einer insbesondere Foucault'schen Perspektive setzen die Beiträge des Sammelbandes einige an den Rand gedrängte Körper ins Licht. Mit welchen körperlichen Merkmalen wird man an den Rand gedrängt? Welche körperlichen Merkmale werden darüber hinaus eigens erdacht, um antisemitische, rassistische, sexistische Ausschlüsse zu vollziehen? Dieses Buch bietet lesenswerte historische und aktuelle Einblicke an; geschrieben sind sie zumeist von lange an entsprechenden Thematiken arbeitenden Wissenschaftler/-innen, von deren Arbeiten die Lesende hier knapp gefasst partizipieren kann.

Vollständige Rezension unter: http://querelles-net.de/2008-25/text25voss_junge_schmincke.shtml

Bettina Bock von Wülfingen
Genetisierung der Zeugung. Eine Diskurs- und Metaphernanalyse reproduktionsgenetischer Zukünfte.
Bielefeld: transcript 2007.
ISBN 978-3-89942-579-6

Intensive Auseinandersetzungen werden um Reproduktions- und Gentechnologien geführt. Für viele Menschen ist dabei ganz klar, ob sie eine befürwortende oder ablehnende Haltung dazu einnehmen. Menschen, die sich Kinder (mit eigenen Genen) wünschen, allerdings nicht in der Lage sind, diese – allein oder mit ihren Partner/-innen – zu bekommen, finden in der bundesdeutschen Debatte um Reproduktions- und Gentechnologien bislang kaum Gehör (S. 237-241). Gerade an diese wenden sich in Populärmedien 'Expert/-innen', die Reproduktions- und Gentechnologien befürworten. Sie versprechen, den Wunsch nach einem Kind (mit eigenen Genen) zu erfüllen. Als Vorteile von Reproduktions- und Gentechnologien werden nicht in erster Linie der Schutz vor Erbkrankheiten, sondern die Ermöglichung von Gesundheit und die Wahl von Merkmalen in den Vordergrund gestellt. Die Selbstbestimmung des Individuums (durch Überwindung von Unzulänglichkeiten der 'Natur') wird als möglich dargestellt (S. 107). Bock von Wülfingen analysierte Beiträge von Reproduktions- und Gentechnologien befürwortenden und in diesen Bereichen tätigen 'Expert/-innen' in deutschsprachigen Populärmedien aus dem Zeitraum von 1995 bis 2003. Diese unterzog sie einer Diskurs- und Metaphernanalyse und bekam durch ihren Fokus auf die Befürwortung von Reproduktions- und Gentechnologien sich zuspitzende Erwartungshaltungen in den Blick. Interessant ist Bock von Wülfingens Arbeit für all diejenigen, die den Horizont bisheriger Debatten um Reproduktions- und Gentechnologien erweitern möchten.

Vollständige Rezension unter: http://www.querelles-net.de/2007-23/text23voss_bock_von_wuelfingen.shtml

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