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Der Aufsatz wurde zuerst veröffentlicht in und ist zitierbar als: Voß, Heinz-Jürgen (2017): In linken Kontexten haben wir nicht dazugelernt: Die antisemitische und rassistische Beschneidungsdebatte wäre heute noch genauso möglich. ZAG – antirassistische Zeitschrift, Nr. 74 (Juli 2017). Hier ist er als PDF-Datei online.

Hinweis: Update-Hinweise am Ende des Beitrags.

 

In linken Kontexten haben wir nicht dazugelernt – die antisemitische und rassistische Beschneidungsdebatte wäre heute noch genauso möglich
Heinz-Jürgen Voß

Noch 2012 hatten sich Linke massiv und unreflektiert an der antisemitisch und rassistisch geführten Beschneidungsdebatte beteiligt. Heute ist einigen klarer, dass es die christlich-atheistische Dominanzkultur zu reflektieren gilt, aber diese Einsicht ist inhaltlich kaum unterfüttert und steht vielfach auf tönernen Füßen. Darum soll es in diesem Beitrag gehen. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der problematischen Haltung der jungle world in der Debatte 2012 und auf einem aktuellen Positionspapier des Bundesforums Männer liegen. Weiterlesen

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Die Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (Resolution 1952 (2013)) ist sehr problematisch - und sie war schon in ihrer Erstellung von dem Interesse geleitet, die deutsche (Vorhaut-)Beschneidungsdebatte auf anderer Ebene fortzuführen. Das geht schon aus der Pressemitteilung hervor, die die Initiatorin der Resolution – Marlene Rupprecht (SPD) – verfasste. Bereits der Titel zeigt das eigentliche Interesse: „Parlamentarische Versammlung des Europarates diskutiert über Beschneidung“ schreibt Rupprecht, um erst später im Text – nachgeordnet – auch Intersexuelle einzubeziehen. (http://www.marlene-rupprecht.de/index.php?nr=55527 ) Continue reading “Problematischer Beschluss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (Resolution 1952 (2013)): Instrumentalisierung von Intersexuellen für andere Interessen” »

Das Buch "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" wurde im Dezember 2012 im Berliner Allmende e.V. - Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur vorgestellt. Es ergaben sich dort gute Diskussionen. Der Beitrag "Eine Tradition im Fokus" auf der Plattform Mulimische Stimmen - Unabhängiges Projekt für Pluralismus und Austausch gibt nun einen guten Bericht von der Diskussionsveranstaltung, der hier nachzulesen ist.

Nach den würdigenden Rezensionen in Rosen auf den Weg gestreut ("Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind.” (PDF-Volltext) und in ZAG – Antirassistische Zeitschrift (Heft 63, hier bestellbar) wurde das Buch "Interventionen gegen die deutsche 'Beschneidungsdebatte'" auch an anderer Stelle sehr positiv aufgenommen:

Antke Engel hat in der Zeitschrift “femina politica” einen sehr lesenswerten Beitrag zur deutschen Debatte um die Vorhautbeschneidung verfasst. Im Beitrag geht Engel auch deutlich auf das Buch “Interventionen gegen die deutsche ‘Beschneidungsdebatte’” ein – dazu ein kurzer Ausschnitt: “Hinsichtlich der Frage, wie die rassistischen Prämissen und Implikationen der bisherigen Beschneidungsdebatte mit Vorstellungen normativer Heterosexualität und rigider Zweigeschlechtlichkeit verknüpft sind, haben Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter mit ihrem Band ‹Interventionen gegen die deutsche Beschneidungsdebatte› (2012) bereits verschiedene interessante Vorschläge präsentiert. [...] Neben einer Analyse der in der Debatte wirksamen rassistischen Subjekt- und Gesellschaftsideale und der Macht- und Herrschaftsinteressen beteiligter Subjekte liefert der Band auch pointierte geschlechterpolitische Verweise” Die Zeitschrift kann hier bestellt werden.

Auf Die Freiheitsliebe – Freihheit und Frieden heißt es unter anderem zum Buch: “Das Buch ist eine wichtige Intervention in eine Debatte, die auch in fortschrittlichen Kreisen zu viel Verwirrung führte und bewusst oder auch unbewusst auch bei einigen fortschrittlichen ZeitgenössInnen rassistisches Gedankengut offenbarte. Die Intervention ist auch mehr als ein Jahr nach Beginn der Debatte noch sehr lesenswert, da sie viel darüber verrät wie Diskussionen in der Gesellschaft geführt werden und wie Medizin als Argument missbraucht wird.” zur ganzen Besprechung

In den Zeitschriften ZAG - Antirassistische Zeitschrift und Rosen auf den Weg gestreut sind Besprechungen des Buches Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte" erschienen - hier kurz verlinkt:

In Rosen auf den Weg gestreut heißt es: "Mit Adorno, Horkheimer und Foucault arbeiten die Autoren die christliche Prägung des Konzepts der Religionsfreiheit, wie sie gegen die Beschneidung in Anschlag gebracht wird, heraus und kritisieren den normativen Anspruch der Wissenschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. Im Alltag schlägt sich dieser in einem nicht nur fach-idiotischen Expertentum nieder [...]. Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind. Interventionen, die sich – auch wenn diese Debatte vorläufig vorbei ist – lohnen." (PDF-Volltext des insgesamt sehr empfehlenswerten Heftes)

ZAG – Antirassistische Zeitschrift bietet in Nummer 63 eine doppelseitige Schwerpunkt-Rezension von Andreas Nowak. Sie widmet sich zum Schluss den "Beschneidungsgegner_innen" und fragt: "Was erhoffen sie sich durch die Abwertung anderer für sich selbst und welche Angebote machen sie an die Dominierenden und die Dominierten. Letztlich bleibt die Frage – und das ist die Gefahr – wie ihre Argumente in den dominanten Diskurs eingespeist werden und sich mit diesem amalgamieren, so dass diese Debatte womöglich nicht nur ein Sommertheater war, sondern eine tiefer greifende Veränderung der Diskurse und der Machtverteilung zuungunsten emanzipativer Kräfte bedeutet." Das Heft kann hier bestellt werden.

Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen.

Es sind zwei weitere Rezensionen erschienen, eine zu "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte" in der Zeitschrift der Österreichischen HochschülerInnenschaft unique und eine zu "Intersexualität - Intersex: Eine Intervention" in Querelles-net - Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung:

Hagen Blix schreibt in der unique (4/2013): "Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen 'Zivilisierungsmission' durchdrungen. [...] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der 'Wissenschaftlichkeit' der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn." zur vollständigen Rezension.

Übersicht über die weiteren Rezensionen zu "Interventionen gegen die deutsche 'Beschneidungsdebatte'".

Simone Emmert schreibt: "Die Intervention zu Intersexualität – Intersex erweist sich als ein kleines, aber feines Buch, das einen gelungenen Einstieg in die aktuelle politische Debatte gibt. Als besonders wertvoll lassen sich der Überblick und die Diskussion um die Ergebnisse der sogenannten Outcome-Studien ansehen; hieraus wird deutlich abgeleitet, dass geschlechtszuweisende chirurgische und/oder hormonelle Eingriffe intersexen Menschen eher schaden als nützen. Voß gibt damit eine der ersten wenigen publizierten kritischen Stellungnahmen aus wissenschaftlicher Aktivensicht ab. Das Buch ist flüssig und leicht verständlich geschrieben und macht Lust, sich weiter in das noch immer sehr konfliktbeladene und emotionale Thema um den Kampf auf Selbstbestimmung sowie um Respekt, Toleranz und Anerkennung von Vielfalt und Verschiedenheit einzulesen." Querelles-net (2/2013), zur vollständigen Rezension.

Übersicht über erschienene Rezensionen zum Buch "Intersexualität - Intersex: Eine Intervention".

Wider besseres Wissen finden sich heute - es jährt sich das Urteil des Kölner Landgerichts, das im vergangenen Jahr für so viel Kontroverse sorgte - in größeren Tageszeitungen und übrigen Medien weiterhin fehlerhafte Informationen zu den medizinischen Fragen rund um die Vorhautbeschneidung bei Jungen. Daher haben sich Dr. Matthias Zaft und ich (Dr. Heinz-Jürgen Voß) entschlossen, die Publikation eines zur Veröffentlichung vorgesehenen Beitrags vorzuziehen: Der (medizinethische) deutsche Diskurs über die Vorhautbeschneidung.

Während sich der vollständige Beitrag als pdf-Datei unter diesem Link findet, werden im folgenden Auszug - Kapitel 2 des Aufsatzes - insbesondere medizinische und medizinethische Stimmen zur Frage der Vorhautbeschneidung dargestellt und dabei auch personelle Verbindungslinien zwischen juristischem und medizinischem Diskurs nachgezeichnet (die Quellenangaben finden sich in der pdf-Datei; dort wurden auch einige Passagen deutlicher hervorgehoben).

2. Politische und medizinische Reaktionen
Die Reaktionen aus verantwortlichen politischen Kreisen – insbesondere den Bundestagsfraktionen – waren deutlich und unaufgeregt. Im Juli äußert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel klar: „Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in dem Juden nicht ihre Riten ausüben können. Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation“ (vgl. Spiegel 2012). Selbst Alice Schwarzer, seit den letzten Jahren oft mit rassistischen Positionierungen gegen Muslima aufgefallen, nimmt in dieser Frage eine klare Position für die Religionsfreiheit von Muslim_innen und Jüd_innen ein: „Die Verurteilung der männlichen Beschneidung halte ich für eine realitätsferne politische Correctness.“ Im Weiteren hebt sie die gesundheitlichen Vorteile der Vorhautbeschneidung hervor: „Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten. Und das nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen, sondern auch aus hygienischen. Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.“ (Schwarzer 2012)
Wichtige medizinische Kreise zeigten sich von dem Urteil erschüttert. Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery beurteilte das Urteil des Kölner Landgerichts als „für die Ärzte unbefriedigend und für die betroffenen Kinder sogar gefährlich“. Der Bundesverband der deutschen Urologen und – in gleichem Wortlaut – die Deutsche Gesellschaft für Urologie erklärte mit ähnlicher Sichtweise wie Montgomery und unter Verweis auf die begrenzte Reichweite des Kölner Urteils:

„Es handelt sich hier um eine sogenannte Güterabwägung, wobei das Gericht in der Urteilsbegründung selbst einräumt, dass auch die gegenteilige Auffassung vertretbar sei. Ein Gericht in München oder Hamburg könnte denselben Sachverhalt also durchaus anders bewerten. […] Endgültige Rechtssicherheit können nur ein höchstrichterliches Urteil oder der Gesetzgeber herbeiführen. […] Bei der Diskussion darüber, ob zukünftig rituelle Beschneidungen durch Ärzte rechtssicher durchgeführt werden können, sollte auch der Aspekt berücksichtigt werden, dass man rituelle Beschneidungen durch Gerichtsurteile in Deutschland nicht einfach abschaffen kann. Damit besteht die konkrete Gefahr, dass rituelle Beschneidungen vermehrt von medizinischen Laien durchgeführt werden.“ (DGU 2012, Juli) Continue reading “7. Mai: Ein Jahr nach dem Urteil des Kölner Landgerichts zur „Vorhautbeschneidung“ – der medizinethische Stand der Debatte” »

Es sind einige neue Besprechungen der Bücher "Biologie & Homosexualität", "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" und "Geschlecht: Wider die Natürlichkeit" erschienen. Hier kurze Auszüge und Verlinkungen:

In der Münster'schen Zeitschrift für Lesben "Lexplosiv" wurde das Buch "Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext" rezensiert. Die Autor_in folgert:
"Das im handlichen Format erschienene Buch beleuchtet auch für Laien verständlich die Hintergründe der verschiedenen Theorien, erklärt die Zusammenhänge und stellt die immer noch starren gesellschaftlichen Geschlechterkategorien zu Recht in Frage. Und wer sich näher mit dem Thema befassen möchte: am Ende des Buches gibt es eine ausführliche Literaturliste." Lexplosiv, Nr. 44, S.17;

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

In Stimme - Zeitschrift der Initiative Minderheiten besprach Petra M. Springer "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" und schreibt unter anderem:
"Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich anti muslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus." Petra M. Springer, in: Stimme - Zeitschrift der Initiative Minderheiten, Nr. 86, S.33; zur Zeitschrift.

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Infos zum Buch gibt es hier.

Stefan Wallaschek rezensierte auf dem Soziologieblog das Buch "Geschlecht: Wider die Natürlichkeit". In der Besprechung heißt es unter anderem:
"Damit lässt sich Voß‘ Einführungswerk einerseits in die aktuelle (konstruktivistisch-geprägte) Debatte um die Interdependenz von sex und gender einordnen: Keines von beidem ist vorgelagert, sondern beide Kategorien konstruieren sich gegenseitig und unterliegen zudem einem Bedeutungswandel [...]. Andererseits ebnet er mit seiner geschlechtssensitiven Analyse der bio-medizinischen Erkenntnisse den Weg für weitere sozialwissenschaftliche Forschung im Bereich der Foucault’schen Bio- und Genpolitik [...]. Hilfreich sind in dem Buch nicht nur die Schaubilder, sondern auch die sogenannten „Exkurse“: hervorgehobene Stellen, die entweder über einige Seiten Ausschnitte aus Originaltexten wiedergeben, biografische Inhalte präsentieren oder tiefergehende Kritik an einflussreichen Studien äußern. Zusammen mit kurzen Weiderholungen der bisherigen Aussagen des Buches am Anfang jedes größeren Kapitels wird damit der Textfluss belebt und die Verständlichkeit, vor allem für Einsteiger_innen, erhöht. Durch die zahlreichen Verweise auf Originalquellen und Schriften aus der Praxis von z. B. queer-feministischen Gruppen lohnt sich das Lesen auch für Fortgeschrittene und regt an, sich mit diesen weiter auseinanderzusetzen und ihr_sein Wissen praktisch anzuwenden." Stefan Wallaschek, Soziologieblog, 23.4.2013, hier im Volltext online;

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "analyse & kritik" (Februar 2013) hat Lisa Krall "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" besprochen. Krall schreibt unter anderem:

"Die drei AutorInnen liefern eine kritische Analyse und Hintergrundinformationen zu der Debatte, die von antimuslimischen und antisemitischen Tendenzen sowie Unwissen über Vorhautbeschneidungen geprägt war. [...] Bleibt zu hoffen, dass sich eine kritische Auseinandersetzung gemäß dem Wunsch der AutorInnen über die Fachkreise hinaus etabliert - ein Blick in den kleinen Band lohnt sich dafür allemal." Zur vollständigen Rezension.

Übersicht über die weiteren erschienenen Rezensionen.

Der "Humanistische Pressedienst" hat - wie zu erwarten - mit anderer Sicht, aber dennoch sehr zur Lektüre einladend und mit Verlinkung auf den "religionskritischen" Online-Shop "Denkladen - Bücher fürs Diesseits", das Buch "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" besprochen. In seiner Rezension mit dem Titel „Religionskritik als Sprachrohr des Rassismus“ schreibt Gunnar Schedel unter anderem:

"Heinz-Jürgen Voß setzt sich mit der „medizinischen Basis“ der Debatte auseinander. Er erörtert anhand zahlreicher Studien die Empfindungsfähigkeit des Penis nach einer Beschneidung sowie die Folgen für das Infektionsrisiko [...]. Insgesamt überwögen die Vorteile einer Zirkumzision die Nachteile. Ob die Zahlen in dieser Form stimmen, ist für Nichtfachleute nur mit größerem Aufwand zu überprüfen. [...] Voß’ Argumentation [bereichert] mit seinem kritischen Blick auf die Auseinandersetzung um „medizinische Definitionsmacht“ die Debatte. [...] Çetin & Wolter gehen davon aus, dass die ganze Kontroverse von „einem ehrgeizigen Juristen, der sich einen Namen machen wollte“, lanciert wurde. Indem die Beschneidung in Frage gestellt werde, habe dies für Juden und Muslime zur Folge, „entweder illegal zu handeln oder das Land zu verlassen“. Die ganze Diskussion sehen sie als „neue Eskalationsstufe des Diskurses der ‘Integration’“, der darauf hinauslaufe, „dass die Realität von Migration in Deutschland nichts zu suchen habe“. [...] [Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter] operieren mit dem Begriff des „Antimuslimischen Rassismus“, halluzinieren homogene Kollektive und gehen von der Identität von Muslim/in und Migrant/in aus. Welch bizarre Blüten das Denken in diesen Kategorien hervorbringt, zeigt das im aktuellen Heft der Zeitschrift konkret veröffentlichte Interview mit dem Sozialwissenschaftler Vassilis Tsianos." Zur vollständigen Rezension: http://hpd.de/node/14968

Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen.

Das Buch "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" ist überall im Buchladen und beim Verlag Edition Assemblage erhältlich.