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Am 14. September 2026 startet in Leipzig der nächste Durchgang der Fortbildung Systemische Männerberatung. Noch ist die Anmeldung möglich - es ist die Möglichkeit, sich zum*zur versierten Männerberater*in fortbilden zu lassen!

Viele Männer kommen spät in Beratung. Manche erst dann, wenn die Krise schon sehr groß ist. Andere finden gar nicht erst den Zugang, weil sie gelernt haben, vieles mit sich allein auszumachen. Genau hier braucht es Fachkräfte, die Männer in ihrer Lebensrealität ernst nehmen, ohne alte Rollenbilder zu bestätigen. Die Fortbildung richtet sich an Menschen aus Beratung, Therapie, Pädagogik, Sozialer Arbeit und angrenzenden Berufsfeldern – ausdrücklich auch an Frauen, die in ihrer Arbeit Männer beraten und begleiten. Ausführliche Infos und Anmeldung: hier; darüber hinaus gibt es hier ein Handbuch und hier einen Podcast zur Männerberatung-Fortbildung!

Am 1.12.2025 in der Ringvorlesung „Sexualität und Soziale Arbeit“:

Kriegsdienstverweigerung, Männlichkeit und Wehrpflicht – Ursprung und aktuelle Handlungsmöglichkeiten - Aufgaben für die soziale Arbeit

Die Einführung der Wehrpflicht prägte und prägt ganze Generationen (vor allem) junger Männer bis heute, allerdings nicht klassenlos einheitlich. Ralf Buchterkirchen geht der Frage nach, welche Auswirkungen die allgemeine Wehrpflicht auf Gesellschaft hat(te) und wie sie sich in der Bundesrepublik (und der DDR) darstellte. Welchen Einfluss hat(te) der Zwangsdienst auf Rollenverständnis und Männlichkeitsentwürfe? Ausführlich wird auf das neue Wehrdienstmodernisierungsgesetz eingegangen und werden Wege zur Verweigerung und zur entsprechenden Verweigerungsberatung aufgezeigt.

Ralf Buchterkirchen, Jahrgang 1975 ist SAP HCM Senior Consultant ans Software Developer. Er ist aktiv in der Deutschen-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und forscht ausgehend von wegen Desertion und "Wehrkraftzersetzung" hingerichteten deutschen Soldaten Zweiten Weltkrieg zu Desertion, Militär und Männlichkeit. Relevante Publikationen u.a.: „ ‚… und wenn sie mich an die Wand stellen‘ – Desertion, Wehrkraftzersetzung und ‚Kriegsverrat‘ von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945“; „‚Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen…‘ – Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945“. Infos zu den Büchern.

Informationen und Zugangslink: hier.

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Zuerst veröffentlicht und zitierbar als: Voß, Heinz-Jürgen (2014): 'Der Mann' und Männlichkeiten in ihrer Einbindung in Herrschaftsverhältnisse. Swissfuture, 1 (2014): 29-31. Hier als pdf-Datei.

 

‚Der Mann‘ und Männlichkeiten in ihrer Einbindung in Herrschaftsverhältnisse
Heinz-Jürgen Voß

Bei der Frage nach „der Zukunft des Mannes“ muss man sich allererst fragen: Wer ist denn eigentlich ‚der Mann‘. Wo kommt er her? ‚Der Mann‘, wie er auch heute – noch immer, bei allen Veränderungen – verhandelt wird, stellt lediglich ein geronnenes Ideal dar. Gefüllt mit vielfältigen Vorstellungen, ist dieses Konzept der bürgerlichen Gesellschaft stets labil gewesen und wurde nur einigermaßen fest in ein Herrschaftssystem aus Rassismus, Geschlecht und Klasse eingewoben. Gleichwohl scheint es zunehmend an seiner Grundanlage zu scheitern: Die vielfältigen Lebensweisen, die individuellen Unterschiede in Merkmalen, in ‚Stärken‘ und ‚Schwächen‘ scheinen sich immer schwieriger in das klare Muster ‚Mann‘ fügen zu wollen. Heute ist von Flexibilisierung und Individualisierung der Lebensweisen die Rede, es wird von der Pluralform, von ‚den Männlichkeiten‘ statt ‚der Männlichkeit‘, gesprochen. ‚Der Mann‘, erst durch Kategorisierung und Kanonisierung bestimmter Merkmale (beim Weglassen anderer) und durch Disziplinierung und Zurichtung hergestellt, scheint zu verschwinden. Die Veränderung passt gut zu den sich wandelnden Anforderungen des im globalen Norden stärker dienstleistungsorientierten Kapitalismus.

Aufgekommen ist ‚der Mann‘ mit der modernen bürgerlichen, der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Als es darum ging, ob auch Frauen, Juden, Menschen aus dem Proletariat und die Kolonialisierten Menschenrechte erhalten sollten, blieb eine Personengruppe unbenannt, für die diese Rechte nicht in Frage stand. Es waren die weißen und bürgerlichen europäischen Männer. Ihre privilegierte Position in der Gesellschaft, ihre öffentliche Präsenz, ihre Werte präg(t)en in besonderem Maße die modernen Gesellschaften und füll(t)en – gerade in Abgrenzung gegenüber anderen Menschen – die Vorstellung davon, was denn ‚der Mann‘ sei.Weiterlesen » » » »