4. Mai, Merseburg: Präsentation des „Dritten deutschen Männergesundheitsbericht – Sexualität von Männern“ – Publikums- und Pressegespräch

Sehr gern weise ich auf die Vorstellung des “Dritten deutschen Männergesundheitsberichts – Sexualität von Männern” am 4. Mai 2017 in Merseburg hin. Bereits am Tag zuvor findet die Bundespressekonferenz in Berlin (Haus der Pressekonferenz) statt.

Kurzfassung des Inhalts der Veranstaltung:
# Zeit: 4. Mai, 14:30 – 17:00 Uhr
# Ort: Foyer des Gartenhauses, Hochschule Merseburg (Eberhard-Leibnitz-Str. 2, Merseburg)

Vorstellung des von der Stiftung Männergesundheit in Kooperation mit der Hochschule Merseburg herausgegebenen Berichts, der interdisziplinär ist und Sexualität positiv betrachtet. Der Vielfalt von Sexualität und von Männlichkeiten wird Rechnung getragen. Bei der Veranstaltung findet u.a. statt:

* Grußwort der Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des
Landes Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne;
* Einordnung des Männergesundheitsberichts durch die Referentin an
der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik des
Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
Katharina Scholz;
* Vorstellung des Männergesundheitsberichts durch die Herausgeber_innen
* Podiumsdiskussion zum Männergesundheitsbericht u. a. mit der
Fernseh-Moderatorin und Bestseller-Autorin Ann-Marlene Henning, dem Bildungsreferenten für Jungen*arbeit Michael Ney und Prof. Dr. Harald Stumpe.

Die Langfassung der Einladung mit vollständigem Programm findet sich hier.
Der “Dritte deutsche Männergesundheitsbericht” erscheint beim Psychosozial-Verlag und ist ab Ende April 2017 überall im Buchhandel erhältlich.

Presseresonanz und Rezensionen zum Bericht finden Sie hier verlinkt.

1.11., Hochschule Merseburg: “Physik queer denken” – Vortrag von Prof. Dr. Helene Götschel im Rahmen der Ringvorlesung FEMPOWER „Technik und Geschlecht“

Nach dem gelungenen Auftakt mit Hrn. Dr. Vobker im Oktober, findet am 1.11.2016 (Beginn 16:30 Uhr) an der Hochschule Merseburg (Theater am Campus) die zweite Veranstaltung der Ringvorlesung FEMPOWER „Technik und Geschlecht“ statt.

Zu Gast ist die Physikerin Prof. Dr. Helene Götschel. In ihrem Vortrag „Physik queer denken“ zeigt sie, wie sich gesellschaftliche Fragestellungen in Kontexten der Physik wiederfinden lassen. „Queer“ ist dabei im Sinne geschlechtlicher und sexueller Vielfalt und Offenheit zu verstehen. Götschel führt aus, dass sich Queer Theory nicht nur in den Wissenschaften vom Menschen, wie den Sozialwissenschaften oder der Biologie, anwenden lasse. Vielmehr mache es Sinn, grundsätzlich die Denkmuster Zweigeschlechtlichkeit und heteronormative Matrix zu erkennen. Dies ermöglicht, Physik queer zu denken, d.h. zu hinterfragen, wie diese eingeschränkten Denkmöglichkeiten unsere Weltbilder, unsere Vorstellungen der unbelebten Natur prägen. Was darunter zu verstehen ist und wozu es gut sein soll, Physik queer zu denken, wird im Vortrag anhand von Beispielen diskutiert. Beginn der Veranstaltung ist um 16:30 Uhr, im Theater am Campus (im Hauptgebäude der Hochschule).

Prof. Dr. Helene Götschel: Die studierte Physikerin ist Maria-Goeppert-Mayer Professorin für Gender in Ingenieurwissenschaften und Informatik an der Fakultät für Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik der Hochschule Hannover.

*Als weitere Veranstaltungen sind bereits fest:* Dr. Waltraud Ernst (15.12.2016, 16:30 Uhr, Vortrag: „Geschlecht und maschinelle Interaktion“) und Dipl.-Inf. Göde Both (17.1.2016, 16:30 Uhr, Vortrag: „Mensch-Maschine-Konfigurationen: Ist autonomes Fahren die ‚Entmannung des deutschen Autofahrers‘?“).

Das Projekt FEMPOWER, das neben der Ringvorlesung auch Maßnahmen zur Förderung von Promotionen von Frauen beinhaltet, wird aus Fördermitteln der Europäischen Union finanziert. Federführend liegt das Projekt bei der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule Merseburg, der Ingenieurin Kathrin Stritzel; die Ringvorlesung wird inhaltlich und organisatorisch in Kooperation mit Andreas Kröner (HoMe-Akademie) und Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Fachbereich Soziale Arbeit. Medien. Kultur) durchgeführt.

Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung – alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

FEMPOWER: Ringvorlesung „Technik und Geschlecht“ startet am 18. Oktober an der Hochschule Merseburg

Um Technik und Geschlecht geht es ab dem 18. Oktober an der Hochschule Merseburg (Theater am Campus). Dort startet eine Ringvorlesung, die für Studierende aller Fachbereiche und für die interessierte Öffentlichkeit, offen ist. Studierende einiger Fachbereiche können bei der Veranstaltung Credit points erhalten und sich im Studium anrechnen lassen.

vobker_automobil_geschlecht_Den Auftakt in der Reihe macht am 18. Oktober Dr. Marc Vobker mit dem Vortrag: Automobil und Geschlecht. Explorative Analysen jenseits stereotyper Zuschreibungen. Mit Blick auf sein gleichnamiges Buch, das er im renommierten Springer-Verlag veröffentlicht hat, untersucht Vobker im Vortrag das Auto jenseits seiner Eigenschaft als Transportmittel, insbesondere im Zusammenhang mit Geschlecht. Dabei versteht er Geschlecht in drei Hinsichten: 1.) als Sozialstrukturkategorie: Ähnlich wie Einkommen und Bildung beeinflusst das Geschlecht die Möglichkeiten und Muster des Handelns. 2.) im Hinblick auf Zuschreibungen: Geschlecht wird als Ansammlung gesellschaftlicher Zuschreibungen verstanden. Und 3.) in Bezug auf Identitätskonstruktion: Diese Zuschreibungen werden von Individuen herangezogen, um Aussagen darüber zu machen, wie Geschlecht und Automobil bei Ihnen selbst zusammenhängen. Beginn der Veranstaltung ist um 16:30 Uhr, im Theater am Campus (im Hauptgebäude der Hochschule).

An den folgenden Terminen sind Prof. Dr. Helene Götschel (1.11.2016, 16:30 Uhr, Vortrag „Physik queer denken“), Dr. Waltraud Ernst (15.12.2016, 16:30 Uhr, Vortrag: „Geschlecht und maschinelle Interaktion“) und Dipl.-Inf. Göde Both (17.1.2016, 16:30 Uhr, Vortrag: „Mensch-Maschine-Konfigurationen: Ist autonomes Fahren die ‚Entmannung des deutschen Autofahrers‘?“) an der Hochschule Merseburg zu Gast. Zwei weitere Termine werden von Studierenden der Hochschule gestaltet.

Das Projekt FEMPOWER, das neben der Ringvorlesung auch Maßnahmen zur Förderung von Promotionen von Frauen beinhaltet, wird aus Fördermitteln der Europäischen Union finanziert. Federführend liegt das Projekt bei der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule Merseburg, der Ingenieurin Kathrin Stritzel; die Ringvorlesung wird inhaltlich und organisatorisch in Kooperation mit Andreas Kröner (HoMe-Akademie) und Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Fachbereich Soziale Arbeit. Medien. Kultur) durchgeführt.

Nachfragen zur Ringvorlesung bitte an: heinz-juergen.voss@hs-merseburg.de .

Buch zum 100. Geburtstag der 1. Rektorin: “Lieselott Herforth: Die erste Rektorin einer deutschen Universität” (von Waltraud Voss)

Buch_Lieselott_Herforth_Die erste Rektorin einer deutschen Universität wird nun erstmals mit einem Buch gewürdigt. Es handelt sich um die Kernphysikerin Lieselott Herforth, die – bundesweit betrachtet(!) – die erste Rektorin war und zwar an der TU Dresden. In diesem Jahr hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Noch heute wird mit ihrem Handbuch “Praktikum der Radioaktivität und Radiochemie” (veröffentlicht gem. mit H. Koch) an zahlreichen Hochschulen in der ganzen Bundesrepublik Strahlenschutz gelehrt.

Herforth war zuvor übrigens an der Hochschule (TH) in Merseburg; auch die heutige Hochschule Merseburg (FH) weist attraktive technische Studiengänge auf (für soziale und kulturell-mediale, aber auch betriebswirtschaftliche und informatische gilt das ebenso).

Die weiteren Informationen zum Buch:

Lieselott Herforth: Die erste Rektorin einer deutschen Universität
von Dr. rer. nat. et phil. habil. Waltraud Voss

# Bielefeld: Transcript Verlag, Reihe: Gender Studies
# 324 Seiten, 29,99 Euro
# ISBN: 978-3-8376-3545-4
# Informationen und Bestellmöglichkeit: http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3545-4/lieselott-herforth . Das Buch kann ab sofort überall im Buchhandel bezogen werden.

Anfragen für ein Rezensionsexemplar gern an den Verlag ( presse@transcript-verlag.de ) oder direkt an Dr. habil. Waltraud Voss ( waltraud-voss@arcor.de , http://www.waltraud-voss.de/ ). Da im September auch der 100. Geburtstag von Professorin Herforth ansteht, könnte sich auch eine Veranstaltung anbieten.

Merseburg, 14. Juni 2016: “Attacke von Rechts – Wie reagiert die Wissenschaft?”

Die folgende Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungswoche des „Bündnis gegen Rechts“ gegen den Neonazi-Aufmarsch am 18. Juni. In der Veranstaltungswoche wird für Toleranz und Akzeptanz geworben und werden rechte Entwicklungen kritisch diskutiert. Mehr Informationen auf: https://merseburggegenrechts.wordpress.com .

Attacke von Rechts – Wie reagiert die Wissenschaft?
# Zeit: Dienstag, 14. Juni 2016, 15:00 bis 17:00 Uhr
# Ort: Hochschule Merseburg, Gartenhaus (Eberhard-Leibnitz-Str. 2, Merseburg)
# Referent_innen: Andreas Kemper, Heinz-Jürgen Voß, Jennifer Stange

Seit einigen Jahren werden Wissenschaften in immer stärkerem Maße von rechtspopulistischen und rechtsextremen Zusammenhängen angegriffen. In der Kritik stehen gerade Erkenntnisse, die sich nicht auf dem ersten Blick dem Alltagsverständnis erschließen. Könnte man davon ausgehen, dass es gerade der Zweck wissenschaftlichen Arbeitens ist, Neues zu schaffen, so steht dieses Selbstverständnis aktuell in Frage. Wie reagiert die Wissenschaft?

Am 14. Juni wird diese Frage an der Hochschule Merseburg diskutiert. Nach drei kurzweiligen Impulsen wird gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. In dem eröffnenden Vortrag „Pegida, Neue Rechte und AfD“ zeigt der Soziologe Andreas Kemper, wie sich seit der Sarrazin-Debatte eine neurechte Bewegung in Deutschland formiert hat, die gerade im Osten Deutschlands auch parteiförmig auftritt. Andreas Kemper beobachtet diese Bewegung und untersucht, wie neoliberale, christlich-fundamentalistische und faschistische Ideologien der Ungleichheit ineinandergreifen. Er gibt Anregungen, wie Wissenschaft reagieren könnte.

Im Anschluss daran erläutert der Merseburger Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß die Angriffe, denen zuletzt die Geschlechterforschung und die auf Toleranz gegenüber sexueller Selbstbestimmung zielende Sexualpädagogik ausgesetzt waren. Die Attacken gingen bis hin zu Diffamierungen gegen einzelne Wissenschaftler_innen. Heinz-Jürgen Voß erläutert die Gegenstrategien, die von den Wissenschaftler_innen ergriffen wurden und er weist selbstkritisch darauf hin, dass es für Wissenschaft nötig ist, stets und möglichst verständlich zu erläutern, was sie denn tut.

In dem abschließenden Input regt die Leipziger Journalistin Jennifer Stange auch zu einem selbstkritischen Blick an. Auch die Geschlechterforschung und Sexualpädagogik müssten sich kritisch befragen lassen. Gleichzeitig stelle sich die Frage, ob denn die Wissenschaft gerade genug gegen rechte Entwicklungen tut. Wie kann Wissenschaft reagieren, fragt auch sie.

Die knappen Impulse, die jeweils auf 20 Minuten begrenzt sind, eröffnen die Diskussion mit dem Publikum. Heinz-Jürgen Voß geht dabei in die Position der Moderation, während Andreas Kemper und Jennifer Stange kritisch mit dem Publikum diskutieren.

Alle Interessierten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos.

Katalog sexualwissenschaftlicher und sexualpädagogischer Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote (Hochschule Merseburg)

Im Kontext der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprofessur und des geförderten Forschungsprojektes “Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung” und in Zusammenarbeit mit der Weiterbildungsagentur der Hochschule Merseburg ist ein regional fokussiertes Angebot an Fortbildungen und Weiterbildungen im sexualwissenschaftlichen und sexualpädagogischen Bereich auf den Weg gekommen.

Das Angebot versteht sich als Ergänzung bestehender Angebote und es soll dazu beitragen, dass Sexuelle Bildung endlich als unbedingtes und flächendeckendes Kernthema wahrgenommen wird, das unbedingter Bestandteil der Ausbildung/des Studium für Lehramt, Soziale Arbeit, Pflege- und Erziehungsberufe sein muss – und ebenso in Fort- und Weiterbildung. Wir haben die Möglichkeit, dass Fachkräfte professionell und ausgebildet mit der Sexualität ihrer Klient_innen und Adressat_innen umgehen oder ohne entsprechende Ausbildung, wodurch vermeidbare Fehler entstehen und eigene Normen unhinterfragt bleiben können.

Im Folgenden die Angebote der Hochschule Merseburg:

Übersicht: http://www.hs-merseburg.de/weiterbildung/zertifikatskurse/sexualwissenschaftliche-fort-und-weiterbildungsangebote/

Angebotsbroschüre: http://www.hs-merseburg.de/fileadmin/redaktion/Weiterbildung/Home_Sexualwissenschaftliche_Fort-_und_Weiterbildungsangebote.pdf

Für Fragen stehen Prof. Dr. em. Harald Stumpe und Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß gern zur Verfügung.

Wenn die Rechtsextremen schon regieren – bevor sie regieren

Bei der Wahl der Parlamentsvize in Sachsen-Anhalt kam es zum Eklat. Während die AfD bereits im ersten Wahlgang ihren Kandidaten durchsetzen konnte und dabei offenbar von Stimmen der CDU gestützt wurde, verhinderte genau jene CDU – die in ersterem Fall von einem demokratischen Akt sprechen würde -, den Kandidaten der Partei Die.Linke.

Hier scheint sich Nähe auszudrücken, die in den letzten Tagen bereits aus einer “CDU-Basis” zu hören war. So gab der ehemalige und langjährige Kreisvorsitzende der CDU Saalekreis Jürgen Ruscher – der noch immer Kreistagsmitglied ist – kund, dass die CDU eine Minderheitenregierung mit Tolerierung durch die AfD bilden sollte. Im Interview mit der MZ (“Mitteldeutsche Zeitung”) führte er in Bezug auf die Verbindungslinie zwischen CDU und AfD aus: “In einigen Punkten haben wir ähnliche Meinungen.” (MZ, 12.4.2016, S.7, Regionalausgabe Merseburg) Diese Übereinstimmungen kann er nur in Bezug auf “Flüchtlingspolitik” sehen, vertrat doch die AfD im Wahlkampf quasi keine andere Position, als Zuspitzungen und Hetze gegen Geflüchtete. Dabei trug sie in Merseburg zu einem städtischen Klima bei, in dem auf einen Geflüchteten aus Somalia geschossen wurde und ein Geflüchteter aus dem Irak totgeschlagen wurde. Über Wochen versammelten sich tägliche Rechtsetremist*innen an einer eingerichteten Notunterkunft für Geflüchtete.

Der skandalöse Ablauf im Landtag Sachsen-Anhalt macht deutlich, dass die CDU bereits jetzt SPD und Bündnis 90/Die Grünen bedrohen möchte – sie deutet Koalition CDU/SPD/Grün an, blinkt aber gleichzeitig rechts und bietet sich der AfD an. Ein taktischer Erfolg für die AfD.

(An anderer Stelle darf man in der MZ leider auch Begriffe wie “Sozialschmarotzer” lesen. Es ist gerade eine ganz furchtbare Zeit, in der jedes bürgerliche, liberale, demokratische Grundverständnis verloren zu gehen scheint.)

Syrer*innen in Merseburg: Kundgebung gegen Gewalt an Frauen und für Solidarität mit Syrien – 16.1.2016

English translation below

Zeit:Samstag, 16.01.2016, 10:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Merseburg, Gotthardstraße (Höhe Große Ritterstraße)

Im Namen aller Syrerinnen und Syrer und der syrischen Geflüchteten:

Wir erklären unsere volle Solidarität mit den Opfern der Angriffe und
Belästigungen von Köln.

Wir sind beschämt von diesen widerwärtigen Verbrechen, die auch unsere Werte und
Normen verletzen, die auch unsere Traditionen und Gebräuche nicht widerspiegeln
und die gegen unsere religiösen Überzeugungen stehen. Continue reading “Syrer*innen in Merseburg: Kundgebung gegen Gewalt an Frauen und für Solidarität mit Syrien – 16.1.2016” »

Mensch in Merseburg totgeschlagen – und die AFD zündelt verbal munter weiter. Proteste gegen ihre Hetze am 11. Januar in Merseburg.

Gerade vor einigen Tagen wurde in Merseburg ein Mensch aus rassistischen Motiven totgeschlagen und fanden in Merseburg-West gewaltvolle Übergriffe der sogenannten ‘besorgten Bürger’ gegen Polizist_innen und die Geflüchtetenunterkunft statt. Nun will die AFD die Situation weiter anheizen. Auf Flugblättern hetzt sie weiter gegen Geflüchtete und veranstaltet eine Kundgebung in Merseburg, zu der sogar Björn Höcke, der bundesweit mit rassistischen Äußerungen bekannt gewordenen ist, auftreten soll. Die AFD bereitet mit ihrer Hetze gegen Geflüchtete verbal den Boden für weitere physische Gewalt.

Gegen die Hetze der AFD und ihre Kundgebung hat ein breites Bündnis Proteste angekündigt. Im Folgenden der Aufruf des Bündnisses:

Rechte Brandstifter entlarven – Rassisten entgegentreten
Proteste am 11. Januar, Merseburg

Am Montag, dem 11. Januar 2016 will die Alternative für Deutschland (AfD) in Merseburg gegen die Asylpolitik der Bundesregierung auf die Straße ziehen. Mit der Demonstration soll im Landtagswahlkampf weiter Stimmung gegen Geflüchtete emacht werden. In völliger Verkennung der Fakten erklärt die AfD die aktuelle Lage der Flüchtlingspolitik im Saalekreis zu einem „totalen Staatsversagen“.

Die Partei, die in Sachsen-Anhalt mit einem rechts-völkischen Programm zur Landtagswahl antritt, will Rassismus wieder salonfähig machen. Nach Merseburg kommen deshalb auch der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke und der inzwischen in den Saalekreis gezogene Hans-Thomas Tillschneider.Höcke hatte zuletzt mit kruder rassistischer Hetze bei einem Vortrag im neu-rechten Institut für Staatpolitik für einen Skandal gesorgt und organisierte in Erfurt wiederholt Demonstrationen gegen Geflüchtete. Tillschneider wiederum war Mitglied im Landesvorstand Sachsen und will nun auf Platz zehn der Landesliste in den Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen. Er war regelmäßiger Teilnehmer bei den islamfeindlichen Dresdener Pegida-Demonstrationen und als Berater für den noch gewalttätigeren Ableger – Legida – aus Leipzig tätig. Tillschneider macht Stimmung gegen Muslime und spricht dem Islam in Deutschland aufgrund seiner vermeintlichen Fremdheit ab, das Recht auf Religionsfreiheit gleichermaßen in Anspruch nehmen zu können. Auch Tillschneider verfügt über vielfältige Kontakte ins neu-rechte Lager. Gemeinsam repräsentieren die Redner zusammen mit der Merseburger AfD den extrem rechten Rand der Partei.

Die AfD wird bei ihrer Demonstration von denen unterstützt, die in Merseburg-West nahezu täglich und zum Teil gewalttätig gegen die Präsenz von Geflüchteten in einer Notunterkunft protestieren. Die AfD liefert mit ihren Parolen und ihrem Programm den braunen Morast, auf dem Brandstiftungen an Flüchtlingsunterkünften und Gewalt gegen Migrant*innen gedeihen. Als Merseburger Bündnis gegen Rechts treten wir dem Rassismus und der Islamfeindlichkeit der AfD entgegen. Wir lassen nicht zu, dass auf dem Rücken von in Merseburg und im Saalekreis lebenden Geflüchteten Wahlkampf für eine antidemokratische Partei gemacht wird.

Die Behauptungen der AfD, wir hätten es in der Flüchtlingskrise mit einem totalen Staatsversagen zu tun, weisen wir, gemeinsam mit den rund 2 300 im Saalekreis lebenden Geflüchteten zurück. In Merseburg und anderen Städten unseres Landkreises leben wir friedlich und ohne Probleme zusammen. In den letzten Monaten sind zudem viele Willkommensinitiativen entstanden, die im Alltag zu einer gelingenden Integration beitragen.

Wir treffen uns deshalb am Montag, dem 11. Januar 2016, 18:00 Uhr, in der Gotthardstraße in Merseburg (Höhe Große Ritterstraße), um gegen die AfD und ihren Rassismus zu demonstrieren.

BUCH: “Körperorientierte Ansätze für die Sexuelle Bildung junger Frauen” (Julia Sparmann)

Reihen-Umschlaggestaltung für den Psychosozial-Verlag, Gießen Info zu Hintergrund Raster-Bild: Raster für Fond: Covermotiv in Fläche von ca 25 x 25 cm einbauen und in Bitmap wandeln. Einstellung Bitmap: Halbtonraster 10 p per inch Winkel 45°Sehr gern weise ich auf die neue und innovative Publikation von Julia Sparmann “Körperorientierte Ansätze für die Sexuelle Bildung junger Frauen” hin, die gerade im Psychosozial-Verlag erschienen ist. Weitere Informationen finden sich unten. Rezensionsexemplare können direkt über den Verlag bezogen werden.

Julia Sparmann: Körperorientierte Ansätze für die Sexuelle Bildung junger Frauen

Verlag: Psychosozial-Verlag
113 Seiten, Dezember 2015, 16,90 Euro
ISBN-13: 978-3-8379-2519-7
Infos und Bestellmöglichkeit: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/2000_2130/products_id/2519

Klappentext:
Junge Frauen stehen mit ihrem Körpergefühl und sexuellem Erleben im Spannungsfeld individuell biografischer Erfahrungen und gesellschaftlicher Ideale. Sie besitzen in der heutigen Zeit ein ausgeprägtes Körperbewusstsein, doch statt körperlichen Wohlbefindens stehen oft kritische Selbstbewertung und Kontrolle im Vordergrund. Körperorientierte Methoden stärken über sinnlich-konkrete Selbsterfahrung die Körperwahrnehmung und erweitern sexuelle Fähigkeiten und Potenziale.

Julia Sparmann verbindet erprobte Methoden aus Körperpsychotherapien, dem sexualtherapeutischen Ansatz Sexocorporel und Tantra zu einem Konzept körperorientierter Herangehensweisen für die Sexuelle Bildung. Ressourcenorientiert werden die Hintergründe der Ansätze reflektiert und im Sinne einer emanzipatorischen Sexuellen Bildung modifiziert. Es wird deutlich, dass die Vermittlung der komplexen Zusammenhänge zwischen Atem, Muskeltonus und Bewegung sowie die Betonung eines achtsamen Körperzugangs dabei eine große Bereicherung darstellen.