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Vorankündigung, Buch: Queer und (Anti-) Kapitalismus

Im Herbstprogramm des Schmetterling-Verlags erscheint das Buch "Queer und (Anti-) Kapitalismus", von Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter, ISBN 3-89657-061-7 .
Die Vorankündigung beim Verlag findet sich hier.

Klappentext:
Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der ‹Einsatz für Frauen- und Homorechte› als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln.
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den ‹Eine-Welt›-Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?

Schlagworte:
Queer, Geschlecht, Sexualität, Rassismus, Kapitalismus, Antonio Gramsci, Gayatri Chakravorty Spivak, Samir Amin, Jacques Derrida

Biographische Notizen:
Heinz-Jürgen Voß ist antirassistisch und queer-feministisch politisch aktiv und arbeitet u. a. zu Queer & Kapitalismuskritik und zu biologisch-medizinischen Geschlechtertheorien. 2010 promovierte er_sie zur «Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive». Im Schmetterling-Verlag ist bereits sein_ihr Band «Geschlecht: Wider die Natürlichkeit» erschienen.
Salih Alexander Wolter engagiert sich aktivistisch und publizistisch gegen Rassismus und für eine linke Queerpolitik. Beiträge u. a. in dem von Koray Yılmaz-Günay herausgegebenen Reader «Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‹Muslime versus Schwule›» (2011, Neuausgabe 2013). Gemeinsam mit Zülfukar Çetin und Heinz-Jürgen Voß Autor des Bandes «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›» (2012).

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