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Rassismus und Klassenverhältnisse – und die Verbindung zu Geschlecht

balibar_wallersteinÉtienne Balibar, Immanuel Wallerstein
Ambivalente Identitäten: Rasse, Klasse, Nation

Das bereits vor mehr als 20 Jahren erschienene Buch ist in Zeiten der Krise des Kapitalismus nach wie vor hochaktuell.

Die aktuellen und nicht mehr abebbenden Krisenerscheinungen des Kapitalismus machen dringlich deutlich, wie notwendig es ist, eine gerechte Gesellschaftsordnung zu entwickeln. Marxistische Theorien liefern hierfür eine Basis, die es weiterzuentwickeln gilt, wobei gerade aus den praktischen Fehlern und theoretischen Leerstellen des Ende der 1980er Jahre zusammengebrochenen Staatssozialismus zu lernen ist. Durch die „neue Marxlektüre“ im Anschluss an Michael Heinrichs „Kritik der politischen Ökonomie“ (theorie.org) wurde dieser Lernprozess erheblich befeuert und es zeigt sich in Gesprächen, auf Blogs und in Zeitschriften, wieviele Menschen über Herrschaftsverhältnisse nachdenken und dabei auch verstehen wollen, wie Rassismus, Sexismus und Klassenunterdrückung miteinander verschränkt sind und was die Privilegierten von den Unterdrückten und Ausgebeuteten scheidet.

Einige Publikationen – auch aus den 1980er Jahren – können dem Nachdenken neue Impulse geben. Neben den Arbeiten von Étienne Balibar und Immanuel Wallerstein – von denen eine gemeinsame Schrift im Folgenden vorgestellt wird – sind es gerade die Bücher von Angela Davis, Gayatri Chakravorty Spivak, Kimberlé Crenshaw und Samir Amin, die weitergehende Einsichten versprechen. Sie alle fokussieren Rassismus und Sexismus und ihre Bedeutung für Klassenunterdrückung. Und sie denken global: Nur wenn wir gleichermaßen das kapitalistische Zentrum und die Überausbeutung der Peripherie im Blick haben, wird es uns möglich, Kapitalismus adäquat zu analysieren.

Balibar und Wallerstein untersuchen in „Rasse Klasse Nation: Ambivalente Identitäten“ die Entstehung von Rassismus in den europäischen Staaten und seine Bedeutung. Gab es zuvor regional unterschiedlich immer wieder „Fremdenfeindlichkeit“, so bedeutete Rassismus etwas grundsätzlich Neues und es wurde mit ihm und seinem Aufkommen ab der Reconquista im Jahr 1492 (Balibar, S. 32, 67) die Feindlichkeit gegenüber Menschen wirtschaftlich und gesellschaftlich funktional. Die im Band zusammengestellten Aufsätze, jeweils von einem der beiden Autoren verfasst, geben wichtige Anregungen, um gegen Rassismus streiten zu können, und sie zeigen Diskussionen, die Balibar und Wallerstein – kollegial – untereinander führten, mit dem Ziel, die Verhältnisse verstehen und möglicherweise praktische Antworten entwickeln zu können. weiter bei kritisch-lesen.

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