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Der Studiengang Sexologie – Sexuelle Gesundheit und Sexualberatung ist körperorientiert angelegt, setzt Berufserfahrung voraus und zielt insbesondere auf therapeutische Berufsgruppen und Felder der Erwachsenenpädagogik.

Mit 23 Studierenden startet zum Sommersemester der nächste Durchgang des Studiengangs „Sexologie – Sexuelle Gesundheit und Sexualberatung“, der in Kooperation zwischen der Hochschule Merseburg (Deutschland, Sachsen-Anhalt) und dem Institut für Sexualpädagogik und Sexualtherapie Uster (Schweiz) durchgeführt wird. Der aktuellen Situation mit Covid-19 angemessen, startet der Kurs mit theoretischen Inhalten digital als Webinar, bevor es später auch zu den körperorientierten Inhalten kommt.

Der kostenpflichtige Studiengang erfreut sich zunehmender Beliebtheit und ergänzt seit dem Jahr 2014 das innovative und breit aufgestellte Studienangebot der Hochschule Merseburg: Neben Studiengängen im Bereich Ingenieur- und Naturwissenschaften und Studiengängen im Bereich Wirtschaftswissenschaften und Informationswissenschaften ist es an der Hochschule möglich, Studiengänge im Bereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur (z.B. Soziale Arbeit sowie Kultur- und Medienpädagogik) zu studieren. Bereits seit 2009 gibt es an der Hochschule auch den konsekutiven, kostenfreien Studiengang Angewandte Sexualwissenschaft. Merseburg ist damit ein zentrales sexualwissenschaftliches Zentrum der Bundesrepublik.

Der Studiengang Sexologie – Sexuelle Gesundheit und Sexualberatung ist körperorientiert angelegt, setzt Berufserfahrung voraus und zielt insbesondere auf therapeutische Berufsgruppen und Felder der Erwachsenenpädagogik. Er baut damit auf der Definition sexueller Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation auf: „Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

Es wird der Körper einbezogen, da eine gute Körperwahrnehmung eine wichtige Grundbedingung für das sexuelle Wohlbefinden ist. Entsprechend stehen neben den grundlegenden sexualwissenschaftlichen und -pädagogischen Lehrinhalten sowie Themen der Selbstreflexion auch Atem- und Bewegungsübungen auf dem Lehrplan.

Informationen zum Studiengang finden Sie hier: https://www.hs-merseburg.de/studium/studiengaenge/sexologie/ .

Für Fragen steht Ihnen der Studiengangsverantwortliche Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß zur Verfügung: heinz-juergen.voss@hs-merseburg.de .

Lara Ledwa war bei ihrer historischen Aufarbeitung auch auf „problematische Tendenzen im LAZ wie Rassismus, Klassismus und Transfeindlichkeit gestoßen“ (S. 14/15) und hatte in ihrem insgesamt gegenüber dem LAZ dennoch sehr wertschätzenden Buch auch kritische Selbstreflexion in Bezug auf die eigene Geschichte angeregt und eingefordert.
Cover des Buches "Mit schwulen Lesbengrüßen: Das lesbische Aktionszentrum Westberlin"

Es geht um das Buch Mit schwulen Lesbengrüßen: Das Lesbische Aktionszentrum Westberlin (LAZ) von Lara Ledwa (Informationen: https://www.psychosozial-verlag.de/2930 ). Auf dem Cover ist das Venussymbol in lesbischer Variante mit einer kämpferischen Faust zu sehen, der Kreis wird gesprengt. Außerdem wird als Untertitel, einer historischen Studie angemessen, der Schriftzug „Das Lesbische Aktionszentrum Westberlin (LAZ)“ verwendet.

Dagegen haben drei angebliche Gründerinnen des LAZ nun über eine Rechtsanwaltskanzlei die Forderung nach einer Unterlassungserklärung verschickt. Sie behaupten, sie seien die Urheber*innen des Logos, die Cover-Gestaltung verletze ihre Urheber*innenrechte, und sie fordern die Einstellung des Buchvertriebs und Schadenersatz.

Was aus ehemals kapitalismuskritischem Aktivismus alles werden kann! Das kämpferische Venussymbol in den verschiedenen Abwandlungen ist in der lesbischen Community und auch für Trans*-Inter*-Aktivismus mittlerweile weit verbreitet – und das kämpferische Venussymbol wurde schon verwendet, lange bevor sich das LAZ überhaupt gründete.

Der jetzt behauptete Rechtsanspruch, der nicht gerechtfertigt erscheint, bedroht lesbischen, feministischen und queer-feministischen Aktivismus. Und mit Kapitalismuskritik hat er gar nichts mehr zu tun. Vielmehr ist jetzt die Frage: Wem gehört der lesbische Aktivismus?

Die Auseinandersetzung hat insbesondere einen inhaltlichen Hintergrund: Einige der ehemaligen LAZ-Aktivistinnen hatten sich zuletzt deutlich von den historischen Forschungen Lara Ledwas distanziert, weil sie nicht alle Ausführungen für gerechtfertigt hielten. Denn Ledwa war bei ihrer historischen Aufarbeitung auch auf „problematische Tendenzen im LAZ wie Rassismus, Klassismus und Transfeindlichkeit gestoßen“ (S. 14/15) und hatte in ihrem insgesamt gegenüber dem LAZ dennoch sehr wertschätzenden Buch auch kritische Selbstreflexion in Bezug auf die eigene Geschichte angeregt und eingefordert. Auf diesem Weg eine kritische Stimme unterdrücken zu wollen, hat mit lesbischem, feministischem und queerfeministischem Aktivismus ganz sicher nichts zu tun.

"Der Vorstand der DGfPI sollte entscheiden, ob er Wissenschaft überhaupt unter den Herausgeber*innen der Zeitschrift will – das bedeutet auch kritisches Reflektieren, Betrachten unterschiedlicher Positionen, bedachte und gründlich fundierte Ableitungen. Wenn das gewollt ist, dann sind Wissenschaftler*innen im Herausgeber*innen-Gremium der DGfPI richtig. Wenn es hingegen darum geht, eine Position – zum Beispiel gegen die pädagogische und therapeutische Arbeit mit übergriffigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, wie sie etwa von „Kein Täter werden“ geleistet wird – möglichst scharf zu machen und pointiert und unwidersprochen zu vertreten, dann sind Wissenschaftler*innen fehl am Platz."

Den folgenden Brief, den ich am 24.2.2020 an das Herausgeber*innengremium der DGfPI-Zeitschrift und den Vorstand der DGfPI (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung) geschickt habe, möchte hiermit aus Gründen der Transparenz zur Kenntnis geben.

Zugleich distanziere ich mich von der Ausgabe 2/2019 der DGfPI-Zeitschrift: In die Gestaltung der Ausgabe war ich nicht einbezogen - sondern war zwischenzeitlich aus dem Redaktionsverteiler entfernt worden. Bei Kenntnis der Beiträge hätte ich mich dafür eingesetzt, dass ein Beitrag zu Vorhautbeschneidung tatsächlich den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand abbildet, gerade weil die Debatte - wie wir wissen - seit spätestens 2012 unter antisemitischem und rassistischem Vorzeichen geführt wird. Die DGfPI hat sich offenbar entschieden, auf welcher Seite sie stehen will. Und nun ist klarer, warum der Vorstand die Anfeindungen gegen mich mitgetragen hat, anstatt ihnen zu entgegnen.

Mein Rücktrittsschreiben im Volltext:

Merseburg, 24.2.2020

Rücktritt aus dem Herausgeber*innen-Gremium der Zeitschrift der DGfPI (PDF)

Liebe Kolleg*innen im Herausgeber*innen-Gremium der DGfPI-Zeitschrift,
sehr geehrter Vorstand der DGfPI,

seit mittlerweile über einem Jahr werde ich durch ein Papier von Tauwetter verunglimpft und vom Vorstand der DGfPI unter Druck gesetzt und genötigt, mich zu den Anwürfen zu verhalten. Dem möchte ich mich nicht länger aussetzen, denn es gibt zu viel Wichtigeres zu tun.

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Alois Kösters: So greift er gerade – und darauf zielt sein Beitrag – eine der engagiertesten der Einrichtungen an, die sich für lesbische, schwule, bi, trans* und inter* Personen unterschiedlichen Alters einsetzen.

„Qualität spielt keine Rolle“ (Ausgabe vom 13.2.2020, S. 4), behauptet Alois Kösters in der Magdeburger Volksstimme vom 13.2.2020. Bereits im Jahr 2016 hatte er in dem Blatt, dessen Chefredakteur er ist, einen Angriff gegen Gender forciert, mit ähnlich wenig Belegen wie heute. In seinem aktuellen Beitrag postuliert er ein „Füllhorn“, das allen voran aus Brüssel gefüllt werde, um Gender-Reflexion in der Gesellschaft voranzubringen. „Zahlreiche Forschungsprojekte laufen an den Universitäten. Überall werden Seminare angeboten“ – meint Kösters, obwohl die groß angelegte Studie „Sexuelle Bildung für das Lehramt“, für die mehr als 2.700 Lehrkräfte und Lehramtsstudierende insbesondere aus Sachsen-Anhalt und Sachsen befragt wurden, gerade erst festgestellt hat, dass nur etwa zehn Prozent der Lehrkräfte einige Lehrinhalte zu Sexueller Bildung (Sexualpädagogik) hatten und nur fünf Prozent von Inhalten zur Prävention sexualisierter Gewalt profitieren konnten. In der Sozialen Arbeit sieht es nicht anders aus. Das bedeutet: Aktuell leisten wir uns in der Bundesrepublik Deutschland, dass Fachkräfte nicht oder zu schlecht ausgebildet sind, um sexualisierter Gewalt vorzubeugen und die geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Das sollte ein Skandal sein! Aber der Volksstimme-Chefredakteur macht lieber Stimmung gegen die EU und schürt Feindschaft gegen kleine Projekte, bei denen viele Leute ehrenamtlich arbeiten und nur wenige in geringem Umfang über meist befristete Stellen finanziert sind. So greift er gerade – und darauf zielt sein Beitrag – eine der engagiertesten der Einrichtungen an, die sich für lesbische, schwule, bi, trans* und inter* Personen unterschiedlichen Alters einsetzen. Kösters schreibt, nachdem er sich über vermeintlich überbordende EU-Förderung verbreitet hat: „Wer zum Beispiel einige geförderte Veröffentlichungen des ‚Kompetenzzentrums geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe KgKJH‘ prüft, stellt fest, dass Qualität oft keine Rolle mehr spielt.“

Warum diese Attacke, die ohne Beleg oder irgendeine Form der Fundierung auskommt? Der Volksstimme-Mann hätte sich schließlich auch die Mühe machen können, die eine oder andere Publikation des Kompetenzzentrums zu rezensieren, dessen Leiterin im Themenfeld immerhin promoviert ist und an Hochschulen lehrt. Und das Kompetenzzentrum, die Leiterin und die weitern Angestellten machen wichtige Arbeit: Noch immer ist es so, dass zwei Drittel der jungen Lesben und Schwulen (unter 18 Jahren) von physischer und psychischer Gewalt berichten, die sie erlebt haben. Etwa die Hälfte von ihnen nutzen problematische Strategien – etwa überhöhten Substanzkonsum –, um mit diesen Erfahrungen fertig zu werden. Etwa 20 Prozent der lesbischen und schwulen Jugendlichen und etwa 40 Prozent der trans* und inter* Jugendlichen geben an, im Alter von 18 Jahren mindestens einen Suizidversuch unternommen zu haben. Das Kompetenzzentrums geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe KgKJH leistet durch seine Bildungsarbeit hier wichtige Arbeit, die bedeutsam ist, damit Jugendlichen das Leben lebenswert erscheint. Und sei es nur, dass der richtige Flyer bei genau der richtigen Person liegen bleibt.

Alois Kösters mimt „alte Schule“ – allerdings ohne die Höflichkeiten, die seinerzeit üblich waren. Selbstverständlich sollte es sein, eine bewusst geführte Attacke zu fundieren, Belege zu bringen, sich auseinanderzusetzen. Das scheint der Magdeburger Volksstimme offenbar unnötig. Hier spottet man ohne Kenntnis und Beleg über andere – die nicht die medialen Mittel haben. Damit kommt die hässlichste Seite Sachsen-Anhalts zum Vorschein – der zum Glück eine andere gegenüber steht: unter anderem die exzellenten Medienkoffer „Geschlechtervielfalt und Vielfalt der Familienformen“, ein Projekt, das vom CDU-geführten Ministerium für Justiz und Gleichstellung vorangetrieben und vom KgKJH verantwortet wird. Auch hier hat das KgKJH, wie bei anderen Projekten, einen wissenschaftlichen Projektbeirat hinzugezogen, auch um Attacken begegnen zu können, die bei einem Anteil von 25 Prozent für die rechtsextreme AfD im Landtag leider nicht ausbleiben. Etwas Gutes hat es: So ist das Kompetenzzentrums geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe gegen allzu plumpe populistische Kritik abgesichert.

Heinz-Jürgen Voß

Am 1. Februar 2020 findet im Pavillon Hannover (Raschplatz, gleich hinterm Hauptbahnhof) das Symposium „Feministische Friedensarbeit: Reflexion. Organisation. Thema – ‚Gender‘ und ‚Intersektionalität‘ als Chancen der antimilitaristischen und pazifistischen Arbeit“ statt.

Seit Jahren fordern Feminist*innen in der Friedensbewegung eine substantielle Arbeit der Friedensbewegung zu Geschlechterfragen im Verhältnis zu Militarismus, aber auch der eigenen Friedensarbeit.

Ebenfalls lange fordern queere People of Colour-Aktivist*innen (PoC) die Friedensbewegung in der BRD auf, die Arbeit intersektional aufzustellen, also die Verwobenheit von Herrschaftsverhältnissen im Blick zu haben.

Die Zeit ist (schon lange) reif, dass diese Fragen auch in einer emanzipatorischen, bewegungsnahen Friedensarbeit gestellt werden. Dazu laden wir ein:

 Ablauf:  1.Februar 2020, 9:30- 18:00

  • Frieden und Gender. Möglichkeiten und Herausforderungen von Ansätzen in ihrer praktischen Umsetzung (Referentin Gesa Bent, Wendland)
  • Kolonialismus und Rassismus als Grundlagen deutscher und europäischer Expansionspolitik (Referentin Katharina Oguntoye, Berlin)
  • „Intersektionalität“ – was soll das denn? Von race, class, gender – eine Unterdrückungsgeschichte und ihre emanzipatorischen Gegenentwürfe (Referentin Joanna Mechnich, Hannover)

Inhaltliche Workshops werden am Nachmittag das Thema vertiefen und aus den Ebenen Reflexion, Organisation und Thema beleuchten.

Das komplette Programm findet sich ausführlich unter http://friedensbertha.de

Anmeldung entweder per Mail (anmeldung@friedensbertha.de) oder über die Homepage.

Flyer und Plakate können ebenfalls über die Mailadresse angefordert werden.

Unter dem Projektnamen bertha – Werkstatt für intersektionale Friedensarbeit haben sich Aktive aus der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) zusammengefunden. Die Veranstaltung wird unterstützt u.a. vom Bund für Soziale Verteidigung, der KURVE Wustrow, der DFG-VK, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, sowie der Stiftung Leben und Umwelt Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen

Das Lesbische Aktionszentrum Westberlin trug maßgeblich zur bundesdeutschen Emanzipationsbewegung von Lesben und Frauen bei.

Gerade ist in der Buchreihe "Angewandte Sexualwissenschaft" im Gießener Psychosozial-Verlag das Buch "Mit schwulen Lesbengrüßen" neu erschienen. In ihm geht die Autorin Lara Ledwa der Geschichte des Lesbischen Aktionszentrums Westberlin (LAZ) ausführlich nach. Im Klappentext heißt es:

Cover "Mit schwulen Lesbengrüßen"

Das Lesbische Aktionszentrum Westberlin trug maßgeblich zur bundesdeutschen Emanzipationsbewegung von Lesben und Frauen bei. Anhand des Archivmaterials macht Lara Ledwa historisches Wissen über marginalisierte, politische und soziale Kämpfe zugänglich und verknüpft es mit aktuellen theoretischen Ansätzen, die für die lesbisch_queeren Bewegungen wichtig sind. Sie würdigt den feministischen, lesbischen und antikapitalistischen Widerstand der Aktivistinnen, untersucht aber auch kritisch die teilweise ausschließenden lesbisch-feministischen Positionen. Dadurch eröffnet Ledwa einen solidarischen Dialog zwischen verschiedenen aktivistischen Lagern und Generationen.

Das Buch ist überall im Buchhandel und über den Verlag erhältlich:

Lara Ledwa
Mit schwulen Lesbengrüßen: Das Lesbische Aktionszentrum Westberlin (LAZ)
Gießen: Psychosozial-Verlag
Sept. 2019, 157 Seiten, 19,90 Euro
ISBN-13: 978-3-8379-2930-0
Verlagsinformationen

Cover des Buches "Aids und HIV in der Türkei"

Sehr gern weise ich auf die Präsentation des Buches "Aids und HIV in der Türkei: Geschichten und Perspektiven einer emanzipatorischen Gesundheitspolitik" hin. Sie findet am 12. September 2019, ab 18:30 Uhr bei GLADT in Berlin statt. Mit dabei sind die Herausgebenden des Bandes und Muhtar Çokar (IKGV - Istanbul), Yasin Erkaymaz (Pozitif iz - Istanbul) und Umut Güner (KaosGL); die Veranstaltung wird von Nadiye Ünsal (MSO Inklusiv - Migrationrat Berlin) moderiert.

Das von Koray Yılmaz-Günay aus dem Türkischen übersetzte Buch fokussiert auf den Aktivismus zu HIV/Aids in der Türkei. Es kommen Aktivist*innen zu Wort, mit denen Zülfukar Çetin Interviews geführt hat.

Informationen zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/497145204457649/ .

Informationen zum Buch: https://www.psychosozial-verlag.de/2826 .

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

English version below; the German version you will find here.

Objection. Dans l´article de Mathieu Foulkes (agence de presse AFP) sur les cours norvégiens de "Hero GmbH", je suis complètement mal cité. L´article de l´AFP est maintenant publié en anglais ("Differences in culture exist: Berlin refugees given sexual consent classes") et en français ("A Berlin, les mœurs sexuelles enseignées aux réfugiés"). En réalité, j´ai répondu aux questions de l´agence AFP comme suit:

Pensez-vous que de tels cours sont sensés?

Le cours est conçu comme une offre unique et fournit en particulier des informations sur les réglementations légales et les services de consultation. En tant que tel, le cours est sensé s´il est offert dans un cadre pédagogique. Cela signifie qu´il peut être proposé à une distance de quelques mois du vol qui a eu lieu, puisque les gens ont alors une certaine distance du vol stressant et sont à nouveau ouverts à de nouveaux contenus. En même temps, le cours devrait bénéficier d´autres offres existantes, telles que les très bonnes brochures développées par l´auto-organisation PoC GLADT dans le cadre du projet "Handreichungen für emanzpatorische Jungenarbeit (HeJ) / Coups de main pour un travail émancipateur avec des jeunes mâles".  S´il va au delà du cours court autour des offres pédagogiques sexuelles, le caractère volontaire de la participation est indispensable: Un bon apprentissage à la sexualité, le corps et le sexe peut réussir seulement si l´offre est acceptée volontairement.

Les différences morales entre les réfugiés de la Syrie, de l´Irak ou de l´Afghanistan sont-elles importantes en comparaison des mœurs des Européens ? Selon vous, quelles sont les principales différences (le poids de l´honneur, l´appartenance à une communauté, etc.)?

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Einspruch. In dem Beitrag von Mathieu Foulkes (Nachrichtenagentur AFP) zu den norwegischen Kursen der „Hero GmbH“, werde ich vollkommen falsch zitiert. Die AFP-Beiträge sind heute u.a. auf Englisch („'Differences in culture exist': Berlin refugees given sexual consent classes“) und Französisch („A Berlin, les moeurs sexuelles enseignées aux réfugiés“) erschienenen. Korrekt habe ich die Fragen der Agentur AFP wie folgt beantwortet:

Einspruch. In dem Beitrag von Mathieu Foulkes (Nachrichtenagentur AFP) zu den norwegischen Kursen der „Hero GmbH“, werde ich vollkommen falsch zitiert. Die AFP-Beiträge sind heute u.a. auf Englisch („'Differences in culture exist': Berlin refugees given sexual consent classes“) und Französisch („A Berlin, les moeurs sexuelles enseignées aux réfugiés“) erschienenen. Korrekt habe ich die Fragen der Agentur AFP wie folgt beantwortet:

Sind solche Kurse Ihrer Meinung nach sinnvoll?

Der Kurs ist als einmaliges Angebot angelegt und vermittelt insbesondere Inhalte zu rechtlichen Regelungen und Beratungsmöglichkeiten. Als solche Information ist der Kurs sinnvoll, sofern er in einem pädagogischen Rahmen angeboten wird. Das bedeutet, dass er mit Abstand von einigen Monaten zur stattgefundenen Flucht angeboten werden kann, da die Menschen dann einen gewissen Abstand zur belastenden Flucht haben und für neue Inhalte wieder offen sind. Gleichzeitig sollte der Kurs von anderen bestehenden Angeboten profitieren, etwa von den sehr guten Broschüren, die im Rahmen des Projekts "Handreichungen für emanzpatorische Jungenarbeit (HeJ) von der PoC-Selbstorganisation GLADT entwickelt wurden. Wenn es über den kurzen Kurs hinaus um sexualpädagogische Angebote geht, ist der Aspekt der Freiwilligkeit unbedingt erforderlich: Gutes Lernen zu Sexualität, Körper und Geschlecht gelingt nur bei Freiwilligkeit der Angebote.

Sind moralische Unterschiede zwischen Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan wichtig für die Sitten der Europäer? Was sind deiner Meinung nach die Hauptunterschiede (das Gewicht der Ehre, die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, etc.)?

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Wenn man denkt, dass es nicht schlimmer kommen kann, so erlebt man in „unserer Community“ doch einen neuen Tiefschlag. Ein solcher Tiefschlag ist gewiss der Roman „Stephan: Fragment einer Leidenschaft“, der 2018 im Männerschwarm Verlag erschienen ist und die nun auf Queer.de veröffentlichte Besprechung. Konkret geht es um eine schwule Erzählung aus Nazi-Deutschland, für die es in der Queer.de-Besprechung heißt, dass sie „…von Seite zu Seite sympathischer“ werde. Ausgekramt und veröffentlicht wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von dem „Giftgas-Experten“ Rudolf Hanslian. Ein Blick auf dessen weitere Veröffentlichungen macht deutlich, dass er durch seine „berufliche Tätigkeit“ massive Mitschuld an den Giftgas-Verbrechen der Deutschen schon im Ersten Weltkrieg und dann auch in der Nazi-Zeit trägt. Sein Hauptwerk ist „Der chemische Krieg“ (1925), das auch in Nazi-Deutschland 1937 neu aufgelegt wurde und in dem es unter anderem um Gasangriff und Gasabwehr geht. Des Weiteren veröffentlichte Hanslian „Die Gaswaffe“ (1928, als Aufsatz), „Zur Geschichte des Gaskrieges“ (1929, als Aufsatz), „Die Entwicklung der chemischen Waffe in der Nachkriegszeit“ (1933, als Aufsatz), „Der deutsche Gasangriff bei Ypern am 22. April 1915: Eine kriegsgeschichtliche Studie“ (1934) und „Vom Gaskampf zum Atomkrieg: die Entwicklung der wissenschaftlichen Waffen“ (1951). Seit 1949 gab er die „Apothekerzeitung“ heraus. In „Der chemische Krieg“ werden unter anderem chemische Kampfstoffe und ihre Wirkung ausführlich behandelt, wie auch im vom Fritz Bauer Institut herausgegebenen Band „Völkermord und Kriegsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ (2004) kritisch bearbeitet wird. Im Aufsatz „Zur Geschichte des Gaskrieges“ (1929) versucht Hanslian den „erste[n], wenn auch unzulängliche[n] Einsatz von chemischen Kampfmitteln“ – unzutreffend – den französischen Truppen in die Schuhe zu schieben.

Einen durch seine wissenschaftliche Arbeit und Publikationstätigkeit dermaßen problematischen Propagandisten des Gaskrieges der Deutschen unkritisch zu würdigen, entsetzt mich. So heißt es bei Queer.de: „So ist der Roman einerseits bedeutendes historisches Dokument eines Zeitzeugen, der die Schwulenverfolgung unter den Nazis selbst erleben und erleiden musste.“ Und weiter: „Hanslians Stil, voller Pathos, Platon- und von Platen-Zitaten, schwülstigen Beschreibungen der Berge und dozierenden Reden ist zweifellos gewöhnungsbedürftig, am Ende jedoch verzeihlich und von Seite zu Seite sympathischer. Rudolf Hanslian hat seinen Roman geschrieben, um aufzuklären und um Identifikationsfläche zu sein.“

Eine solche Person in der Geschichte einfach als Opfer der „Schwulenverfolgung unter den Nazis“ einzuordnen und als „Identifikationsfläche“ anzubieten, ist blanker Hohn – einerseits gegenüber den Opfern der chemischen Kriegsführung, andererseits gegenüber den in diesen Tagen thematisierten Stonewall-Aufständen und ihren Protagonist*innen!

Heinz-Jürgen Voß

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