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Informationen am 16. Februar digital.

„Wie im Sport und in der Ernährung ist auch in der Sexualität eine gute Körperwahrnehmung zentral für das sexuelle Wohlbefinden“, so schrieb der Tagesspiegel zum Start des Studiengangs Sexologie (14.9.2014). Seitdem ist viel passiert - und finden sich gut ausgebildete Absolvent*innen in den verschiedenen Bereichen von Sexualberatung, Sexualpädagogik und Sexualwissenschaft.

Der neue Durchgang Sexologie - mit Studienort Berlin und Merseburg - startet im April 2026. Wer sich in das Themenfeld begeben möchte, hat jetzt noch die Möglichkeit, sich zu informieren und zu bewerben. Auch wenn dieser Studiengang an der Hochschule Merseburg kostenpflichtig ist, gibt es - je nach Bundesland (und Land) - sehr gute finanzielle Fördermöglichkeiten (bis zu 90% der Kosten)

Gern informieren - und dann ab April Sexologie studieren. Info-Veranstaltung am 16.2.2026: https://www.hs-merseburg.de/hochschule/information/veranstaltungen/details/veranstaltung/last-minute-check-in-jetzt-informieren-und-noch-ab-april-sexologie-studieren/ . Gern auch andere Personen einladen.

Heute vermelden es alle Medien: Rita Süßmuth ist gestorben. Sie war eine wichtige Politikerin, auch Bundestagspräsidentin und hat sich immer für Menschlichkeit und ein gutes Miteinander eingesetzt. Allen schwulen Männern ist sie Idol geworden, weil sie sich gegen die „Scharfmacher“ Peter Gauweiler und Horst Seehofer gewandt hatte, die in der Aids-Krise die ‚Konzentrierung von Schwulen in Lagern‘ gefordert hatten. Rita Süßmuth hat hingegen den Weg für die heutige progressive Gesundheitspolitik eröffnet: Aids-Hilfen und weitere Institute unterstützen die sexuelle Selbstbestimmung und die gesundheitliche Aufklärung.

Rita Süßmuth, ruhe in Frieden. Du wirst unvergessen bleiben. Du hast so vielen Menschen das Leben gerettet und sie gegen Scharfmacher und Menschenfeinde beschützt – das wird nicht vergessen.

Gern weise ich auf drei neue Bücher hin, die gerade in den Sexualwissenschaftlichen Schriften des Hochschulverlags Merseburg neu erschienen sind. Die Arbeiten bearbeiten jeweils innovative Themen und reichern das sexualwissenschaftliche Feld an:

Für ein Rezensionsexemplar gern E-Mail an mich (siehe Kontakt).

Als Hochschulen in Sachsen-Anhalt und als IFAS stemmen wir uns gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck. Als Hochschule Merseburg veranstalten wir verschiedene Demokratie-Formate; andere Hochschulen tun dies auch; zugleich sind wir weltoffen und vielfaltsorientiert sowohl bei den Christopher-Street-Days der Region (Halle, Weißenfels, Naumburg, Merseburg) präsent als auch bei der Leipziger Buchmesse

Sowohl Gender Studies als auch die Sexualwissenschaft sind von Anfeindungen besonders betroffen. Entsprechend möchte ich euch bitten, gern noch Interessierte auf unsere sexualwissenschaftlichen Studiengänge hinzuweisen:

Fragen? Gern an Heinz-Jürgen Voß, heinz-juergen.voss (ät) hs-merseburg.de .

Am 1.12.2025 in der Ringvorlesung „Sexualität und Soziale Arbeit“:

Kriegsdienstverweigerung, Männlichkeit und Wehrpflicht – Ursprung und aktuelle Handlungsmöglichkeiten - Aufgaben für die soziale Arbeit

Die Einführung der Wehrpflicht prägte und prägt ganze Generationen (vor allem) junger Männer bis heute, allerdings nicht klassenlos einheitlich. Ralf Buchterkirchen geht der Frage nach, welche Auswirkungen die allgemeine Wehrpflicht auf Gesellschaft hat(te) und wie sie sich in der Bundesrepublik (und der DDR) darstellte. Welchen Einfluss hat(te) der Zwangsdienst auf Rollenverständnis und Männlichkeitsentwürfe? Ausführlich wird auf das neue Wehrdienstmodernisierungsgesetz eingegangen und werden Wege zur Verweigerung und zur entsprechenden Verweigerungsberatung aufgezeigt.

Ralf Buchterkirchen, Jahrgang 1975 ist SAP HCM Senior Consultant ans Software Developer. Er ist aktiv in der Deutschen-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und forscht ausgehend von wegen Desertion und "Wehrkraftzersetzung" hingerichteten deutschen Soldaten Zweiten Weltkrieg zu Desertion, Militär und Männlichkeit. Relevante Publikationen u.a.: „ ‚… und wenn sie mich an die Wand stellen‘ – Desertion, Wehrkraftzersetzung und ‚Kriegsverrat‘ von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945“; „‚Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen…‘ – Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945“. Infos zu den Büchern.

Informationen und Zugangslink: hier.

Sexualwissenschaft und Geschlechterforschung gehören aktuell zu den innovativsten und ertragreichsten wissenschaftlichen Disziplinen und sehen sich gerade auch deswegen besonderen Anfeindungen ausgesetzt. Kritische Diskussion ist stets willkommen - aber nicht die Debatte um die Aufhebung der Wissenschaften. Um die Wissenschaftsfreiheit zu schützen, veranstalten wir in Sachsen-Anhalt zahlreiche Events, bei denen es um Wissenschaftsfreiheit geht. Kommt gern vorbei und unterstützt uns - auch vor dem Hintergrund der Landtagswahlen im kommenden Jahr. Sachsen-Anhalt ist weltoffen und diversitätssensibel - sorgt mit dafür, dass es so bleibt!

Veranstaltungen, Übersicht 1: https://www.hs-merseburg.de/demokratie ;
Veranstaltungen, Übersicht 2: https://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=5991 

Kommt gern zur Veranstaltung "Podiumsdiskussion: Angriff auf die Wissenschaft". Infos auch zu weiteren Veranstaltungen: https://www.hs-merseburg.de/demokratie/ .

Leider ist Salih Alexander Wolter am Morgen des 31. Juli verstorben. Er war immer ein politischer Mensch, der die Literatur liebte; stets gradlinig in Positionen und einfühlsam mit Menschen, gerade den bedrängten. Seine Arbeiten werden weiterhin wirken - eine Übersicht findet ihr hier: www.salihalexanderwolter.de. Politisch besonders wichtig war ihm der Aufsatz "Ist Krieg oder was? Queer Nation Building in Berlin-Schöneberg" - mit ihm intervenierte er gegen den sich seit den 1990er Jahren verbreitenden schwulen Nationalismus. "Queer und (Anti-)Kapitalismus" war für ihn, und ist für mich, der grundlegendste Beitrag - der Band liefert eine intersektionale und queere Kapitalismusanalyse. Die Ausarbeitung erforderte von uns beiden intensivste Arbeit und zog auch unsere Gesundheit in Mitleidenschaft. Salihs Liebe galt der Literatur. So ist "Das Sternbild des Matrosen lesen. Schwules Leben – schwule Literatur" eine Liebeserklärung an schwule Literatur und ihre Autoren (und eine Autorin). Und auch hier liest Salih stets politisch und eingebunden in die jeweilige bewegte Biografie.

Ruhe in Frieden liebster Salih. Deine Arbeiten werden weiterwirken und werden vielen als Inspirationsquelle dienen. Ein stilles Gedenken findet am 27. August ab 10 Uhr auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof (Großgörschenstraße, Berlin-Schöneberg) statt.

Salih Alexander Wolter bei der Buchvorstellung von "Queer und (Anti-)Kapitalismus" im NewYorck im Bethanien (2013)

In 2019, I had unforgettable experiences in New York, Washington and Moscow. It was the year that marked the 50th anniversary of the Stonewall protests. In both New York and Moscow, I had the opportunity to speak about gender and sexual diversity. A lot has happened since then: Fascism is taken for granted, the United Nations has been sabotaged and boycotted by major states. A human right that applies to everyone and not just the privileged seems a long way off. So here are a few pictures that can motivate us to stand up for democracy, for human rights, for the United Nations. "Whatever happens: You must never sink so low as to drink from the cocoa through which you are being dragged." (Erich Kästner)

Im Jahr 2019 hatte ich unvergessliche Erlebnisse in New York, in Washington, und auch in Moskau. Es war das Jahr, in dem sich die Stonewall-Proteste zum 50. Mal jährten. Sowohl in New York als auch in Moskau durfte ich damals zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sprechen. Viel ist seitdem passiert: Faschismus gilt als selbstverständlich, die Vereinten Nationen wurden von wesentlichen Staaten sabotiert und boykottiert. Ein Menschenrecht, das für alle gilt und nicht nur für die Privilegierten, scheint in weiter Ferne. Daher hier ein paar Bilder, die motivieren können, für Demokratie, für Menschenrechte, für die Vereinten Nationen einzustehen. „Was auch immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“ (Erich Kästner)

Um nicht ganz sprachlos zu sein bei dem aktuellen völkerrechtwidrigen Krieg gegen einen - gewiss nicht einfachen, aber das ist kein Grund - souveränen Staat. Ich teile die Pressemitteilung der DFG-VK, der ältesten Friedensgesellschaft in Deutschland, mitbegründet von Bertha von Suttner. Sie sagte: "Die Waffen nieder!" Das gilt heute wie damals. Die Pressemitteilung:

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) verurteilt die völkerrechtswidrigen Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Der Verband sorgt sich nicht nur um die Opfer, sondern auch um eine dauerhafte Erosion des internationalen Rechts.

In der Nacht zum Sonntag haben US-Bomber Ziele im Iran angegriffen. Damit haben sich die Vereinigten Staaten den seit einigen Tagen laufenden völkerrechtswidrigen Angriffen Israels angeschlossen. Der Iran hat wiederum mit Raketen- und Drohnen-Angriffen auf Israel reagiert. Als pazifistischer Verband verurteilt die DFG-VK jede Gewalt und steht an der Seite der Opfer – sieht aber noch einen weitergehenden Schaden: „Präsident Trumps Entscheidung ist nicht nur ein klarer Verstoß gegen internationales Recht, sondern droht die Region weiter ins Chaos zu stürzen und die militärische Gewalt in der Region auszuweiten“, sagt Marius Pletsch, Bundessprecher der DFG-VK. Der Verband warnt vor unabsehbaren internationalen Folgen des US-Angriffs: „Das Nichtverbreitungsregime droht geschwächt zu werden, Iran könnte durch den Schritt erst recht ermutigt werden sich aus dem Atomwaffensperrvertrag zurückzuziehen und eine Nuklearwaffe anzustreben“, so Pletsch. Das iranische Regime könne neun neben weiter eskalierenden Gegenschlägen noch schärfer gegen die eigene Bevölkerung vorgehen und so Bemühungen zur Überwindung des Regimes schaden, befürchtet der DFG-VK-Bundessprecher: „Die Menschen in Iran, Israel, den palästinensischen Gebieten und in der Region werden die Folgen dieser rücksichtslosen, gefährlichen, und illegalen Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen und Risiken für ihr Leben tragen. Es werden massive Repressionen des iranischen Staates gegen die eigene Bevölkerung und insbesondere gegen progressive Kräfte im Land befürchtet.“

Die DFG-VK erinnert an das 2018 durch den schon damals amtierenden US-Präsidenten Trump aufgekündigten Atomabkommen: „Das Abkommen, an dem auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien beteiligt war, untersagte dem Iran bis 2031 Uran über 3,67 Prozent anzureichern – es war in Kraft und der Iran hielt sich laut strengen Kontrollen der Atomenergiebehörde auch daran“, so Pletsch. Die DFG-VK hatte sich damals gemeinsam mit weiteren Friedensorganisationen mit einer Kampagne für den Erhalt des Abkommens und gegen einen bereits damals drohenden Iran-Krieg eingesetzt. Die Bundesregierung und die Europäische Union sollten sich klar für das Völkerrecht einsetzen und die Angriffe nicht unterstützen oder begrüßen, warnt die DFG-VK. „Die Angriffe untergraben die eigenen diplomatischen Bemühungen. Die Statements aus der EU und auch aus den G7-Saaten nach den Angriffen Israels in der vergangenen Woche, den ‚Vergeltungsschläge‘ Irans und den nun erfolgten US-Angriffen geben jedoch keinen Anlass anzunehmen, dass das Völkerrecht handlungsleitenend für die Regierungen und EU-Kommission ist“, erklärt Pletsch.

Als Mitglied der 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten „Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen“ (ICAN) spricht sich die DFG-VK deutlich gegen jedes Atomprogramm aus – diese müssten aber politisch und nicht militärisch gestoppt werden. Zudem müssten alle Atomwaffenstaaten – auch die USA und Israel sowie Deutschland als atomarer Teilhaberstaat – endlich dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten, fordert der Friedensverband.

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart 23. Juni 2025. Hier auf den Seiten der DFG-VK.

Gern möchte ich auf den Weltspiegel des 22.5.2025 hinweisen. Hier wird die Situation in Nahost in mehreren Beiträgen analysiert. Das Ergebnis ist bedrückend: Durch die militärischen Angriffe der Atommächte Israel und USA auf den Iran würden andere Länder angeregt zur Atombombe zu streben - nur so wären sie vor militärischen Angriffen geschützt. Und auch die Sicherheitslage in Israel würde sich verschlechtern, wo es in einigen Regionen gar keine Versorgung mit Luftschutzkellern gebe. Die Sendung des Weltspiegel findet sich hier.