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Sehr gern weise ich auf das gerade erschienene Buch "Queere (Un-)Sichtbarkeiten. Die Geschichte der queeren Repräsentationen in der türkischen und deutschen Boulevardpresse" von Yener Bayramoğlu hin. Es ist sehr lesenswert - ich habe es gerade für soicalnet.de rezensiert:

Der vorliegende Band beschäftigt sich mit den Darstellungen von LSBTI* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter*) in deutschen und türkischen Boulevardmedien. Yener Bayramoğlu hat dazu die Tageszeitungen „Bild“ (Deutschland) und „Hürriyet“ (Türkei) auf relevante Inhalte zu Genderambiguität, Lesben, Trans* und Schwulen ausgewertet. Die Ergebnisse stellt er vergleichend dar und ordnet sie theoretisch in die Forschungen zu Sichtbarkeit / Unsichtbarkeit ein.

Zur Rezension gehts: hier.

[aktualisiert am: 6.8.2018]

Gern weise ich auf die erschienenen Besprechungen des Buches "Die Idee der Homosexualität musikalisieren: Zur Aktualität von Guy Hocquenghem" sowie ausgewählte weitere Beiträge zum Buch hin. Die Liste wird in loser Folge aktualisiert.

Den Auftakt bildet eine Besprechung, verbunden mit einem Interview, bei Coloradio Dresden. Die Sendung kann hier angehört werden: Link zur Sendung bei freie-radios.net.

Eine ausführliche Würdigung des Bandes liefert Hauke Branding (Helmut-Schmidt-Universität, Fakultät für Maschinenbau) bei socialnet.de. Dort hält er als Fazit unter anderem fest: "Das große Verdienst dieses Bandes ist es, Guy Hocquenghem wieder in die Debatte einzuführen und die Aktualität seiner Überlegungen zu diskutieren." Zur vollständigen Rezension bei socialnet.de.

Prof. Dr. Kurt Starke besprach das Buch in der Fachzeitschrift "Sexuologie". In seiner ausführlichen Rezension führt er unter anderem aus: "Inspiriert von dieser geistreichen Schrift könnte man bei Musikalisieren und Musizieren an das Eindeutige und das Vieldeutige der Musik denken, an das Verbindende und das Trennende, an das Gedachte und Gefühlte, an die Träumerei und die erfüllten Wünsche, an das unernste Vergnügen und das vergnüglich Ernsthafte im Sinne eines Res severa verum gaudium. [...] Die Einzelbeiträge des Buches [von Rüdiger Lautmann, Norbert Reck und Guy Hocquenghem] sind von zwei kenntnisreichen Texten des Herausgebers Heinz-Jürgen Voß gerahmt. Im einleitenden Beitrag führt Voß behutsam an das zu erwartende Leseabenteuer heran. [...] Das Buch ist Band 11 der Reihe 'Angewandte Sexualwissenschaft'. Hoffentlich folgen weitere Bände dieser Qualität." (Sexuologie, Bd. 25/2018, Heft 1-2, S.103-105)

Prof. Dr. Florian Mildenberger hat den Band in der sexualwissenschaftlichen Zeitschrift "Sexuologie" besprochen. Er schreibt unter anderem: "Der erste Teil des Titels lässt zunächst eine Discografie der Pet Shop Boys vermuten, doch dieser Sammelband entpuppt sich bei genauerer Lektüre als ein vorzüglicher Ansatz, um einen im Windschatten Foucaults bereits vergessenen französischen Vordenker einer kritischen Homoforschung interessierten Lesern in Erinnerung zu rufen." (Sexuologie, Bd. 25/2018, Heft 1-2, S.105f)

Und hier findet sich ein Videomitschnitt einer Buchvorstellung:

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Sehr gern weise ich auf weitere Buchrezensionen hin, die ich in den vergangenen Wochen veröffentlicht habe:

(1)
"Geschlecht im flexibilisierten Kapitalismus? Potenziale von Geschlechter- und Gesellschaftstheorien"
von Ilse Lenz, Sabine Evertz und Saida Ressel (Hg.)
Auf: socialnet, 15.3.2018 (Online).

(2)
"Antisexistische Awareness. Ein Handbuch"
von Ann Wiesental
Auf: socialnet, 13.3.2018 (Online).

(3)
"Varianten der Sexualität. Studien in Ost- und Westdeutschland"
von Kurt Starke
Auf: socialnet, 13.3.2018 (Online).

(4)
"Widersprüche des Medizinischen. Eine wissenssoziologische Studie zu Konzepten der 'Transsexualität'"
von Katharina Jacke
Auf: socialnet, 7.3.2018 (Online).

(5)
"Politiken in Bewegung. Die Emanzipation Homosexueller im 20. Jahrhundert"
von Andreas Pretzel, Volker Weiß (Hg.)
Auf: socialnet, 26.2.2018 (Online).

(6)
"Expert_innen des Geschlechts? Zum Wissen über Inter*- und Trans*-Themen"
von Kim Scheunemann
Auf: socialnet, 7.2.2018 (Online).

Heinz-Jürgen Voß

Martin*e von Coloradio (Dresden) hat mit mir ein sehr schönes Interview und Gespräch zum Buch "Die Idee der Homosexualität musikalisieren: Zur Aktualität von Guy Hocquenghem" geführt. In 18 Minuten können Sie und könnt ihr nun einen ersten Eindruck vom Buch bekommen: zum Interview.

Weitere Informationen zum Buch finden sich hier.

Die nächsten Buchvorstellungen sind in: Zürich (7. März), Leipzig (15. März), Berlin (5. April), Regensburg (17. Mai), Wien (28. Mai), Merseburg (6. Juni), München, Essen etc.

Gern weise ich auf ein paar Rezensionen aktueller Bücher hin, die ich für socialnet.de verfasst habe. Im Folgenden jeweils ein kurzer Auszug - und der Link zum Weiterlesen:

(1) “Queer Wars: Erfolge und Bedrohungen einer globalen Bewegung”; von Dennis Altman und Jonathan Symons:

Gegen westliche Bevormundung werden Altman und Symons noch deutlicher: „Radikale Ideen voranzutreiben oder eine zu große Sichtbarkeit herzustellen in Gesellschaften, in denen nicht jede Sexualität als eine legitime Identität aufgefasst wird, kann einen Rückschlag provozieren, der vorhandene sexuelle Freiheiten sogar wieder zurückdrängt.“ (S. 138) [...] Leichtgängig liefern Altman und Symons in Freundls Übersetzung dem deutschsprachigen Publikum einen Zugang zum internationalen Stand aktueller Debatten um die Emanzipation von LSBTIQ.

Rezensiert auf: socialnet, 26.1.2018 (Online).

(2) “Schweigen = Tod, Aktion = Leben. ACT UP in Deutschland 1989 bis 1993”; von Ulrich Würdemann:

Ulrich Würdemann liefert mit dem vorliegenden Band einen hervorragenden Einstieg in Betrachtungen zu ACT UP in Deutschland. Er räumt mit dem mitunter angenommenen Mythos auf, dass HIV/Aids-Aktivismus, Aidshilfen und Schwulenbewegung ineinander aufgingen. Vielmehr stellt er die Diskrepanzen zwischen ACT UP auf der einen Seite und Schwulenbewegung und Aidshilfen auf anderen Seiten heraus. Besonders betont er die gegen HIV-Positive feindliche Politik, wie sie vor allem von Peter Gauweiler und Horst Seehofer betrieben wurde.

Rezensiert auf: socialnet, 25.1.2018 (Online).

(3) “Demo. Für. Alle. Homophobie als Herausforderung”; von Detlef Grumbach (Hg.):

Der vorliegende Band formuliert zuallererst ein Unbehagen mit den aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen. Rechte und reaktionäre Strömungen stellen, so die Autoren, eine zunehmende Bedrohung für LSBTIQ* dar – und Anhänger(_innen) von rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien und Initiativen fänden sich auch unter LSBTIQ* selbst. Wichtig am Band ist, dass er diese Verunsicherung transparent macht und mit einigen theoretischen Überlegungen unterfüttert. Gleichzeitig werden aus einigen Beiträgen Ansätze für Strategien gegen diese reaktionären Strömungen deutlich: Vielfach wird die Koalition mit anderen Gruppen angesprochen, die der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt in LSBTIQ* Rechnung tragen, aber auch mit anderen Marginalisierten zusammengehen sollte. Das Stichwort Intersektionalität taucht auf, auch das gemeinsame Streiten gegen Rassismus und Geschlechterhierarchie. Hier wird anzusetzen sein – und könnte mit einer Selbstreflexion schwuler Kontexte begonnen werden.

Rezensiert auf: socialnet, 24.1.2018 (Online).

(4) “Magnus Hirschfeld und seine Zeit”, von Manfred Herzer:

Das Buch ist ein unbedingtes Muss für alle diejenigen, die sich mit schwuler Geschichte im Allgemeinen und mit Magnus Hirschfeld und seinen Zeitgenoss_innen im Besonderen beschäftigen. Es stellt einen sehr guten Auftakt für die weitere Debatte dar.

Rezensiert auf: socialnet, 29.1.2018 (Online).

Im Jahr 2017 habe ich die folgenden Bücher besprochen und gebe euch und Ihnen hier einen kurzen Überblick. Die Rezensionen sind jeweils im Volltext online verfügbar. Ich wünsche eine gute Lektüre und wünsche einen schönen Jahresausklang! Heinz-Jürgen Voß

Das Coming-out der Staaten. Europas sexuelle Minderheiten und die Politik der Sichtbarkeit
von Phillip M. Ayoub
rezensiert auf: socialnet, 21.12.2017 (Online).

Lesben raus! Für mehr lesbische Sichtbarkeit
von Stephanie Kuhnen (Hg.)
rezensiert auf: socialnet, 7.12.2017 (Online).

Selbsthass & Emanzipation. Das Andere in der heterosexuellen Normalität
von Patsy l´Amour laLove (Hg.)
rezensiert auf: socialnet, 24.11.2017 (Online).

Wir Deutschen und die Liebe. Wie wir lieben. Was wir lieben. Was uns erregt
von Christoph Drösser
rezensiert auf: socialnet, 23.10.2017 (Online).

Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart
von Sabine Hark & Paula-Irene Villa
rezensiert auf: socialnet, 23.10.2017 (Online).

Wege zum Nein. Emanzipative Sexualitäten und queer-feministische Visionen. Beiträge für eine radikale Debatte nach der Sexualstrafrechtsreform in Deutschland 2016
von Sina Holst, Johanna Montanari (Hg.)
rezensiert auf: socialnet, 18.10.2017 (Online).

Über Heteronormativität: Auseinandersetzungen um gesellschaftliche Verhältnisse und konzeptuelle Zugänge
von Herrera Vivar, Maria Teresa; Rostock, Petra; Schirmer, Uta; Wagels, Uta (Hg.)
rezensiert auf: Dasendedessex, 10.4.2017 (Online).

Creatures: Aufsätze zu Homosexualität und Literatur
von Dirck Linck
rezensiert auf: Dasendedessex, 3.4.2017 (Online).

Eine Übersicht aller Rezensionen (und Aufsätze) auch früherer Jahre findet sich hier.

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Cover Für mehr lesbische SichtbarkeitGern weise ich auf den Band von Stephanie Kuhnen (Hg.) für mehr lesbische Sichtbarkeit hin. Ich habe ihn für socialnet (zur vollständigen Rezension) besprochen. Im Folgenden findet ihr und finden Sie einen Auszug aus der Rezension:

... Zentral für die Analyse der Situation von Lesben ist der von Birgit Bosold verfasste Aufsatz „Doppeläxte raus! Warum die schwul-lesbischen Bündnisse der 1990er Jahre vielleicht doch nicht eine so gute Idee waren“ (S. 18). Bosold stellt darin die finanzielle Förderung im Land Berlin für LSBTTIQ*-Projekte vor: Im Jahr 2016 gingen demnach von 3,7 Millionen Euro 1,7 Millionen (46 %) an zwei Träger, die sich insbesondere um Belange schwuler Männer kümmern. Lediglich 18 % (677.000 Euro) gingen an lesbische Projekte. Für den Zeitraum von 2009 bis 2015 stellt Bosold eine ähnliche Ungleichheit fest. Als zweites Beispiel führt Bosold die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld an, die im Jahr 2013 insgesamt 24 Projekte förderte, darunter war nur ein einziges explizit lesbisches Projekt. Schon ökonomisch entstehe damit eine Situation, in der lesbische Projekte kaum überleben könnten. Im Weiteren zeigt Bosold auf, dass Lesben auch in der einschlägigen Geschichtsschreibung zu Homosexualität unterrepräsentiert sind – obwohl Bände übergreifend als „homosexuell“ bezeichnet werden – und nicht etwa als „schwul“ –, kämen Frauen darin kaum vor. Die „Unsichtbarmachung“ betreffe Lesben auch in der Erinnerungskultur, wo Schwule mit Macht durchgesetzt hatten, dass am NS-Mahnmal ausschließlich Männern gedacht werden sollte. Auch die abschließend gefundene Kompromisslösung setze Lesben nur hinzu, während die schwulen Männer dominant blieben. Bosold schlägt entsprechend, im Anschluss an Sabine Hark, mehr Eigenständigkeit für lesbische Forderungen vor, und es gelte sich vor Augen zu führen, wie die „Differenzen ineinander verwoben sind und hierarchisch organisiert wurden“ (S. 24, nach Hark, Hervorhebung im Original). Und weiter:

Es wäre viel gewonnen, wenn ‚wir‘ mehr Sorgfalt darauf verwenden würden. Präzise herauszuarbeiten, was wir jeweils Unterschiedliches wollen, statt dies mit dickem rosa Zuckerguss zu bemänteln. (Ebd.)

Die Herausgeberin Stephanie Kuhnen schließt in ihren Beiträgen an einige der Perspektiven von Bosold an. So betont sie die Bedeutung von Alexander Zinn, der sich gegen die Forderungen der Lesben stark gemacht hatte, am „Homo-Mahnmal“ auch der im NS ermordeten lesbischen bzw. frauenliebenden Frauen zu gedenken (S. 134). Kuhnen betont in den Aufsätzen „Sichtbarkeit ohne Baedeker“ und „Vom Verschwinden einer Identität“ die wichtige Bedeutung von lesbischer Sichtbarkeit und die Notwendigkeit eigenständiger Demonstrationsformen, wie der Dyke*Marches. Sie stellt fest, dass in der Community Lesbenprojekte zunehmend verdrängt wurden und werden. Auch heute, nach „Homo-Ehe“ und schließlich Öffnung der Ehe, gelte:

Die Verliererinnen sind wieder einmal die Lesben, die mit der Normalisierung in den 2000ern auf die billigen Plätze verwiesen wurden und jetzt allmählich aus der Legende der erfolgreichen Emanzipation geschrieben werden. […] Die Marginalisierung von Lesben hat Methode. (S. 27)

... weiter auf socialnet

[Aktualisiert: 9.8.2018]

Zum Dritten deutschen Männergesundheitsbericht - Sexualität von Männern (mehr Informationen zum Bericht) gab es bereits in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung eine sehr gute Resonanz, die sich in Berichten zeigt und auch bereits in der punktuellen genaueren Beschäftigung mit Einzelbeiträgen. Dafür schon vielen Dank! Über weitere Berichte, Besprechungen, Diskussionen und Diskussionsveranstaltungen freuen sich die Herausgebenden - auch gerade weil sexuelle Gesundheit im Sinne von Wohlbefinden (und nicht nur als 'Abwesenheit von Krankheit') zu selten Thema ist, wenn es um Männer und Männlichkeiten geht.

In seiner umfassenden Besprechung auf socialnet schreibt Prof. Dr. Rüdiger Lautmann u.a.: "[D]er Band trägt Handbuchcharakter und erfüllt die anspruchsvollen Kriterien dieses Formats vollauf. Die Themen der Artikel sind passend ausgewählt, sodass das Feld vollständig abgedeckt wird und Überschneidungen auf ein Minimum beschränkt bleiben. Die Beiträge stammen von kompetenten Vertreter*innen des Fachs; die hier zu erwartenden Namen tauchen tatsächlich auf. Die Texte sind gut lesbar und ohne Redundanz geschrieben. Probleme werden benannt, Handreichungen für die Praxis angeboten. Jeder Artikel verfügt über eine Zusammenfassung in Deutsch und Englisch. Das Sachregister verweist (leider nur) auf die Artikel, nicht auf Seiten. Beeindruckend ist die Fülle verwerteter Literatur. Fazit: Das Buch bietet eine umfassende Sammlung der Themen und vorliegenden Erkenntnisse zum Sexualverhalten insbesondere der Männer. In dieser Vollständigkeit geschieht das erstmals. Der Band versammelt sowohl die sachlichen Informationen als auch die kritischen Fragen. Er eignet sich als Ausgangspunkt, um Forschungsfragen zu entwickeln, ferner auch für die Lehre im Bereich der Sozialen Arbeit, der Sexualpädagogik und Public Health. Sogar die an Aufregern so interessierte Journalistik könnte sich hier Anstöße holen, um dem Publikum eine wirklichkeitsorientierte Aufklärung zu vermitteln." (online)

In einer Besprechung auf www.kritisch-lesen.de schreibt Olaf Stuve zum Männergesundheitsbericht unter anderem: "Angesichts der Diagnose über die aktualisierte Politisierung von Sexualitäten und Geschlechterverhältnisse, ist in dem Männergesundheitsbericht 2017 eine wichtige Stimme für eine geschlechtliche und sexuelle Vielfalts- und Gerechtigkeitspolitik zu sehen. Orientierungspunkte für die Ausrichtung des Berichts stellen reale Bedürfnisse in einer heterogenen geschlechtlichen und sexuellen Wirklichkeit dar. Das erscheint umso wichtiger, sind Männlichkeit und Sexualität derzeit doch zu einem umkämpften Terrain geworden, wie lange nicht mehr. Für weitere wissenschaftlich-praktische Diskussionen in den Arbeitsfeldern Medizin, Sexual- und geschlechterreflektierte Pädagogik, soziale Arbeit, (Psycho-)Therapie sowie kritische Geschlechter-, Männlichkeits- und Männer*forschung sind eine Fülle von Informationen und Anregungen mit dem Bericht vorgelegt. Es ist zu hoffen, dass der engagierte Austausch im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit an dem Bericht fortgesetzt wird." (Online)

Die weiteren erschienenen Rezensionen und medialen Beiträge sind - sofern möglich - im Folgenden kurz verlinkt:

Deutschlandfunk, 9. Mai 2017, zugänglich über den Sender.

Deutsches Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/74507/Dritter-Maennergesundheitsbericht-stellt-Sexualitaet-in-den-Fokus

NDR: https://www.ndr.de/info/Neuer-Maennergesundheitsbericht-Sexualitaet-als-Klischee,audio322532.html

Berliner Morgenpost: https://www.morgenpost.de/web-wissen/article210451993/Wenn-Jungen-Pornofilme-gucken.html

Hamburger Abendblatt: http://www.abendblatt.de/vermischtes/article210456719/Pornos-ueberall-Verlernen-Jugendliche-die-echte-Liebe.html

Thüringer Allgemeine: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Wenn-Jungs-Pornos-gucken-1827874661

Braunschweiger Zeitung: https://www.braunschweiger-zeitung.de/panorama/article210456719/Pornos-ueberall-Verlernen-Jugendliche-die-echte-Liebe.html

Urologische Nachrichten: http://biermann-medizin.de/fachbereiche/urologie/medizin-forschung/maennliche-sexualitaet-wir-muessen-reden

Ärzte-Zeitung: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/erektile-dysfunktion/article/934999/maennergesundheitsbericht-sexualprobleme-sprechstunde-tehmatisieren.html

Mitteldeutsche Zeitung: http://www.mz-web.de/merseburg/maennergesundheit-beschneidung-bald-kassenleistung--26828232

Mitteldeutsche Zeitung: http://www.mz-web.de/merseburg/dritter-maennergesundheitsbericht-erektionsstoerungen-als-fruehwarnsystem-26847820

NDR Wissenschaftsmagazin: https://www.ndr.de/info/Neuer-Maennergesundheitsbericht-Sexualitaet-als-Klischee,audio322532.html

m.aerzteblatt: http://m.aerzteblatt.de/news/74507.htm

Welt: https://www.welt.de/gesundheit/article164224175/Zweimal-Sex-in-der-Woche-ist-Bloedsinn.html

Univadis Medizinportal: https://www.univadis.de/viewarticle/stiftung-maennergesundheit-sexualitaet-ist-wesentlicher-bestandteil-von-gesundheit-516700?s1=news

DocCheck: "Männer, geht spielen".

Urologenportal: "Im Fokus des 3. Männergesundheitsberichts - Sexualität von Männern".

Mehrfach auf MDR, TV und Hörfunk, am 4. und 5. Mai 2017.

Auch wenn der Begriff „Heteronormativität“ bereits 1991 formuliert wurde (vgl. auch Gender-Glossar), lassen sich weiterhin bemerkenswerte und aktuelle Reflexionen hinzusetzen, wie der vorliegende Band zeigt. Der US-amerikanische Literaturwissenschaftler Michael Warner hat seinerzeit den Begriff geprägt, um (Hetero-)Sexualität als „normatives gesellschaftliches Strukturprinzip“ (S. 90; vgl. Gender-Glossar) zu beschreiben und zu untersuchen. Es geht bei „Heteronormativität“ also um den normativen Charakter von Heterosexualität in Gesellschaft, nicht um die Ablehnung von Heterosexualität an sich (wie es mitunter in rechtspopulistischen Zuschreibungen der wissenschaftlichen Theoriebildung unterstellt wird). Der Begriff „Homonormativität“ in der heute gebräuchlichen Form wurde deutlich später – 2002 – von Lisa Duggan geprägt, um neuere Politiken zu beschreiben, mit denen bisher gesellschaftlich stigmatisierte homosexuelle Lebensweisen in die klassischen heteronormativen Bahnen gelenkt werden. Ehe, Kinder, Hausbesitz, Monogamie und das "Recht", im Militär mitzutun, würden nun auch dort Standard und Lesben und Schwule erhielten gesellschaftliche Integrationsangebote, wenn sie sich an der Heteronorm und den klassischen gesellschaftlichen Idealen von „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ orientierten.

Der 2016 im Verlag Westfälisches Dampfboot erschienene Sammelband „Über Heteronormativität“, herausgegeben von Maria Teresa Herrera Vivar, Petra Rostock, Uta Schirmer und Karen Wagels, liefert nun ein Upgrade des Analysestandes zu Heteronormativität, den Martin Mlinarić in seinem Überblicksbeitrag zur heteronormativen Situation in Serbien und Kroatien treffend charakterisiert:

„Doch handelt es sich bei dem zeitgenössischen Dispositiv wirklich nur um ein Update von Heteronormativität? In der Selbstwahrnehmung des globalen Nordens erscheint es eher als Upgrade eines heteronormativen Betriebssystems respektive Dispositivs als eine höherwertige Konfiguration, die nicht nur einfach aktualisiert, sondern auf eine ganz neue, überlegenere Stufe gehoben wurde und sich als deutlich effizienter, ‚besser‘ und ‚gerechter‘ als ältere Versionen erweist.“ (S. 215, Hervorhebungen im Original)

Dieses Upgrade werde gerade dadurch erreicht, dass das im globalen Norden etablierte "heteronormative Betriebssystem" über den punktuellen, leicht rückholbaren Einschluss einiger homosexueller Lebensstile gegenüber den normativen Systemen im globalen Süden als „überlegen“ präsentiert werde: Continue reading “Gesellschaftlich findet ein Heteronormativitäts-Upgrade statt… Rezension von “Über Heteronormativität” (hg. von Herrera Vivar/Rostock/Schirmer/Wagels)” »

Wer feste Identitäten mag, ist in der schwulen Literatur und Kunst in der Regel nicht richtig. Dort zeigen sich Auflösungen und ambige Aushandlungen, die sexuelle Akte, Verlangen und konkretes menschliches Miteinander in den Mittelpunkt stellen. Oder, wie Dirck Linck im vorliegenden Buch Hubert Fichte zitiert:

„Ich lobe den Arsch, den ich fühlen kann, sehen, riechen, schmecken, hören, den sinnlichsten von allen! […] Ich lobe den Arsch, der ist wie ein Auge, das wie die Welt ist, die wie ein Arsch ist!“ (Pubertät; nach: Linck, S. 118)

Wunderbar, dass es literaturwissenschaftliche Meister_innen gibt, die auch jenen einen Zugang zu Literatur ermöglichen, die erst eine kleine Hilfestellung benötigen – einen freundlichen Hinweis. Ich bin eine solche Person, die für Hilfestellung dankbar ist, die gern liest, aber gern auf andere Lesweisen aufmerksam gemacht wird. Dirck Linck gehört zu denen, die zur Hilfestellung in der Lage sind. Er ist ein ausgewiesener Kenner der subversiven, gendervarianten, schwulen und queeren Literatur – und macht Lust darauf, sie zu lesen, neu zu interpretieren und sich von ihr neu, politisch und aktivistisch inspirieren zu lassen. Und Linck schlägt anregende Perspektiven selbst vor, über die der Austausch lohnt. Continue reading “Schwule Literatur, Kunst und Politik – Besprechung des Buches “Creatures: Aufsätze zu Homosexualität und Literatur” von Dirck Linck” »

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