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Wellmann Die Form des Werdens

Aus der Rezension: "Während Wolf Lepenies für das ausgehende 18. Jahrhundert das „Ende der Naturgeschichte“ konstatierte und herausarbeitete, dass eine Erweiterung naturgeschichtlicher Beschreibungen um die Dimension der Zeit stattgefunden habe, fordert Janina Wellmann in ihrem neuen Buch „Die Form des Werdens“ die Präzisierung dieser These ein. Sie stellt fest: Zum ausgehenden 18. Jahrhundert geriet das Leben aus dem Takt – Takt im Sinne einer Zeitlichkeit und eines steten Gleichklanges. Nicht das Hereinbrechen einer schlichten Zeitlichkeit sei um 1800 das ausschlaggebende Moment und konstituierend unter anderem für die „moderne“ Biologie gewesen – ein Verständnis von Zeitlichkeit habe es auch zuvor gegeben –, neu sei vielmehr die „Vorstellung von Ordnung in einer stetig sich wandelnden Welt“ gewesen."
Die vollständige Rezension findet sich hier, bei Literaturkritik.de.

Das Buch "Geschlecht: Wider die Natürlichkeit" (ISBN 3-89657-663-1, 180 Seiten, 10 EUR) ist soeben in der feinen Reihe theorie.org des Schmetterling Verlags erschienen. Ich möchte Sie/Euch herzlich zur Lektüre und Diskussion einladen!

Geschlecht: Wider die Natuerlichkeit

In dem Buch wird klar und deutlich herausgestellt, dass Menschen und all ihre (unsere) Wahrnehmung stets schon gesellschaftlich sind. Anknüpfend an Karl Marx und Simone de Beauvoir wird diskutiert, warum uns diese Gesellschaftlichkeit so rasch entgleitet und wir bestrebt sind, Beobachtungen und Merkmale als "natürlich" - vorgegeben und unabänderlich - zu erklären und sie damit unser Einflussnahme zu entziehen. Es wird deutlich, dass es für ein besseres Verständnis der Gesellschaftlichkeit der Menschen wichtig ist, Kapitalismuskritik und Geschlechtskritik zusammenzudenken. Da bislang selten geschehen, werden historische und aktuelle "biologische Theorien" - auch sie sind Teil der Gesellschaft! - anschaulich und verständlich in ihrer Vielschichtigkeit diskutiert.

Das Buch ist ab sofort überall im Buchhandel erhältlich! Für ein Rezensionsexemplar wendet Euch/wenden Sie sich bitte an den Verlag oder an mich (voss_heinz[ättt]yahoo.de); auch übrige Diskussionsbeiträge, Anmerkungen und Kritiken sind sehr willkommen! Weiterlesen » » » »

Hier nun ein kurzer einführender Text in das Buch "Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive". Er ist in der Zeitschrift Analyse & Kritik (Nr. 547) erschienen - und ich danke herzlich für das Einverständnis zur Online-Veröffentlichung!

Alles bio? Auch aus biologischer Sicht gibt es mehr als zwei Geschlechter

Was für "gesellschaftliches Geschlecht" (gender) verbreitete Annahme ist - nämlich, dass es gesellschaftlich hergestellt ist -, ist für "biologisches Geschlecht" (sex) hoch umstritten. So erntete Judith Butlers bereits 1990 erschienenes Buch "Gender trouble" breite Kritik. Nach Butler werden auch körperliche Merkmale erst durch eine gesellschaftliche Brille gelesen. Auch deren Beschreibungen unterlägen gesellschaftlichen Deutungen, die die Wahrnehmungen prägen würden. Das, was an körperlichen Merkmalen benannt wird, wie es benannt wird und wie es mit weiteren Deutungen belegt wird, sei bereits gesellschaftlich beschränkt und beschränke sich daran anschließende Deutungsmöglichkeiten.Weiterlesen » » » »

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