Springe zum Inhalt

Die Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen – OII Germany e. V. richtet sich mit 10 Fragen an alle demokratischen Parteien anlässlich der Bundestagswahl 2017.

Die Wahlprüfsteine werden im Folgenden dokumentiert - weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen – OII Germany e. V.; dort werden auch die Antworten der Parteien nachlesbar sein. Weiterlesen

Der "Dritte deutsche Männergesundheitsbericht - Sexualität von Männern" ist nun erschienen und kann über jede Buchhandlung und den Verlag bezogen werden.

Der Bericht berücksichtigt facettenreich die Lebenslagen von Männern. Gewonnen hat der Bericht von der interdisziplinären Verzahnung soziologischer und medizinischer Perspektiven, die durch die Kooperation von Stiftung Männergesundheit und Hochschule Merseburg möglich wurde. Dabei tragen die Beiträge auch den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung, in denen digitale Medien eine größere Rolle einnehmen und sich Männlichkeiten diversifizieren. So werden neben den klassisch im Berichtswesen thematisierten Männlichkeiten auch Trans*- und Inter*-Männlichkeiten betrachtet und im Hinblick auf gelingende Sexualität von Männern dargestellt.

Dritter deutscher Männergesundheitsbericht: Sexualität von Männern
von Doris Bardehle, Heinz-Jürgen Voß, Theodor Klotz, Bettina Staudenmeyer, Stiftung Männergesundheit (Hg.)

Psychosozial-Verlag, Gießen
2017, 449 Seiten, 39,90 Euro
ISBN: 978-3-8379-2683-5

Informationen beim Verlag: hier.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: hier.
Übersicht über erschienene Presseresonanz und Rezensionen: hier.

Die Vorstellung des Männergesundheitsberichts findet bei Veranstaltungen am 3. Mai in Berlin (Bundespressekonferenz, für Journalist_innen) und am 4. Mai in Merseburg (öffentlich) statt.

cover_geschlechtliche_vielfalt_erleben_In der Reihe "Angewandte Sexualwissenschaft" des Psychosozial-Verlags ist gerade das lesenswerte Buch "Geschlechtliche Vielfalt (er)leben: Trans*- und Intergeschlechtlichkeit in Kindheit, Adoleszenz und jungem Erwachsenenalter" neu erschienen. Es wendet sich Inter* und Trans* gerade vor dem Hintergrund aktuell stattfindender rechter Angriffe vor; im Band wird u.a. vorgeschlagen, interdisziplinär und intersektional Lösungsansätze zu entwickeln. Eingeleitet wird das Buch mit einem Grußwort der sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping.

Geschlechtliche Vielfalt (er)leben:
Trans*- und Intergeschlechtlichkeit in Kindheit, Adoleszenz und jungem Erwachsenenalter
von Alexander Naß, Silvia Rentzsch, Johanna Rödenbeck, Monika Deinbeck (Hg.)

Psychosozial-Verlag, Gießen
2016, 149 Seiten, 19,90 Euro
ISBN: 978-3-8379-2597-5

Verlagsinformationen

[aktualisiert: 13.07.2017]

Im Folgenden findet sich eine Übersicht über erschienene Rezensionen zum Band "Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung", der 2016 in der Buchreihe "Angewandte Sexualwissenschaft" im Psychosozial-Verlag erschienen ist (Verlagsinformationen).

Doch hier zu Beginn ein Audio-Interview zum Buch bei Radio Corax (Halle), geführt von Elke Prinz mit Heinz-Jürgen Voß. Hier zum Anhören.

Sascha Salamander schreibt auf ihrem_seinem Blog ausführlich in zwei Beiträgen über das Buch und folgert: "Abschließend ist zu sagen: den Herausgebern ist es gelungen, Autoren zu gewinnen, die nicht nur eine trockene Analyse schreiben, sondern die mit Eifer für eine Sache schreiben und dieses Feuer auf den Leser übertragen. Trotzdem es ein sehr detailliertes Fachbuch mit wissenschaftlichem Hintergrund ist, spürt man beim Lesen klar, dass einzelne Autoren für ihr Thema brennen und es ihnen ein Anliegen ist, dies zu teilen. Ich lege das Buch allen ans Herz, die sich als Aktivisten mit den Themen auseinandersetzen wollen oder die beruflich mit den hier genannten Personengruppen befassen und für sie einsetzen. Das Buch vertieft wissen, eröffnet neue Sichtweisen und bietet einen differenzierten Einblick." zur Rezension -- zur Fortsetzung

Dr. Anja Gregor von der Universität Jena schreibt auf socialnet.de: "Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß legen mit dem hier vorgestellten Sammelband eine gelungene Auswahl von Perspektiven vor, die einen Bereich beleuchten, dem sich Wissenschaft ebenso wie Praxis bislang nur vereinzelt widmen: Verhandlungen von geschlechtlicher, sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung. Sie liefern damit einen wichtigen Beitrag, um eine breitere Diskussion der Themen Asexualität, Inter*geschlechtlichkeit oder Sexualität im Gefängnis ebenso wie der Kritik an Trans*Pathologisierung und diversen Reproduktionstechniken und -normen zu ermöglichen." zur Rezension

Daniel Horneber schreibt im Forum für Behindertenpolitik auf  Marxistisch-Leninistischer Grundlage: "Als ich dann das Buch in Händen hielt und feststellte, dass die verschiedenen Themen Transsexualität, Intersexualität, Asexualität, Sexualität im Gefängnis, Sexualität im Kontext von Behinderung sowie außerhalb hetrosexueller Paarbeziehungen den verschieden Kategorien sexueller, geschlechtlicher und reproduktiver Selbstbestimmung zugeordnet worden waren, war ich irritiert. [...] Sexualität im Kontext mit Behinderung nur unter dem Thema sexuelle Reproduktion abzuhandeln greift viel zu kurz! Partnerschaft, Verhandlung über den und die Wahrnehmung des eigenen Körper, Lust beim Sex, und Strategien (Sexualassistenz oder Sexualbegleitung) zur Befriedigung der Sexualität wären Themen gewesen, welche die Zuordnung zum Abschnitt reproduktive Selbstbestimmung nicht mehr ausreichen hätten lassen, welche aber notwendig sind um dem Thema gerecht zu werden. [...] Ich habe im Großen und Ganzen den Eindruck, dass das Weglassen der großen Abschnitte dem Buch gut getan hätte. Ich empfehle dieses Buch trotz der Unzulänglichkeiten, die es aus meiner Sicht hat, allen Pädagog_innen und Mitarbeiter_innen in der Jugendhilfe an Schulen und all jenen welche Lehrer_innen oder Erzieher_innen ausbilden." zur Rezension

Die Soziologin Kirsten Achtelik wendet sich in ihrer Besprechung im Genethischen Informationsdienst der Schwerpunktsetzung des Bandes zu . Die Fokussierung auf Intergeschlechtlichkeit, Trans*, auf Asexualität und auf Sexualität im Kontext von Gefängnis "sind mehr als ungewöhnlich". Sie fragt: "Sind das die Hauptprobleme, die es auf dem Feld der sexuellen Selbstbestimmung gibt?" (Genethischer Informationsdienst, Juni 2016)

Auf umstandslos hat die Soziolog*in und Feminist*in Daniela Jauk den Band besprochen und kommt zur folgenden Gesamteinschätzung: "Die 18 Autor_innen bilden eine anregende und spannende Mischung aus Aktivist_innen, Wissenschafter_innen, Praktiker_innen aus Medizin, Soziologie, Pädagogik, Psychologie und Sozialarbeit, freien Autor_innen – manchmal in ihren ko-existierenden Rollen. Der aktivistische und emazipatorische Zugang, der sich durch das Buch zieht, macht es zu einem richtig positiven Leseerlebnis – auch wenn die meisten Beiträge sehr klar Begrenzungen der Selbstbestimmung, Ausgrenzungsprozesse und Diskriminierung im Blick haben und an sich traurig stimmen. Es ist angenehmerweise jedenfalls ein Buch bei dem man sich alles andere als mühsam durch die Seiten kaut, die meisten Beiträge erschließen sich den Leser_innen in leicht verständlicher Sprache und geschmeidigen Strukturierungen und machen dadurch Lust weiter zu lesen." Zur Rezension

Theodor Itten empfiehlt das Buch in der Zeitschrift "Psychotherapie Wissenschaft" und schreibt im Fazit: "[D]ieses aktuelle Zeitzeugnis im Spannungsfeld von leiblichem Bedürfnis und theoretischem Aufsperren von Menschenwürde, ohne Denkschablonen, dieser achtzehn engagierten SozialwissenschaftlerInnen ist ohne Wenn und Aber zu empfehlen." (Psychotherapie Wissenschaft, Jg. 6, Heft 2 (2016))

In der Zeitschrift "Soziale Arbeit" wurde der Band vorgestellt und empfohlen. Dort heißt es unter anderem: "Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Heterogenisierung von Genderzuordnungen beschäftigt sich dieser Sammelband mit dem Thema der Selbstbestimmung in den Bereichen der Geschlechtlichkeit, der Fortpflanzung und der Sexualität. Die Einzelbeiträge beleuchten die Pathologisierung der Transsexualität, die Beratung transidenter Menschen, medizinische Aspekte sowie psychoanalytische, pädagogische und sozialarbeiterische Perspektiven [...der] Intergeschlechtlichkeit. In den Blick genommen werden ferner die Orientierung der Asexualität und die Sexualität im Kontext einer Inhaftierung." Soziale Arbeit, Heft. 6/7 (2016), S. 281.

Die Juristin Dr. Anja Schmidt besprach den Band in der Zeitschrift Kritische Justiz. Vierteljahresschrift für Recht und Politik (Heft 1, 2017) und folgert: "Der Band greift viele Aspekte geschlechtlicher, sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung auf, auch wenn er angesichts der umfassenden Überschrift teils mosaikartig wirkt. Er vermittelt Jurist*Innen wichtige Informationen und Impulse für eine sprachlich angemessene, kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit dem Recht unter Einbeziehung der Praxis und ausgehend von den Perspektiven »Betroffener«" Zeitschrift Kritische Justiz. Vierteljahresschrift für Recht und Politik (Heft 1, 2017)

Die Soziologin Julia Maria Zimmermann von der Université de Luxembourg rezensierte das Buch "Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung" auf socialnet.de. In der Besprechung fokussiert sie insbesondere die Beiträge zu Intergeschlechtlichkeit und Asexualität; zum gesamten Band hält sie fest: "Seinem titelgebenden Anspruch, die Selbstbestimmung ins Zentrum nicht nur der Aufmerksamkeit, sondern der konkreten Praxis zu stellen, wird „Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung“ vollauf gerecht: alle Autor_innen sind diesem Anspruch sichtbar verpflichtet. Diese Verpflichtung geht in vielen Beiträgen über eine bloße Interessenvertretung hinaus und plädiert für die Definitionsmacht marginalisierter Gruppen. Die Implikation dieses Plädoyers liegt nicht nur in der Übertragung von Expertise von den, in erster Linie, psycho-medikalen Professionellen auf die marginalisierten Personen selber. Sie geht meines Erachtens in durchaus logischer Konsequenz weiter und betrifft die Neubewertung von Expertise insgesamt." socialnet.de, online.

1

PSY-Katzer-2546-v03.indd"Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung" (Gießen 2016: Psychosozial-Verlag) ist ein innovativer und praxisorientierter Sammelband. Themen in den drei im Titel benannten Schwerpunkten sind: Trans* // Intergeschlechtlichkeit // Asexualität // 'Sexualität und Gefängnis' // Recht auf Abtreibung // Behinderung und reproduktive Selbstbestimmung // geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Weitere Informationen zum Band unten und hier: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/1000/products_id/2546 .

Über dein und Ihr Interesse würden wir uns freuen - auch über Rezensionen. Ein Rezensionsexemplar kann bei mir ( voss_heinz@yahoo.de , wird ab 10. März verschickt) oder direkt beim Verlag angefordert werden ( Melanie Fehr, melanie.fehr@psychosozial-verlag.de ). Auch über weitere Rückmeldungen freuen wir uns!

Liebe und herzliche Grüße
Heinz-Jürgen Voß

Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung: Praxisorientierte Zugänge
Michaela Katzer, Heinz-Jürgen Voß (Hg.)

Buchreihe: Angewandte Sexualwissenschaft
Verlag: Psychosozial-Verlag
2016 / 358 Seiten, 36,90 Euro
ISBN-13: 978-3-8379-2546-3
Informationen: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/1000/products_id/2546
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: http://www.psychosozial-verlag.de/pdfs/leseprobe/9783837925463.pdf

Klappentext:
Selbstbestimmung geht über die Überwindung bzw. Abwesenheit von äußerem Zwang hinaus. Sie erfordert positives Bewusstsein über Möglichkeiten eigenen Handelns mit einem Spektrum von Anpassung bis Ausbruch. Geschlechtliche Selbstbestimmung schließt Abweichung, Veränderung und Deutungshoheit über körperliche Geschlechtsmerkmale ein.

Im vorliegenden Buch wird »Selbstbestimmung« im sexualwissenschaftlichen Diskurs aus akademischer und aktivistischer Perspektive betrachtet. Die Beiträge beleuchten Aspekte von Inter- und Transsexualität, Asexualität, Sexualität unter Haftbedingungen, im Kontext von Behinderung sowie außerhalb heterosexueller Paarbeziehungen. In ihrer Vielfalt sind die Beiträge Zeitzeugnis, geben zugleich einen Ausblick auf die Zukunft und tragen dazu bei, gängige Denkschablonen zu überwinden.

Mit Beiträgen von Anne Allex, Markus Bauer, Heike Bödeker, Jens Borchert, Diana Demiel, Andreas Hechler, Michaela Katzer, Torsten Klemm, Katja Krolzik-Matthei, Anja Kruber, Alina Mertens, Andrzej Profus, Nadine Schlag, Heino Stöver, Manuela Tillmanns, Daniela Truffer, Heinz-Jürgen Voß und Marlen Weller-Menzel

1

Reihen-Umschlaggestaltung für den Psychosozial-Verlag, Gießen Info zu Hintergrund Raster-Bild: Raster für Fond: Covermotiv in Fläche von ca 25 x 25 cm einbauen und in Bitmap wandeln. Einstellung Bitmap: Halbtonraster 10 p per inch Winkel 45°

Gern möchte ich euch und Sie auf das Buch "Geschlecht als Gabe und Aufgabe: Intersexualität aus theologischer Perspektive" von Conrad Krannich hinweisen. Es ist soeben im Psychosozial-Verlag erschienen. Das Buch eröffnet die theologischen Sichtweisen zu Intergeschlechtlichkeit.

*Geschlecht als Gabe und Aufgabe: Intersexualität aus theologischer Perspektive*
von Conrad Krannich
Buchreihe: Angewandte Sexualwissenschaft
Verlag: Psychosozial-Verlag
2016, 80 Seiten, 16,90 Euro
ISBN-13: 978-3-8379-2544-9
Weitere Informationen und Klappentext: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/products_id/2544
Für ein Rezensionsexemplar wenden Sie sich bitte an: melanie.fehr@psychosozial-verlag.de .

Klappentext:
Das geschlechtliche Selbsterleben als wesentliches Merkmal menschlicher Identität läuft oftmals der Vorstellung einer bipolaren Geschlechterordnung zuwider. Intersexualität steht quer zu dieser sozialen Geschlechterkonstruktion, die nicht nur in der christlich-theologischen Anthropologie oft als unhinterfragte Leitdifferenz vertreten wird.

Ausgehend von medizinisch-biologischen sowie sozialen Aspekten von Intersex wirft Conrad Krannich grundlegende Fragen für die theologische Anthropologie und Ethik auf. Mithilfe klassisch-theologischer Denkfiguren legt er den Konstruktionscharakter der geschaffenen Wirklichkeit offen und ermöglicht so ein Verständnis für die Ambivalenz und Mehrdeutigkeit sexueller Identität. Damit ist auch der Weg zu einem angstfreien Umgang mit den Vieldeutigkeiten menschlicher Existenz eröffnet.

Weitere Bände der Buchreihe: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/index.php/cPath/2000_2130

Ich bin sehr überrascht. Das erste Mal seit vielen Jahren stellt der Berliner CSD gute und weitreichende Forderungen auf. Sie sind hier nachlesbar: http://csd-berlin.de/csd-forderungen-2015/ . Und hier auch gleich direkt angeführt:

Dies sind die Forderungen für den Berliner Christopher Street Day 2015, die große Demonstration für LSBTI*-Menschenrechte. LSBTI* steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle/Transgender/Transidente, Intersexuelle; das Sternchen [*] steht für Menschen, die sich durch ähnliche Aspekte von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden, die vorgenannten Kategorien jedoch ablehnen.


1. Ehe und Familie: Wir wollen keine Sonderrechte, sondern gleiche Rechte!

Vor 14 Jahren wurde die Eingetragene Lebenspartnerschaft in Deutschland eingeführt. Viele Rechte wurden lesbischen und schwulen Paaren dabei vorenthalten und müssen zum Teil noch immer gerichtlich erstritten werden. Lesben und Schwule stehen jedoch genau wie Heterosexuelle in ihren Beziehungen füreinander ein; homosexuelle und transidente Eltern sorgen sehr gut für ihre Kinder. Die Politik der kleinen Schritte ist vorbei – alles andere als Gleichstellung ist und bleibt Diskriminierung!

  • Für homosexuelle Bürgerinnen und Bürger darf real wie symbolisch kein minderes Recht gelten: Wir fordern die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule!
  • In Berlin und überall in Deutschland wachsen immer mehr Kinder in Regenbogenfamilien auf: Wir fordern die gleichberechtigte Teilhabe dieser Familien in allen Lebensbereichen!
  • Gleiche Rechte bei der Familienplanung: Schluss mit der Diskriminierung beim Zugang zur Reproduktionsmedizin!
  • Gleiche Rechte bei der Elternschaft: Schluss mit der Diskriminierung bei der gemeinschaftlichen Adoption.
  • Automatische Anerkennung der Elternschaft des nicht gebärenden Elternteils in eingetragenen Lebenspartnerschaften.
  • Rechtliche Anerkennung von Regenbogenfamilien mit mehr als zwei Elternteilen.


2. Für eine Positive Welt ohne Diskriminierung und Ausgrenzung!

Krankheiten dürfen weder in der Allgemeinbevölkerung noch innerhalb der Community zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen. Das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe im kulturellen und sozialen Leben muss individuell leistbar sein können und ist nicht verhandelbar. Chronische Erkrankungen dürfen nicht zu Armut führen.

  • Wir fordern die sofortige Löschung des stigmatisierenden “ANST”-Kennzeichens für “ansteckend” von HIV-Positiven sowie des “GKR”-Kennzeichens für “geisteskrank” aus polizeilichen Datenbanken.
  • Wir fordern Gleichberechtigung und Akzeptanz von HIV-Positiven, Hepatitiden-Positiven sowie weiterer chronisch erkrankter Menschen in der Gesellschaft, insbesondere am Arbeitsplatz und im Gesundheitswesen; dazu fordern wir eine verstärkte Aufklärungs- und Antidiskriminierungsarbeit gegen Stigmatisierungen.
  • Wir fordern die anonyme Chipkarte und Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle!
  • Wir fordern eine menschenwürdige Grundabsicherung jenseits der Armutsgrenze und einen an die individuelle Leistungsfähigkeit angepassten Arbeitsmarkt mit entsprechenden Hinzuverdienstmöglichkeiten.
  • Angemessener Wohnraum im Herzen der Stadt für Menschen mit Behinderungen und chronisch Kranke muss bezahlbar bleiben: Kein Zwangsumzug aus dem sozialen Umfeld!
  • Wir fordern, dass die unangemessene Praxis, in Bewerbungsverfahren oder auch während des laufenden Arbeitsverhältnisses einen HIV-Test zu verlangen oder auch nur anzubieten, rechtlich unterbunden wird.


3. Akzeptanz bilden!

Nur durch die Förderung und ausreichende Finanzierung von Bildung sowie Aufklärung kann Akzeptanz gegenüber anderen Lebensentwürfen schon ab der Schule entstehen. Die umfassende Information aller Menschen unserer Gesellschaft ist zwingend notwendig, um einen Rollback zu verhindern und den Bestrebungen fundamentalistischer Kräfte entgegenzuwirken, andere Lebensentwürfe in Frage zu stellen. Wir fordern:

  • Schulen und andere Bildungseinrichtungen müssen diskriminierungs- und gewaltfreie Orte des Lernens sein!
  • Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sind Querschnittsthemen und müssen verbindlich in den Rahmenlehrplänen der Schulen verankert sein!
  • Die “Initiative sexuelle Vielfalt” (ISV) muss ausgebaut, fortgeführt und für die Zukunft gesichert werden.


4. Vielfalt sichtbar machen, Vielfalt wertschätzen – auch innerhalb der Community!

Sowohl in der Gesamtgesellschaft als auch in den LSBTI*-Communitys finden Diskriminierung und Ausgrenzung statt. Wir alle gehören vielen unterschiedlichen Gruppen gleichzeitig an und können gleichzeitig – auch mehrfach – in einigen Bereichen diskriminiert werden und in anderen privilegiert sein. Homophobie, Rassismus, Sexismus, Trans-, Inter-, Bi- und Lesbenfeindlichkeit, Diskriminierungen aufgrund von Alter, Sero-Status, Behinderungen, Aussehen, sozialem Status oder aus anderen Gründen müssen gesamtgesellschaftlich wie subkulturell thematisiert und überwunden werden.

  • Die Vielfalt von Lebensentwürfen ist nicht nur eine kulturelle Bereicherung, sondern auch Ausdruck der Grundwerte einer dynamischen demokratischen Gesellschaft.
  • Auch innerhalb der Community ist Vielfalt ein Gewinn: Miteinander statt gegeneinander!
  • Die Interessen von Identitäten jenseits des weißen, schwulen, gender-konformen Mannes müssen in der politischen Arbeit stärker berücksichtigt werden.
  • In der medialen Darstellung von Homosexualität müssen lesbische und bisexuelle Frauen sowie LSBTI* of Color stärker in den Vordergrund rücken.
  • Wir müssen gemeinsam aktiv gewaltfreie und diskriminierungsarme Räume schaffen.
  • Trans*-Sein muss entpsychopathologisiert, das Transsexuellengesetz unter Einbeziehung von Trans*-Menschen überarbeitet werden.
  • Geschlechtsnormierende Operationen an Intersexuellen vor deren Einwilligungsfähigkeit sind gesetzlich zu verbieten.
     

5. Keine Altersdiskriminierung!

Unterschiedliche Altersgruppen in der LSBTI*-Community sehen sich unterschiedlichen Herausforderungen ausgesetzt. Die gemeinsame Aufgabe ist, voneinander zu lernen, füreinander einzustehen und dem Vergessen der Geschichte entgegenzuwirken. Wir fordern darüber hinaus eine gesetzliche und politische Basis, auf der es sich den Anforderungen jüngerer und älterer LSBTI* entsprechend gut leben lässt.

  • Begegnungen zwischen Jung und Alt schaffen: Wir müssen den Austausch zwischen älteren und jungen LSBTI* verstärken, queere Medien und Publikationen für das Thema gewinnen und über Gewerkschaften und Parteien eine breite Öffentlichkeit finden.
  • Die nach § 175 des Strafgesetzbuchs Verurteilten sind zu rehabilitieren und zu entschädigen.
  • Jugendarbeitslosigkeit von LSBTI* bekämpfen: Wir fordern, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) publik zu machen und verstärkt einzusetzen sowie eine diskriminierungsfreie Öffnung des Arbeitsmarktes.
  • Altersarmut insbesondere von LSBTI* bekämpfen: Auskömmliche Rente für alle!


6. Refugees welcome!

Lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Flüchtlinge sind oft in einer besonders prekären Lage und brauchen unsere Unterstützung.

  • Es muss sicherer Wohnraum für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Flüchtlinge geschaffen werden.
  • Die medizinische, psychologische und psychosoziale Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus ist dauerhaft sicherzustellen.
  • Für Anhörungen vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge müssen kostenfreie Sprachmittler*innen zur Verfügung stehen, die in LSBTI*-Belangen geschult und sensibel sind.
  • Alle Menschen, die mit Flüchtlingen arbeiten (in Flüchtlings-Wohnheimen, Behörden usw.), müssen in LSBTI*-Belangen sensibilisiert und geschult sein.
  • Die Regelungen zu sogenannten “sicheren” Herkunftsländern müssen im Hinblick auf Sicherheit für LSBTI* und Frauen im Allgemeinen sowie im Hinblick auf eine notwendige medizinische Versorgung (z.B. von HIV-Positiven) überarbeitet werden.

 

1

Mehr Sprechen forderten Mediziner_innen schon länger, wenn es darum geht, dass intergeschlechtliche Kinder einem eindeutigen Geschlecht - weiblich oder männlich - zugewiesen werden sollen. Es sollte mehr mit den Eltern gesprochen werden, es sollten stärker Selbstorganisationen einbezogen werden und es sollte das medizinische Personal geschult sein, damit ein intergeschlechtliches Kind den Eltern nicht stets vorauseilend als Problemfall vorgestellt wird, sondern sie ein positives Signal erhalten im Sinne: "Hurra, ihr Kind ist Intergeschlechtlich!"

Seit einigen Monaten wird auch an einer neuen Leitlinie gearbeitet, die als Richtschnur für den medizinischen Umgang mit Intergeschlechtlichkeit dienen soll. Nun scheint eine Positionierung der Urologen auf den Weg gebracht, die zumindest etwas Änderung erwarten lässt. Als problematisch erscheint auf jeden Fall, dass Intergeschlechtlichkeit / Intersexualität weiterhin als 'medizinisches Problem' betrachtet wird - allerdings wird mehr gesellschaftliche Toleranz angeregt. Insofern bleibt abzuwarten und ist entscheidend, was die Selbstorganisationen zur Änderung der Leitlinien sagen. Das wird wahrscheinlich in den kommenden Wochen und Monaten auf den Homepages von Zwischengeschlecht.org, der Internationalen Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen und von Intersexuelle Menschen e.V. nachzulesen sein. Daher hier erst einmal der Beitrag einfach zum Lesen.

Zur am heutigen 1. November in Kraft tretenden Änderung des Personenstandgesetzes (Ergänzung §22: “Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen.”) zeigt sich eine weitgehend reflektierte mediale Berichterstattung in vielen Zeitschriften und auch in Rundfunkbeiträgen.

Allerdings wird nur punktuell auf die Kritiken der Selbstorganisationen intergeschlechtlicher Menschen eingegangen (hier eine Übersicht zu den Stellungnahmen) - einige der aktuellen Zeitschriften stellen die Neuregelung gar im Sinne einer fakultativen Wahlmöglichkeit dar und nicht als "Muss-Bestimmung" (Vgl. die Übersicht bei Zwischengeschlecht). "Muss-Bestimmung" bedeutet auch, dass das Kind - ohne Geschlechtseintrag - quasi gegenüber jeder Kinderbetreuungseinrichtung und Schule zwangsgeoutet wird, anstatt dass das Kind bzw. die Eltern entscheiden können, wer von der Intergeschlechtlichkeit (Intersexualität) des Kindes erfahren soll.

Erfreulich ist, dass gerade Vertreter_innen von Selbstorganisationen viel zu Wort kommen und dass nur gelegentlich durch das "Danebensetzen" von einer Position aus der Medizin die Expertise der Selbstorganisationen angezweifelt wird. Deutlich sind nun aber selbst Positionen von Mitgliedern des Ethikrates. So heißt es in der FAZ unter Bezugnahme auf Michael Wunder: "Früher waren Operationen an Neugeborenen mit doppeltem Geschlecht die Regel. In den meisten Fällen wurden sie zu Mädchen umoperiert – mit teilweise gravierenden gesundheitlichen und psychischen Folgen für die Betroffenen. Interessenvertretungen intersexueller Menschen geißeln solche Eingriffe daher als „genitale Verstümmelungen“. Bei einigen Medizinern hat in den vergangenen Jahren ein Umdenken eingesetzt. „Es gibt jedoch keine repräsentative Studie, die belegt, dass es tatsächlich weniger Operationen als früher gibt“, sagt Wunder. Daher sei auch hier eine gesetzliche Regelung notwendig." (FAZ-Beitrag) Eine gesetzliche Regelung - ein Verbot der geschlechtszuweisenden Eingriffe bei intergeschlechtlichen Minderjährigen -, wie sie die Selbstorganisationen seit nunmehr zwei Jahrzehnten fordern, ist entsprechend notwendig. Die Homepages der Selbstorganisationen: Intersexuelle Menschen e.V., Internationale Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen, Zwischengeschlecht.

Sensation, Faszination, Klassifikation, Auslöschung - waren und sind die Umgangsweisen in den 'modernen' Gesellschaften mit Intergeschlechtlichkeit, insbesondere mit Beteiligung moderner Biologie und Medizin. Weil dieser Umgang mit Menschen seit den Kämpfen intergeschlechtlicher Menschen massiv und breit öffentlich in der Kritik ist, müssen Sensationsmeldungen besonders analysiert und als problematisch aufgedeckt werden. Zwischengeschlecht liefert hier einen Beitrag - Ausgangspunkt sind die fast schon ekstatischen Berichte von Medizinern und der populären Presse über ein "Intersex-Reh".