YouTube-Video zu “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven”

Gerade von einer schönen Buchvorstellung von Zülfukar Çetins und meinem Buch aus Wien zurück. Es war schön bei Löwenherz! Und für alle, die lieber erst einmal ins Buch ‘hineinhören’ wollen, um es dann zu lesen, gibt es nun auch ein einführendes YouTube-Video:

Also gern sehen – und wer dann das Buch lesen und diskutieren mag, hat morgen (Mittwoch, 22.3.) in der Rosalinde in Leipzig und am Donnerstag (23.3.) in der Frauenkultur in Leipzig bei Buchvorstellungen zur Buchmesse Gelegenheit dazu.

 

Rezensionen des Buchs „Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven“ von Zülfukar Çetin und Heinz-Jürgen Voß

PSY-Cetin-2549-v03.indd[aktualisiert: 10.5.2017]

Das Buch „Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven“ von Zülfukar Çetin und mir soll zur Diskussion anregen. Von daher freuen wir uns sehr über Besprechungen. Die folgende Seite bietet eine Übersicht – sie wird in loser Folge aktualisiert.

Mit der Besprechung “Warum schwule Sichtbarkeit nicht grundsätzlich gut ist” macht Ulrike Kümel den Auftakt. Ihre auf dem Portal Queer.de erschienene Besprechung kommt zum Fazit: “Ich finde das Buch wichtig. Nach dem Lesen wissen wir, dass schwule Emanzipation viel mit der Unterdrückung anderer zu tun hat. “Homosexualität” als Konzept und Identität hat viel mit Rassismus und Kolonialismus zu tun – und damit auch Anteil an Gewalt gegen Menschen. Das ist wichtig zu wissen, damit heute sensibel gestritten werden kann.” Die ausführliche Rezension findet sich hier. Insbesondere auf der Facebookseite von Queer.de schloss sich direkt nach der Veröffentlichung eine intensive Diskussion an.

Im Katalog der schwulen Buchläden “Der Dicke” wird das Buch prominent hervorgehoben. Dort heißt es zu “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität”: “Noch heute gelten ‘Sichtbarkeit’ und ‘Identität’ weithin als Schlüsselbegriffe politischer Kämpfe Homosexueller um Anerkennung und Respekt. Die Autoren des vorliegenden Bandes hinterfragen das Bestehen einer einheitlichen schwulen Identität aus unterschiedlichen Perspektiven: geschichtlich, wissenschaftstheoretisch und mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Homonationalismus und rassistische Gentrifizierung.” Der Dicke online

Auch Transgenderradio (Berlin) empfiehlt das Buch – in der Oktober-Sendung (2016) – den Zuörenden zur Lektüre. zu Transgenderradio

In der Zeitschrift “analyse & kritik” (November 2016) hat Lisa Krall das Buch besprochen. Krall schreibt: “Çetin und Voß setzen sich in ihrem Band kritisch mit der Identitätskategorie »des Homosexuellen« und der mit ihr verbundenen Emanzipationsbewegung auseinander und diskutieren beides als Bestandteile westlicher Hegemonie. Im dicht argumentierten ersten Teil bereiten sie den Boden für zwei weitere Kapitel, die sich einmal auf »Homosexualität« in Naturwissenschaften und in Pädagogik konzentrieren (Voß) und zweitens Homo-/Queerpolitiken sowie Homonationalismus in Zusammenhang mit Gentrifizierung setzen (Çetin). Sichtbarkeit und Identität werden dabei in unterschiedlichen Kontexten betrachtet: Anhand historischer und aktueller Beispiele aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft machen sie die Verschränkungen der Kategorie »Homosexualität« mit Kolonialismus und Rassismus nachvollziehbar und hinterfragen die Relevanz starrer Identitätskategorien. Sie zeigen, dass Kategorisierungen, die der Sichtbarmachung und Anerkennung dienen, nicht unschuldig, sondern Teil von Herrschaftsverhältnissen sind, da sie nur bestimmte Personen einschließen und in diesem Fall ausschließen, wer nicht weiß, europäisch, bürgerlich oder männlich ist. Ihre intersektionalen Analyse bringt nicht nur Gegenwart und Vergangenheit zusammen, sondern auch das, was gewöhnlich in Theorie und Praxis unterteilt wird. So gelingt es an gesellschaftliche Phänomene und aktuelle Herausforderungen sowie an theoretische Auseinandersetzungen anzuknüpfen und diese um wichtige Perspektiven zu erweitern.” zur Zeitschrift/Rezension

“Du musst es lesen!” heißt es in einer Rezension von Joachim Schönert im “Lustblättchen” (Wiesbaden und Rhein-Main) vom November 2016. Und weiter: “Das Buch ist aktuell in seinen wissenschaftlichen Analysen und Beispielen und äußerst hilfreich beim Erkennen von Zusammenhängen.” zur Zeitschrift

In der Zeitschrift Siegessäule diskutiert Roberto Manteufel das Buch “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven” in seiner Kolumne “Seitenblick”. Er merkt unter anderem an: “In ihrem Buch gehen [Çetin und Voss] ans Eingemachte. Sie skizzieren, wie das Wort ‘homosexuell’ allein schon durch seine historischen Ursprünge rassistisch gefärbt wurde. ‘Echte Homosexualität’ fände sich zum Beispiel nur bei reichen weißen Nordeuropäern, konstatierte Hirschfeld. Ursprünge, die bis heute ihre Wellen schlagen. Denn – um mal so richtig die Ironiekeule zu schwingen – wir als weiße, aufgeklärte Schwule wissen schon, wie es geht. Also in Sachen Toleranz und Miteinander und überhaupt. Dagegen sehen zum Beispiel die Muslime so richtig alt aus. […] Klingt doch einleuchtend. Nur stimmt das wirklich? Erschreckend klar analysieren Çetin und Voss, wie hinter solchen Gedankengängen ein neues Wir-Verständnis steht, das auch hervorragend als politisches Kampfinstrument dient. Denn Wir, das sind inzwischen auch wir Homos. Wir sind die treuen Demokraten, die gebildet sind und euch den Wohlstand bringen, wenn ihr es nur richtig macht. Vertraut uns bitte, denn was wahre Freiheit ist, das wissen einzig wir. Denn Wir, das sind diejenigen, die in Schwarz und Weiß denken, in Okzident und Orient, in fortschrittlich und rückständig. Ganz ehrlich, Nachtigall, ick hör dir trapsen. Das riecht nach großem Ärger.” (Siegessäule, Dezember 2016, S. 49)

Mehr als eine Rezension verfasst Patsy l’Amour laLove – es handelt sich um einen persönlichen Standpunkt, der mit der Werbung für die Vorstellung (am 24.11.2016, Berlin) des eigenen – zu “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven” inhaltlich konträren – Buchs verbunden ist; pikanterweise erscheint der Beitrag zudem drei Tage nachdem auf meinem Blog in einem Gastkommentar die von Patsy l’Amour laLove gehostete „Polymorphia“ (vom 21.11.2016) kritisiert worden war. Im Standpunkt stellt laLove mit Blick auf das Buch “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven” fest: “Das schwule Antigewaltprojekt Maneo, das unwissenden Leserinnen und Lesern nach der Lektüre des Buches als rassistischer Scheißverein erscheinen muss und in Berlin doch eine unwahrscheinlich wichtige Arbeit leistet…” usw. Als Information: Bei Maneo handelt es sich um ein “Opfertelefon auf Feindbildsuche”, bei dem Queer.de die Frage stellt, ob Fragebögen gezielt ausgefüllt wurden, um “Stimmung gegen Ausländer zu machen” und das auch Judith Butler im Interview mit der jungle world explizit als rassistischen Akteur in Berlin benannt hat. Der Beitrag von laLove findet sich nun ebenfalls in der Zeitschrift jungle world – Ausgabe vom 24.11.2016, Titel “Die schwule Gefahr”.

Antje Schrupp rezensierte das Buch unter dem Titel “Homosexualität verlernen? Gute Idee.” auf ihrem Blog www.antjeschrupp.com und im österreichischen Standard. In der Besprechung heißt es u.a.: “Mit sehr großem Interesse habe ich dieses Buch gelesen, in dem es um die Frage geht, wie sich der westliche Diskurs über Homosexualität mit Nationalismus und rassistischen Zuschreibungen an „Migrant_innen“ verbindet. […] Angesichts der gegenwärtigen Diskurse, in denen speziell türkischen jungen Männern eine besonders ausgeprägte Homophobie zugeschrieben wird, ist es aufschlussreich, dass am Anfang des 20. Jahrhunderts die Türkei ein Eldorado für westliche Schwule war, weil man sich dort nicht verstecken musste. Amüsant auch zu lesen, wie dann mit Hilfe westlicher Wissenschaftskonstrukte das ominöse homosexuelle Wesen, das bestimmte Menschen eben haben und andere nicht, versucht wurde, in körperlichen Markern zu vereindeutigen; in den Keimdrüsen oder in den Genen, je nachdem, was in der Biologie gerade Mode war. Die enge Verbindung dieser westlichen Erfindung der Homosexualität mit rassistischen und nationalistischen Ideologien war mir neu. Sie ist in dem vorliegenden Buch vielleicht auch etwas zu stark gezeichnet, man müsste, sagt die politische Ideengeschichtlerin in mir, die entsprechenden Diskurse noch einmal in einem größeren Rahmen kontextualisieren, um sie entsprechend bewerten zu können. Aber unbedingt muss heutiger schwuler Aktivismus diese Schattenseiten der eigenen Geschichte reflektieren und tut er tatsächlich viel zu wenig.” zur Rezension hier (Antje Schrupp: Aus Liebe zur Freiheit) und hier (derStandard).

Theodor Itten besprach “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven” in der Zeitschrift “Psychotherapie Wissenschaft”. Dort schreibt er u.a.: Das Buch “kommt in drei Teilen daher. Im ersten werden die Homosexualität und ‘die Anderen’ besprochen. […] Danach wird die Homosexualität im Kontext von Naturwissenschaft und Pädagogik ausgiebig reflektiert. […] Um diese prozessorientierten theoretischen Überlegungen praxisnah zu verankern, beschreibt Çetin im dritten Teil, die homo- und queerpolitischen Dynamiken und Gentrifizierungsprozesse in Berlin. Hier wird die vielfältige homosexuelle Lebensweise als individuelle Bereicherung dargestellt. Wie sich Menschen in der Psychopolitik einer großen Metropole zurechtzufinden, ist hier wunderbar und eindrücklich beschrieben.” (Theodor Itten, Psychotherapie Wissenschaft, Jg. 6, Heft 2 (2016))

Unter dem Titel “Für ein Streitgespräch – Deutungskampf schwuler Emanzipation” rezensierte Folke Brodersen “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität” auf dem Blog der Feministischen Studien. Bordersen führt dabei u.a. aus und bezieht den kürzlich von Patsy l’Amour laLove herausgegebenen Sammelband “Selbsthass & Emanzipation” mit ein: “In und zu einer solchen Politik ist ein Streiten möglich und nötig. Eine Verwerfung des Gegenübers und Markierung als persona non grata kann ihr aber nicht zuträglich sein. Polemisierungen wie etwa l’Amour laLoves Vorwurf an Voß und Çetin, einen Kampf „gegen die Homosexualität an sich“ zu führen, delegitimiert die Position des Gegenübers im Diskurs und verstellt von vornherein jede gemeinsame Engführung oder Reibung. […] Die Polarisierung zwischen Hetero- und (Rest der) Homosexualität, aus der l’Amour laLove Impulse zur Diskussion der psychischen Verfasstheit schwuler Subjekte ableitet, erscheint vor diesem Hintergrund nicht mehr als gegebenes Faktum, sondern ist ein Effekt gegenwärtiger neo-konservativer Transformationen. […] Ähnliches gilt für die diskursive Verwerfung queerer Muslim_innen, die Zuweisung von Archaik an einen ‚islamischen Kulturkreis‘ sowie für die gesamte Entgegensetzung zwischen ‚Muslim_innen und Schwulen‘ [… E]ine politische Vision [muss] darauf bauen, Beziehungen neu zu gestalten. Entgegen der Zergliederung zwischen ‚Tunten‘, ‚Türken‘ und ‚happy rainbowfamilies‘ wäre zu versuchen, nicht nur situative Bündnisse zu schmieden, sondern auch kollektiv wie individuell Haltungen der Sorge, der Freude und der Lust an- und miteinander zu stiften. Nicht etwa um melancholisch das Begehren nach einer kollektiven Bewegung zu heilen, sondern um eine Hierarchisierung und Verwerfung bestehender Differenzen nicht zuzulassen.” zur ganzen Besprechung

Auf Querelles-net – Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung besprach Lisa Krall das Buch und hält abschließend fest: “Dass Auseinandersetzungen angeregt werden, wie es formuliertes Ziel des Buches ist, gelingt aber mit Sicherheit, und zwar nicht nur aufgrund der eng geführten, aber sehr fundierten theoretischen Analysen, sondern auch dadurch, dass es die Lesenden aus ihrer Komfortzone holt, wovon nicht alle begeistert sein werden. Die durch zahlreiche Beispiele untermauerten Argumentationen erweisen sich als zwingend, und es lohnt sich, ihnen zu folgen. So wie es nach wie vor mehr privilegienreflektierender Geschlechterforschung und feministischer Bewegungen bedarf, ist es notwendig, die eigene Beteiligung an Herrschaft zu thematisieren, wie Çetin und Voß am Beispiel der Schwulen aufzeigen. Der Forderung der Autor_innen, Identitäten zu verlernen (vgl. S. 17), könnte in diesem Sinne wohl auch Gayatri Chakravorty Spivaks (1996) Vorschlag hinzugefügt werden, Privilegien als einen Verlust zu verstehen.” zur ganzen Besprechung

Christian Höller betont in den Lambda Nachrichten die Notwendigkeit des kritischen Charakter des Buches, um Debatten zu eröffnen. Er hält fest: “Das Buch wird als Streitschrift für kontroverse Diskussionen sorgen. Es macht deutlich, wie sehr sich die derzeitige Polarisierung auch in der LSBTI-Welt ausbreitet.” (Lambda Nachrichten, März–April, Nr. 168, 39. Jahrgang, 1/2017)

In der zur Buchmesse in Leipzig erschienenen Graswurzelrevolution schreibt Antje Schrupp unter dem Titel “Homosexualität und Antirassismus” pointiert zum Buch: “Der westliche Diskurs über Homosexualität ist eng mit Nationalismus und rassistischen Zuschreibungen an “Migrant_innen” verbunden. Viele Menschen im Westen sind überzeugt, dass die Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten eine speziell westliche Errungenschaft sei. Und allzu oft dient der Vorwurf der Homophobie der Bekräftigung einer westlichen Überlegenheit und die Behauptung, man müsse LGBTQ-Rechte schützen, zur Legitimation von Kriegen. Das Buch “Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität. Kritische Perspektiven” von Zülfukar Çetin und Heinz-Jürgen Voß liefert wichtige Erkenntnisse zu dieser Verbindung und bezieht klar eine Position auf der antirassistischen Seite des Diskurses.” zur Rezension

Für die Progress – die Zeitschrift der österreichischen Hochschüler*innenschaft – rezensierte Hagen Blix “Schwule Sichtbarkeit…” In der Besprechung heißt es abschließend: “In einer Zeit, in der in Deutschland ein Autonomes Schwulenreferat die AfD zu einer Podiumsdiskussion einzuladen gewillt ist und die Teilnahme antidemokratischer Kräfte – erschienen in Begleitung von gut 20 Neonazis – als für eine „umfassende Meinungsbildung unumgänglich“ verteidigt, in einer Zeit in der zugleich die Rückholbarkeit des Erstrittenen in der Homophobie derselben Partei deutlich wird, sei die Lektüre dieses Buchs dringend empfohlen.” Online

 

28. März, Merseburg Aktionstag “Fluchtweg Merseburg” – mit Lesungen von “Gespräche über Rassismus – Perspektiven und Widerstände” (Çetin/Taş) und “Realität Einwanderung. Kommunale Möglichkeiten der Teilhabe, gegen Diskriminierung” (Yılmaz-Günay/Klinger)

Am 28. März findet der (offizielle) Abschluss der Merseburger Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Beginn ist um 9:00 Uhr mit einer Kundgebung auf der ‘Kliaplatte’. Es schließt sich eine Straßenfest mit Infoständen, Kunstaktionen und Theater an. Ein weiterer Höhepunkt ist der Stadtspaziergang “Ankommen? Bleiben? Gehen? Ein Audiowalk”, der um 15:00 Uhr am Bahnhofsvorplatz startet. Um 10:00 Uhr und 11:00 Uhr finden in Kooperation mit der Buchhandlung Stollberg zwei hochkarätige Lesungen statt. Die Buchhandlung bereitet auch einen sehr guten Büchertisch vor, auf dem neben den lohnenswerten vorgestellten Büchern auch Standardwerke wie “Farbe bekennen” (hg. von Katharina Oguntoye, May Ayim, Dagmar Schultz) und “Deutschland – Schwarz weiß” (von Noah Sow) ausliegen – es lohnt sich also auch, ein paar Euro für gute Bücher dabei zu haben.

Um 10:00 Uhr…
stellt Dr. Zülfukar Çetin das gemeinsam mit Savaş Taş herausgegebene Buch “Gespräche über Rassismus – Perspektiven und Widerstände” vor, das gerade zur Leipziger Buchmesse erschienen ist. Der Band versammelt Gespräche und Beiträge von Aktivist_innen, Wissenschaftler_innen und Künstler_innen gegen Rassismus: Iman Attia; María do Mar Castro Varela; Maisha Eggers; Mutlu Ergün-Hamaz; Elsa Fernandez; Noa Ha; Nivedita Prasad; Isidora Randjelović; Marianna Salzmann; Yasemin Shooman; Vassilis S. Tsianos; Deniz Utlu; Women in Exile; Koray Yılmaz-Günay; Anna-Esther Younes; Halil Can; Ayşe Güleç.
Dr. Zülfukar Çetin lehrt an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin im Bereich Soziale Arbeit. Seine Doktorarbeit zu Homophobie und Islamophobie wurde 2014 im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahrs mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Seit Oktober 2014 arbeitet er an seinem Post-Doc-Projekt als Mercator-IPC-Fellow bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Er ist Vorstandsmitglied des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg.

Um 11:00 Uhr…
präsentieren Koray Yılmaz-Günay und Freya-Maria Klinger das Buch “Realität Einwanderung. Kommunale Möglichkeiten der Teilhabe, gegen Diskriminierung” (2014). Fragen von Asyl, die Zugänglichkeit von Verwaltung, die Planung von partizipativen Instrumenten, die Stadt- und Raumplanung oder aber das soziokulturelle Angebot sind von jeher auch kommunale Themen, die aktiv gestaltet werden können. Gerade den Städten und Kommunen kommt die Aufgabe zu, gleiche Teilhabe zu ermöglichen und emanzipatorische öffentliche Räume zu schaffen. Die Autor_innen sensibilisieren für ausschließende Strukturen und geben Beispiele für und Hinweise auf gelingende Ansätze für ein gleichberechtigtes Zusammenleben: für Teilhabe aller, gegen Rassismus und Diskriminierung.
*Koray Yılmaz-Günay* ist Referent für Migration in der Akademie für politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. *Freya-Maria Klinger*, seit 2009 migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Mitglied im Sächsischen Flüchtlingsrat und Initiatorin der Chemnitzer Save-Me-Kampagne.

Informationen zum gesamten Veranstaltungstag finden sich hier:
– Flyer: https://merseburggegenrechts.files.wordpress.com/2015/03/flyer-refugees_ansicht-v5.pdf
– Weitere Infos: www.fluchtweg-merseburg.de

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Über die freundliche Verbreitung der Einladung und Berichterstattung freuen wir uns.

Rezensionen von „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“”

Hier findet sich eine kurze Übersicht über Rezensionen zu “Interventionen gegen die deutsche “Beschneidungsdebatte””:

Das Fachportal MiGAZIN, ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award 2012, empfiehlt “Interventionen gegen die deutsche “Beschneidungsdebatte” als “Buchtipp zum Wochenende”. Es stellt dabei einen Exklusivauszug vor, “Die Beschneidungsdebatte bedeutet eine neue Eskalationsebene des Diskurses der »Integration«, der in der Bundesrepublik nach den Pogromen der frühen 1990er Jahre dominant zu werden begann und mit den geistigen und faktischen Brandstifter_innen von damals und heute die Prämisse teilt, dass die Realität von Migration in Deutschland nichts zu suchen habe.” weiter

Sonja Vogel hat in taz.die tageszeitung den Band “Interventionen gegen die deutsche “Beschneidungsdebatte”” sehr positiv besprochen. Unter dem Titel “In den Hosen der anderen” zeichnet die taz-Kolumnistin die deutsche Beschneidungsdebatte und die dort geäußerten Vorannahmen Mehrheitsdeutscher nach. Zur Besprechung.

Lisa Krall besprach das Buch in der Zeitschrift “analyse & kritik” (Februar 2013). Krall schreibt unter anderem: “Die drei AutorInnen liefern eine kritische Analyse und Hintergrundinformationen zu der Debatte, die von antimuslimischen und antisemitischen Tendenzen sowie Unwissen über Vorhautbeschneidungen geprägt war. […] Bleibt zu hoffen, dass sich eine kritische Auseinandersetzung gemäß dem Wunsch der AutorInnen über die Fachkreise hinaus etabliert – ein Blick in den kleinen Band lohnt sich dafür allemal.” Zur vollständigen Rezension.

Koray Yılmaz-Günay hat Interventionen gegen die deutsche “Beschneidungsdebatte” auf der Online-Rezensionsplattform “Kritisch lesen” besprochen. In der Besprechung heißt es unter anderem: “Dem Wesen einer „Intervention“ entsprechend kommt das Buch erst nach einem ganz wesentlichen Teil der Debatte. Es ist aber sicher kein Buch, das „zu spät“ kommt. Denn in der Tat ist die „Beschneidungsdebatte“ weder ohne ihre Vorgeschichte und ihre Kontexte zu verstehen – noch wird sie der Schlusspunkt einer Auseinandersetzung um die Anerkennung der multiethnischen und multireligiösen Zusammensetzung der bundesrepublikanischen Gesellschaft sein. Es gibt keinen Anlass, die Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch für das Ende dieser Debatte zu halten. Die immer neue Auseinandersetzung um Geschlecht und Sexualität bei „Muslim_innen“ (Kopftuch, Hypermaskulinität, Homophobie, Zwangsverheiratungen, „Ehrenmorde“ et cetera) wie auch das immer weitere Aufweichen des anti-antisemitischen Grund-Konsenses der BRD stehen in einem Zusammenhang mit Debatten um die Neudefinition der deutschen Nation, die seit dem Ende der West-Ost-Konfrontation stattfinden. Ohne die „Sarrazin-Debatte“, die einer breiten Schicht gezeigt hat, wie viele Dämme schon gebrochen sind und was alles (wieder) denk- und sagbar ist, wäre das Gespräch um den kleinen Unterschied nie entstanden oder aber anders geführt worden. Die Erkundungstruppen dessen, wer unter welchen Umständen und in welchem Umfang zum neuen deutschen „Wir“ gehören darf – so viel lässt sich über den Zwischenstand sicher sagen –, kommen immer ungehaltener daher. Demgegenüber sind die hegemoniekritischen Beiträge in diesem Band nicht geschichtsvergessen. Sie sind nicht blind gegenüber aktuellen Ausprägungen von Rassismus und Antisemitismus. Sie sind patriarchatskritisch und in vielerlei Hinsicht (aus-)wegweisend in einem Umfeld, das zunehmend die Rede über etwas mit dem Etwas selbst verwechselt.” zur vollen Rezension

Eine weitere Besprechung verfasste Ralf Buchterkirchen für Freitag.de und Verqueert.de. Darin würdigt er das Buch und schreibt unter anderem: „Das Buch wirft einen spannenden Blick auf eine emotional aufgeheizte und nicht selten rasstisch verlaufende Debatte […] Egal wie man in der Debatte steht, bietet der Band wichtige – und zudem wissenschaftlich fundierte! – Anregungen zum Weiterdenken. Er bietet zugleich die unabdingbare Grundlage, auf der man überhaupt nachdenken kann, wie emanzipatorische Religionskritik aussehen kann.“ Zur vollen Rezension bei Verqueert.de / bei Freitag.de.

G. Reinsdorf besprach “Interventionen gegen die deutsche “Beschneidungsdebatte”” bei “Denkladen” und schreibt u.a.: “Heinz-Jürgen Voß setzt sich mit dem medizinischen Teil der Debatte auseinander, lässt den Forschungsstand Revue passieren, erörtert die Folgen einer Beschneidung für die Sensitivität des Penis und das Infektionsrisiko. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass die Risiken ernster Komplikationen bei steriler und fachlich geeigneter Ausführung sehr gering sind. Die Stellungnahmen einiger ärztlicher Fachverbände kritisiert er in diesem Zusammenhang.”

In seiner Rezension für den “Humanistischen Pressedienst” (hpd) mit dem Titel „Religionskritik als Sprachrohr des Rassismus“ schreibt Gunnar Schedel unter anderem: “Voß’ Argumentation [bereichert] mit seinem kritischen Blick auf die Auseinandersetzung um „medizinische Definitionsmacht“ die Debatte. […] Çetin & Wolter gehen davon aus, dass die ganze Kontroverse von ‘einem ehrgeizigen Juristen, der sich einen Namen machen wollte’, lanciert wurde. Indem die Beschneidung in Frage gestellt werde, habe dies für Juden und Muslime zur Folge, ‘entweder illegal zu handeln oder das Land zu verlassen’. Die ganze Diskussion sehen sie als ‘neue Eskalationsstufe des Diskurses der ‘Integration’’, der darauf hinauslaufe, ‘dass die Realität von Migration in Deutschland nichts zu suchen habe’.” (http://hpd.de/node/14968)

“Gebirgsziege” urteilt bei Amazon: “Wer die Kommentarspalten der letzten Wochen gelesen hat, war schlichtweg schockiert. Dort breitete sich ein vulgärer antimuslimischer und antisemitischer Hass aus. Daher ist dieses Buch wichtig. Es setzt diesem Hass etwas entgegen: Wissen! Den drei Autoren gelingt es sowohl den Debattenverlauf der “Beschneidungsdebatte” in Deutschland minutiös nachzuzeichnen und sich fundiert mit Argumenten in der Debatte – aus Basis “Kritischer Theorie” – auseinanderzusetzen. Im Anschluss daran wird auch den Vorannahmen in Bezug auf Empfindungsfähigkeit unbeschnittener und beschnittener Penisse der aktuelle medizinische Kenntnisstand entgegengestellt. Auch wenn damit letztlich wieder Medizin zentral bleibt, scheint auch die medizinische Argumentation in dieser Debatte nötig. Hochachtung für diesen klugen Band!” (online)

Felix Riedel diskutierte den Band auf seinem Blog. Er formuliert die Assimilation der Juden als Ausweg aus der Problematik, dass in jüdischer Tradition die Vorhautbeschneidung als wichtig genommen wird. Die Forderung danach, dass auch jüdische Tradition in Deutschland möglich sein muss, bezeichnet er als “emanzipationsfeindlichen Zynismus” – die Traditionen selbst als “Folklore”, der “in Deutschland ein Plätzchen freigeräumt worden” sei. Konkret schreibt er zur Assimilation: “Historisch hat die Säkularisierung Europas den Juden die Möglichkeit zur Assimilation eröffnet, und dadurch Juden wiederum in Konflikt zum Judaismus treten lassen: Entstehungspunkt unter anderem des säkularen Zionismus und des Reformjudentums. Den gängigen Forschungsbefunden zufolge war es dieser Assimilationsprozess, den die modernen Antisemiten abwehrten und der für diese die nachträgliche rassistische Bestimmung des Jüdischen als Körpereigenschaft erforderlich machte – wozu die Beschneidung den Antisemiten ein eher willkommenes Hilfmittel war.” Er fordert eine abstrakte Solidarität mit Israel ein – sowohl das Leben jüdischer Tradition in Deutschland als auch Antisemitismus in Deutschland erscheinen vor diesem Hintergrund zweitrangig; die Positionierungen des Zentralrats der Juden und Israels zur rassistischen deutschen Beschneidungsdebatte müssen vor einer solchen Einordnung nicht zur Kenntnis genommen werden.(http://nichtidentisches.wordpress.com, 25.12.2012)

“Buch des Monats”: Christine Buchholz rezensierte die “Interventionen” in marx21 (Februar / März 2013). Sie schreibt u.a.: “Das kleine, handliche und verständlich geschriebene Buch liefert nicht nur wichtige sachliche Argumente. Es ist vor allem deshalb so wertvoll, weil es gezielt in die Debatte innerhalb der gesellschaftlichen Linken eingreift. Denn es gehört zu den Paradoxien der Beschneidungsdebatte, dass Politiker von CDU und FDP Ansichten im Sinne einer toleranten, multikulturellen Gesellschaft vertreten haben, während die Positionen, die praktisch die Religionsfreiheit infrage gestellt haben, aus den Reihen von SPD, Grünen und LINKEN kamen.” Die vollständige Besprechung findet sich in der aktuellen “marx21”, die es an vielen Kiosken gibt (u.a. überall im Bahnhofsbuchhandel).

In der Online-Zeitschrift verrönscht und zugenetzt wurde das Buch wie folgt besprochen: “Das – schnell gelesene – Heft »will dazu anregen, hegemoniale Elemente in den eigenen Positionen festzustellen und sich selbst zu fragen: Wer kann an welcher Stelle und mit welchem Gewicht sprechen, wer nicht – und warum?« Wichtig ist diese Frage, um zu einer differenzierten Position in der »Beschneidungsdebatte« zu gelangen. Oft genug geht es wird das Problem nämlich auch in sich als emanzipatorisch verstehenden Kreisen auf ein Problem der »körperlichen Selbstbestimmung« gegen »Religion« verkürzt. Der Beitrag von Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter entwickelt unter anderem über Horkheimer/Adorno und Foucault eine Position für das Recht auf Beschneidung, die von dieser Einfachheit weit entfernt ist.”

In Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten besprach Petra M. Springer das Buch „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“” und schreibt unter anderem: „Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich anti muslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus.“ Petra M. Springer, in: Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten, Nr. 86, S.33.

Hagen Blix schreibt in der Zeitschrift der Österreichischen HochschülerInnenschaft unique (4/2013): “Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen ‘Zivilisierungsmission’ durchdrungen. […] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der ‘Wissenschaftlichkeit’ der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn.” zur vollständigen Rezension

In einer Besprechung des Buches in der Zeitschrift Rosen auf den Weg gestreut heißt es: “Mit Adorno, Horkheimer und Foucault arbeiten die Autoren die christliche Prägung des Konzepts der Religionsfreiheit, wie sie gegen die Beschneidung in Anschlag gebracht wird, heraus und kritisieren den normativen Anspruch der Wissenschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. Im Alltag schlägt sich dieser in einem nicht nur fach-idiotischen Expertentum nieder […]. Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind. Interventionen, die sich – auch wenn diese Debatte vorläufig vorbei ist – lohnen.” (PDF-Volltext des insgesamt sehr empfehlenswerten Heftes)

ZAG – Antirassistische Zeitschrift bietet in Nummer 63 eine doppelseitige Schwerpunkt-Rezension des Buches von Andreas Nowak. Sie widmet sich zum Schluss den “Beschneidungsgegner_innen” und fragt: “Was erhoffen sie sich durch die Abwertung anderer für sich selbst und welche Angebote machen sie an die Dominierenden und die Dominierten. Letztlich bleibt die Frage – und das ist die Gefahr – wie ihre Argumente in den dominanten Diskurs eingespeist werden und sich mit diesem amalgamieren, so dass diese Debatte womöglich nicht nur ein Sommertheater war, sondern eine tiefer greifende Veränderung der Diskurse und der Machtverteilung zuungunsten emanzipativer Kräfte bedeutet.” Das Heft kann hier bestellt werden.

Antke Engel hat in der Zeitschrift “femina politica” einen sehr lesenswerten Beitrag zur deutschen Debatte um die Vorhautbeschneidung verfasst. Im Beitrag geht Engel auch deutlich auf das Buch “Interventionen gegen die deutsche ‘Beschneidungsdebatte'” ein – dazu ein kurzer Ausschnitt: “Hinsichtlich der Frage, wie die rassistischen Prämissen und Implikationen der bisherigen Beschneidungsdebatte mit Vorstellungen normativer Heterosexualität und rigider Zweigeschlechtlichkeit verknüpft sind, haben Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter mit ihrem Band ‹Interventionen gegen die deutsche Beschneidungsdebatte› (2012) bereits verschiedene interessante Vorschläge präsentiert. […] Neben einer Analyse der in der Debatte wirksamen rassistischen Subjekt- und Gesellschaftsideale und der Macht- und Herrschaftsinteressen beteiligter Subjekte liefert der Band auch pointierte geschlechterpolitische Verweise” Die Zeitschrift kann hier bestellt werden.

Auf Die Freiheitsliebe – Freihheit und Frieden heißt es unter anderem zum Buch: “Das Buch ist eine wichtige Intervention in eine Debatte, die auch in fortschrittlichen Kreisen zu viel Verwirrung führte und bewusst oder auch unbewusst auch bei einigen fortschrittlichen ZeitgenössInnen rassistisches Gedankengut offenbarte. Die Intervention ist auch mehr als ein Jahr nach Beginn der Debatte noch sehr lesenswert, da sie viel darüber verrät wie Diskussionen in der Gesellschaft geführt werden und wie Medizin als Argument missbraucht wird.” zur ganzen Besprechung

Das Buch “Interventionen gegen die deutsche “Beschneidungsdebatte”” wurde im Dezember 2012 im Berliner Allmende e.V. – Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur vorgestellt. Es ergaben sich dort gute Diskussionen. Der Beitrag “Eine Tradition im Fokus” auf der Plattform Mulimische Stimmen – Unabhängiges Projekt für Pluralismus und Austausch gibt nun einen guten Bericht von der Diskussionsveranstaltung, der hier nachzulesen ist.

In ihrer ausführlichen Besprechung in der Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien, Ausgabe vom Herbst 2013, schreibt Lisa Krall u. a.: “Çetin und Wolter kritisieren im Sinne der Dialektik der Aufklärung, dass Integration in der deutschen Beschneidungsdebatte als Möglichkeit dazu verstanden wird, sich den christlichen Traditionen anzupassen und die eigenen ‘Defizite’ ablegen zu können. […] Voß kann […] zeigen, dass die Darstellungen der Zirkumzision als schwerwiegend, folgenreich oder traumatisierend nicht gerechtfertigt sind, und vermutet, dass das gesundheitliche Wohlempfinden der Beschnittenen viel mehr von den kulturellen Erwartungen und der Akzeptanz der Gesellschaft abhänge, als von den Eingriffen. […] Die Autor_innen legen insgesamt eine umfassende und tiefgehende Analyse der geführten Diskussion vor […] und ermöglichen so einen kritischen Überblick über alarmierende Positionen und Argumentationen. Bleibt zu hoffen, dass die Publikation des Buches weiterhin auf großes Interesse stößt und sich im Sinne der Autor_innen eine kritische und reflektierte Diskussion über die Fachkreise hinaus etabliert.” Das Heft kann hier bestellt werden