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Anlässlich des CSD in Magdeburg hat sich verqueert.de den Koalitionsvertrag von CDU-SPD-FDP in Sachsen-Anhalt aus queerer Perspektive angesehen.

Anlässlich des CSD in Magdeburg hat sich verqueert.de den Koalitionsvertrag von CDU-SPD-FDP in Sachsen-Anhalt aus queerer Perspektive angesehen: Ein lesenswerter Beitrag. Er findet sich hier:

Der vorangegangene Blick auf die Wahlprogramme, ebenfalls von verqueert.de, findet sich hier: "Queer und LSBTIQ* in Sachsen-Anhalt: Was wollen die Parteien zur Landtagswahl?", https://verqueert.de/queer-und-lsbtiq-in-sachsen-anhalt-was-wollen-die-parteien-zur-landtagswahl/ .

Das queere Leben in Westberlin. Hier war der Ort für politische Aktion und Ausschweifungen aller Art, inklusive schwulem Sex in der U-Bahn.
© Danielle de Picciotto

Veranstaltung: Do, 2.9.2021, 17:30 Uhr, Urania Berlin (Präsenz-Veranstaltung!)

Begriffe wie genderfluid und LGBTQI+ waren noch nicht erfunden – aber all das wurde in Berlin vor dem Mauerfall längst gelebt. Eben jenen Kosmos voller Möglichkeiten beschreibt nun das Buch „Westberlin – ein sexuelles Porträt“. Zur Premiere blicken der Herausgeber und drei Autor*innen zurück auf jenen Ort, wo sich türkische Transfrauen ebenso zu Hause fühlten wie lesbische Aktivistinnen. Hier war der Ort für politische Aktion und Ausschweifungen aller Art, inklusive schwulem Sex in der U-Bahn. Dabei soll die queere Geschichte nicht verklärt werden. So erschien Westberlin zwar einerseits als „Rettungsring“ – zugleich war die Stadt allein schon wegen AIDS Ort vieler tragischer Momente.

Nora Eckert, Autorin, zuletzt „Ein transsexuelles Leben in Berlin“, früher Garderobenfrau im Chez Romy Haag, heute im Vorstand des Vereins TransInterQueer e. V. Berlin.

Peter Hedenström, Pionier der Schwulenbewegung, Mitbegründer der „Homosexuellen Aktion Westberlin“ (1971), des Verlags Rosa Winkel (1975) sowie der Buchhandlung Prinz Eisenherz (1978).

Manuela Kay, gebürtige Westberlinerin, Verlegerin, Herausgeberin und Autorin queerer Zeitschriften (L-MAG, Siegessäule). Sie macht sexpositive Filme und ist Mitorganisatorin des Pornofilmfestivals Berlin.

Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Herausgeber von „Westberlin – ein sexuelles Porträt“, Professor für „Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung” am Institut für Angewandte Sexualwissenschaft an der Hochschule Merseburg.

Moderation: Dr. Brenda Strohmaier, Publizistin, Stadtsoziologin, Westdeutsche. Moderatorin und Organisatorin der Reihe „Sex Education“ in der Urania.

Vorgestellt wird das Buch "Westberlin - ein sexuelles Porträt", das Beiträge enthält von: Gülşen Aktaş, Bilbo Calvez, Gérôme Castell, Jayne County, Danielle de Picciotto, Nora Eckert, Egmont Fassbinder, Carolyn Gammon, Cihangir Gümüştürkmen, Peter Hedenström, Manfred Herzer-Wigglesworth, İpek İpekçioğlu, Susann Kaiser, Manuela Kay, Wilfried Laule, Katharina Oguntoye, Jayrôme C. Robinet, Dieter Telge und Koray Yılmaz-Günay.

Anlässlich von 60 Jahre Mauerbau diskutieren wir über die Sondersituation von Westberlin aus sexueller und geschlechtlicher Perspektive. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Vorgestellt wird das Buch "Westberlin - ein sexuelles Porträt". Es enthält Beiträge von: Gülşen Aktaş, Bilbo Calvez, Gérôme Castell, Jayne County, Danielle de Picciotto, Nora Eckert, Egmont Fassbinder, Carolyn Gammon, Cihangir Gümüştürkmen, Peter Hedenström, Manfred Herzer-Wigglesworth, İpek İpekçioğlu, Susann Kaiser, Manuela Kay, Wilfried Laule, Katharina Oguntoye, Jayrôme C. Robinet, Dieter Telge und Koray Yılmaz-Günay.

Die Mauer und Berlin: Diskussion zum Buch „Westberlin – ein sexuelles Porträt“, 13.08.2021, 17:30 bis 19:00 Uhr, Online (Zoom: der Link kommt nach der Anmeldung)
Informationen und Anmeldung: https://www.hs-merseburg.de/hochschule/information/veranstaltungen/details/veranstaltung/die-mauer-und-berlin-diskussion-zum-buch-westberlin-ein-sexuelles-portraet-848/ .

Am 13. August mit dabei sind Gérôme Castell, Manuela Kay, Nora Eckert, Egmont Fassbinder, Dieter Telge und Cihangir Gümüştürkmen. Sie diskutieren mit dem Herausgeber Heinz-Jürgen Voß und dem interessierten Publikum ihre Perspektiven auf Westberlin aus sexueller und geschlechtlicher Perspektive.

Vorstellung der Ergebnisse der Studie "Partner 5 Jugendliche": Erfahrungen mit Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt.

Sehr gern möchte ich Sie zur Vorstellung der Ergebnisse der Studie "Partner 5 Jugendliche" einladen. Die Studie wurde von der Hochschule Merseburg im Auftrag des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt durchgeführt. Befragt wurden Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 18 Jahren.

Die Ergebnisvorstellung findet am Freitag, 30. Juli, 16:30 bis 18:00 Uhr DIGITAL (Zoom) statt. Weitere Informationen und Anmeldung hier: https://www.hs-merseburg.de/hochschule/information/veranstaltungen/details/veranstaltung/vorstellung-und-diskussion-der-ergebnisse-der-partner-5-jugendstudie-2021-zu-sexuellen-grenzverlet/ .

Vorgestellt werden insbesondere die Ergebnisse:

  • Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen: Ausgehend von Belästigung – z.B. Catcalling – bis hin zu widerfahrener Vergewaltigung;
  • Charakteristika des „belastendsten Erlebnis“: Deliktcharakteristika, Anzeigeverhalten und Wahrnehmung des Anzeigeverhaltens, (weiterer) Hilfe- und Unterstützungsbedarf, aktueller Leidensdruck;

In einem weiterführenden Ausblick werden darüber hinaus knapp Ergebnisse zur schulischen Sexualerziehung sowie – sexualwissenschaftlich erstmals – zur retrospektiven Erinnerung von „Doktorspielen“ umrissen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Ausstellungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt können von Schulen und weiteren Einrichtungen ausgeliehen werden.

Prävention von sexualisierter Gewalt geht alle an! Im Zusammenhang mit der Kampagne „Schule gegen sexuelle Gewalt“, die in allen Bundesländern stattfindet, hat das Bundesland Sachsen-Anhalt zahlreiche Intitiativen auf den Weg gebracht. So können auch Ausstellungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt von Schulen (und weiteren Einrichtungen, bspw. der Behindertenhilfe) ausgeliehen und als Teil der Prävention eingesetzt werden. Konkret können die folgenden Präventionsausstellungen ausgeliehen werden:

  • Ausstellung ECHT KLASSE! (fokussiert auf Kinder im Grundschulalter)
  • Ausstellung ECHT KRASS! (fokussiert auf Jugendliche)
  • Ausstellung ECHT STARK! (fokussiert auf Kinder und Jugendliche mit Förderbedarfen / Beeinträchtigungen)
  • Ausstellung ECHT MEIN RECHT! (für Jugendliche ab 16 Jahre und Erwachsene mit Förderbedarfen / Beeinträchitgungen)

Alle Ausstellungen sind multimedial und zielen auf die Kompetenförderung der Kinder, Jugendlichen bzw. auch jungen Erwachsenen. Zugleich ist jeweils eine Lehrkräfte- / Fachkräfte-Fortbildung und ein Elternabend für jede Schule bzw. Einrichtung, die die Ausstellung ausleiht, verpflichtend. Dabei wird Fachkräften auch Begleitmaterial zur Verfügung gestellt, mit dem Sie Inhalte der Ausstellungen im Unterricht thematisieren könne.

Informationen zu den verfügbaren Ausstellungen und zur Ausleihe gibt es: hier.

Analyse der Wahlprogramme der Parteien CDU, SPD, LINKE, Grüne, FDP und AFD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu queeren, lesbischen, schwulen Themen.

Verqueert.de hat sich die Mühe gemacht, die Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu LSBTIQ*-Themen durchzusehen. Dabei steht LSBTIQ* für: Lesbisch, schwul, bi, trans, inter, queer. Die Ergebnisse sind äußerst interessant und die Lektüre des umfassenden Beitrags bei verqueert.de lohnt sich: Hier gehts zum Beitrag. Nicht minder interessant sind die verqueerten Reflexionen zu Erinnerungskultur, die hier zu finden sind: Erinnerungskultur auf verqueert. #CDU #SPD #Linke #Grüne # FDP # AFD

Jetzt, wo gesellschaftlich die Vormacht der Disziplinen Medizin und Biologie zaghaft hinterfragt wird und Menschen selbstbestimmt und eigenwillig ihr eigenes Geschlecht leben wollen und dabei die Mittel nutzen, die die aktuelle bürgerliche, kapitalistische Gesellschaft anbietet, stört Türcke diese „Eigenwilligkeit“ der Menschen.

Durch den Titel „Natur und Gender“ bin ich auf Christoph Türckes Buch gestoßen. Immerhin bei C.H. Beck erschienen, habe ich es mir bestellt und gelesen.

Türcke sieht die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen skeptisch: Mit Betrachtungen zu Antike und Aufklärung leitet er her, dass es damals um ein Verstehen „der Natur“ gegangen sei. Heute wolle man sie hingegen verändern. Besonders kritisch sieht er die Entwicklungen im Hinblick auf Geschlecht. Er argumentiert für mehr Mut zur „Eigenwilligkeit“ von Natur und mehr Demut vor ihr. So weit, so anregend für Diskussionen.

Allerdings bleiben die Gedanken oft zu kurz. So war die von Türcke als „gut“ betrachtete Aufklärung um 1800 nicht einfach beschreibend, sondern ein Ausgangspunkt oder Katalysator für weitreichende Naturbeherrschung. Bleiben wir beim Themenfeld Geschlecht: In den sich herausbildenden modernen biologischen und medizinischen Disziplinen wurde Geschlecht eben nicht einfach beschrieben, sondern wurden Frauen brachial herabgewürdigt. „Monströsitäten“, wie man damals sagte, sollten – durch medizinische und biologische Interventionen, also Naturbeherrschung, beseitigt und getilgt werden. Türcke spricht heute in Bezug auf Intergeschlechtlichkeit und Trans* von „Abweichungen“ und „Störungen“ – genau im Sinne eines solchen alten Denkens, das sortieren und aussortieren wollte. Jetzt, wo gesellschaftlich die Vormacht der Disziplinen Medizin und Biologie zaghaft hinterfragt wird und Menschen selbstbestimmt und eigenwillig ihr eigenes Geschlecht leben wollen und dabei die Mittel nutzen, die die aktuelle bürgerliche, kapitalistische Gesellschaft anbietet, stört Türcke diese „Eigenwilligkeit“ der Menschen. Der „Machbarkeitswahn“, den Türcke zu favorisieren scheint, ist einer, der Menschen unbedingt in das dominante zweigeschlechtliche gesellschaftliche Raster zwingen will – mit Therapien und Eingriffen. Und da möchte ich erwidern: Lass die Menschen doch eigenwillig leben und nicht die Struktur zentral bleiben!

Die Sendung "Gender: Weg vom Schwarz-Weiß-Denken" ist jetzt auch in der Mediathek verfügbar. Sie beleuchtet Gender Studies und konkrete Auswirkungen zweigeschlechtlichen Sexismus'.

Die Sendung von "Planet Wissen" (von WDR, SWR und ARDalpha) "Gender: Weg vom Schwarz-Weiß-Denken" ist jetzt auch in der Mediathek verfügbar. Die Sendung ist sicherlich für einige Themen sehr erhellend. Das gilt sowohl im Hinblick auf Gender Studies, konkrete Auswirkungen zweigeschlechtlichen Sexismus', aber auch hinsichtlich zugespitzter gesellschaftlicher Debatten im Themenfeld. Sehr gut durch die Sendung führten die Moderator*innen Caro Matzko und Rainer Maria Jilg.

Der Ankündigungstext des Senders: Gender bezeichnet das soziale Geschlecht: Was wird in einer Gesellschaft als „männlich“, was als „weiblich“ gesehen und welche Eigenschaften gelten als typisch für Männer oder als typisch für Frauen? Das soziale Geschlecht ist noch viel mehr als das biologische Geschlecht sehr vielfältig und lässt sich wissenschaftlich nicht in nur zwei Kategorien einteilen. Beim Thema Gender, also beim sozialen Geschlecht, machen die „Schubladen“ hier Mann, da Frau nur wenig bzw. gar keinen Sinn. Und trotzdem wird unser Alltag von dieser Zweiteilung sehr stark bestimmt. Planet Wissen fragt deshalb, warum es so schwerfällt, nicht nur von der Zweiteilung „Mann / Frau“ wegzukommen, sondern auch die tatsächlich vorhandene Vielfalt zu akzeptieren. Gäste im Studio: Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky, Ludwig-Maximilians-Universität München; Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Hochschule Merseburg.

Link zur Sendung.

Das Buch untersucht intersektionale Verschränkungen und fragt, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind...

In die Reihe "Educate yourself" zum Frauenkampftag 2021 hat @diversmagazin, neben anderen lesenswerten Büchern, auch "Queer und (Anti-)Kapitalismus" aufgenommen - und schreibt: "Das Buch untersucht intersektionale Verschränkungen und fragt, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, aufkommen und funktional werden. Sehr theoretisch und komplex, dafür aber auch nicht super lang." Hier gehts zur gesamten Liste.

"Literaturlärm" rezensiert in ihrem* neusten Podcast "Queer und (Anti-)Kapitalismus". Sehr schön zu hören, was das Buch Interessierten heute - 2021 - bringen kann!

Vielen Dank für die interessierte und engagierte Wahrnehmung!

Eine Übersicht über weitere Rezensionen zum Buch "Queer und (Anti-)Kapitalismus" findet sich hier, weitere Informationen zum Buch hier, beim Verlag.

Wenn es ums Ganze gehen soll, braucht es einen erneuerten Klassenbegriff. Der wird ohne Marx nicht zu haben sein und zugleich über ihn hinausgehen müssen – rassismuskritisch, antisexistisch, verqueert.

Gern greife ich den folgenden Text wieder auf. Er ist zuerst erschienen und zitierbar als: Wolter, Salih Alexander / Voß, Heinz-Jürgen (2014): Nicht ohne Marx – und über ihn hinaus. Malmoe, 66 (2014): S. 21.

Die ‹Klasse› – einst der Kernbegriff revolutionärer Theorie und Politik – wird in linken Ansätzen, die aktuell im deutschen Sprachraum diskutiert werden, oft nur noch mit durchgeschleppt. In der kulturwissenschaftlichen Wende der 1970er / 1980er Jahre wurde sie schon beinahe für tot erklärt. Dass sie sich dennoch ins intersektionale Paradigma hinüberretten konnte, verdankt sie – kleine Ironie der Geschichte – der Borniertheit hiesiger Universitäten. Die lernten das neue Konzept nämlich lieber aus den Büchern nordamerikanischer Professorinnen, als es sich von den marginalisierten Frauen – oft Migrantinnen aus der Arbeiterklasse – erklären zu lassen, die es in ihren Kämpfen hierzulande zeitgleich mit jenen entwickelt hatten. Nun haben es die deutschen und österreichischen Akademien also auch mit der Triade von Gender, Race, and Class zu tun, wissen aber mit der dritten dieser ‹Hauptkategorien sozialer Ungleichheit› nicht viel anzufangen, weil sie – anders als die Vordenkerinnen aus den USA – vor marxistischen Analysen zurückschrecken.

Offenbar aus dem gleichen Grund droht eine Linke, die sich auf die ‹Überwindung von Diskriminierung› beschränken will, deren Grundlagen aus den Augen zu verlieren. Denn die große Leistung des intersektionalen Ansatzes besteht gerade darin, scheinbar vorgegebene und unabänderliche Identitäten auf ineinandergreifende gesellschaftliche (Herrschafts-) Verhältnisse zurückzuführen. So werden Geschlecht und ‹Rasse› heute als ebenso wenig ‹natürlich› erkannt, wie es für die Klasse schon längst galt. Diese ergibt sich aus  dem Kapitalverhältnis, das  «Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren» (MEW 23: 641) einander gegenüberstellt. Sicher genügt diese Formel nicht, eine komplexe Gegenwart zu fassen, in der z. B. einerseits auch millionenschwere Bankvorstände letztlich nur Angestellte sind, andererseits selbst noch prekarisierte Bewohner_innen der Metropolen von der Überausbeutung vor allem der Frauen im Globalen Süden profitieren.  Aber falsch und gefährlich ist es, wenn neuerdings unter dem Stichwort ‹Anti-Klassismus› die Klasse mitunter quasi ‹re-naturalisiert› wird.

Stattdessen gilt es, den Begriff sowohl analytisch zu füllen als auch mit der lebensweltlichen Erfahrung rückzukoppeln. Es gilt, das Zusammenspiel von Rassismus, Sexismus und Kapitalismus zu verstehen, mit dem Europa die Welt kolonisiert hat (Immanuel Wallerstein / Étienne Balibar), und zu erkennen, dass es heute eine hierarchische und ihrerseits globalisierte Strukturierung der Preise der Arbeitskraft gibt (Samir Amin, Gayatri Chakravorty Spivak). Und es gilt zu durchschauen, wie in unseren Gesellschaften ‹Diversity› funktioniert, indem unterschiedliche Bedürfnisse gegeneinander ausgespielt und soziale Unterschiede kulturalisiert werden. Wenn es ums Ganze gehen soll, braucht es einen erneuerten Klassenbegriff. Der wird ohne Marx nicht zu haben sein und zugleich über ihn hinausgehen müssen – rassismuskritisch, antisexistisch, verqueert.

Heinz-Jürgen Voß / Salih Alexander Wolter