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Sehr gern weise ich auf den ertragreichen Band von Esther Stahl hin, der gute Handlungsempfehlungen für Einrichtungen enthält:

Gewaltpräventionskonzepte für die Arbeit mit Mädchen und Frauen mit Behinderungen
von Esther Stahl

Hochschulverlag Merseburg, Reihe: Sexualwissenschaftliche Schriften, Band 3
2017, 124 Seiten, 16,50 Euro
ISBN: 978-3-942703-58-1
Bestellmöglichkeit

Klappentext:
Mädchen und Frauen mit Behinderungen sind mehr als doppelt so häufig Opfer von sexuallslerter Gewalt als deren Altersgenossinnen ohne Behinderung. Bereits 2009 hat sich die Bundesregierung, mit der Ratifizierung der UN-Behlndertenrechtskonvention verpflichtet, Diskriminierungen und Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen abzubauen. Dass diese Verpflichtung in weiten Teilen nicht umgesetzt wurde, zeigt unter anderem die mangelhafte Existenz von Gewaltpräventlonskonzepten in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Die existierenden Konzepte vernachlässigen außerdem häufig den gesonderten Blick auf Mädchen und Frauen mit Behinderungen und deren spezifischer sexueller und reproduktiver Bedürfnisse. Anhand einer Einzelfallanalyse und einer Analyse verschiedener Gewaltpräventlonskonzepte, werden in diesem Buch Schlussfolgerungen gezogen für die Voraussetzungen gelingender Gewaltprävention.

Der "Dritte deutsche Männergesundheitsbericht - Sexualität von Männern" ist nun erschienen und kann über jede Buchhandlung und den Verlag bezogen werden.

Der Bericht berücksichtigt facettenreich die Lebenslagen von Männern. Gewonnen hat der Bericht von der interdisziplinären Verzahnung soziologischer und medizinischer Perspektiven, die durch die Kooperation von Stiftung Männergesundheit und Hochschule Merseburg möglich wurde. Dabei tragen die Beiträge auch den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung, in denen digitale Medien eine größere Rolle einnehmen und sich Männlichkeiten diversifizieren. So werden neben den klassisch im Berichtswesen thematisierten Männlichkeiten auch Trans*- und Inter*-Männlichkeiten betrachtet und im Hinblick auf gelingende Sexualität von Männern dargestellt.

Dritter deutscher Männergesundheitsbericht: Sexualität von Männern
von Doris Bardehle, Heinz-Jürgen Voß, Theodor Klotz, Bettina Staudenmeyer, Stiftung Männergesundheit (Hg.)

Psychosozial-Verlag, Gießen
2017, 449 Seiten, 39,90 Euro
ISBN: 978-3-8379-2683-5

Informationen beim Verlag: hier.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: hier.
Übersicht über erschienene Presseresonanz und Rezensionen: hier.

Die Vorstellung des Männergesundheitsberichts findet bei Veranstaltungen am 3. Mai in Berlin (Bundespressekonferenz, für Journalist_innen) und am 4. Mai in Merseburg (öffentlich) statt.

Sehr gern weise ich auf die Vorstellung des "Dritten deutschen Männergesundheitsberichts - Sexualität von Männern" am 4. Mai 2017 in Merseburg hin. Bereits am Tag zuvor findet die Bundespressekonferenz in Berlin (Haus der Pressekonferenz) statt.

Kurzfassung des Inhalts der Veranstaltung:
# Zeit: 4. Mai, 14:30 – 17:00 Uhr
# Ort: Foyer des Gartenhauses, Hochschule Merseburg (Eberhard-Leibnitz-Str. 2, Merseburg)

Vorstellung des von der Stiftung Männergesundheit in Kooperation mit der Hochschule Merseburg herausgegebenen Berichts, der interdisziplinär ist und Sexualität positiv betrachtet. Der Vielfalt von Sexualität und von Männlichkeiten wird Rechnung getragen. Bei der Veranstaltung findet u.a. statt:

* Grußwort der Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des
Landes Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne;
* Einordnung des Männergesundheitsberichts durch die Referentin an
der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik des
Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
Katharina Scholz;
* Vorstellung des Männergesundheitsberichts durch die Herausgeber_innen
* Podiumsdiskussion zum Männergesundheitsbericht u. a. mit der
Fernseh-Moderatorin und Bestseller-Autorin Ann-Marlene Henning, dem Bildungsreferenten für Jungen*arbeit Michael Ney und Prof. Dr. Harald Stumpe.

Die Langfassung der Einladung mit vollständigem Programm findet sich hier.
Der "Dritte deutsche Männergesundheitsbericht" erscheint beim Psychosozial-Verlag und ist ab Ende April 2017 überall im Buchhandel erhältlich.

Presseresonanz und Rezensionen zum Bericht finden Sie hier verlinkt.

Nach dem gelungenen Auftakt mit Hrn. Dr. Vobker im Oktober, findet am 1.11.2016 (Beginn 16:30 Uhr) an der Hochschule Merseburg (Theater am Campus) die zweite Veranstaltung der Ringvorlesung FEMPOWER „Technik und Geschlecht“ statt.

Zu Gast ist die Physikerin Prof. Dr. Helene Götschel. In ihrem Vortrag „Physik queer denken“ zeigt sie, wie sich gesellschaftliche Fragestellungen in Kontexten der Physik wiederfinden lassen. „Queer“ ist dabei im Sinne geschlechtlicher und sexueller Vielfalt und Offenheit zu verstehen. Götschel führt aus, dass sich Queer Theory nicht nur in den Wissenschaften vom Menschen, wie den Sozialwissenschaften oder der Biologie, anwenden lasse. Vielmehr mache es Sinn, grundsätzlich die Denkmuster Zweigeschlechtlichkeit und heteronormative Matrix zu erkennen. Dies ermöglicht, Physik queer zu denken, d.h. zu hinterfragen, wie diese eingeschränkten Denkmöglichkeiten unsere Weltbilder, unsere Vorstellungen der unbelebten Natur prägen. Was darunter zu verstehen ist und wozu es gut sein soll, Physik queer zu denken, wird im Vortrag anhand von Beispielen diskutiert. Beginn der Veranstaltung ist um 16:30 Uhr, im Theater am Campus (im Hauptgebäude der Hochschule).

Prof. Dr. Helene Götschel: Die studierte Physikerin ist Maria-Goeppert-Mayer Professorin für Gender in Ingenieurwissenschaften und Informatik an der Fakultät für Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik der Hochschule Hannover.

*Als weitere Veranstaltungen sind bereits fest:* Dr. Waltraud Ernst (15.12.2016, 16:30 Uhr, Vortrag: „Geschlecht und maschinelle Interaktion“) und Dipl.-Inf. Göde Both (17.1.2016, 16:30 Uhr, Vortrag: „Mensch-Maschine-Konfigurationen: Ist autonomes Fahren die ‚Entmannung des deutschen Autofahrers‘?“).

Das Projekt FEMPOWER, das neben der Ringvorlesung auch Maßnahmen zur Förderung von Promotionen von Frauen beinhaltet, wird aus Fördermitteln der Europäischen Union finanziert. Federführend liegt das Projekt bei der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule Merseburg, der Ingenieurin Kathrin Stritzel; die Ringvorlesung wird inhaltlich und organisatorisch in Kooperation mit Andreas Kröner (HoMe-Akademie) und Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Fachbereich Soziale Arbeit. Medien. Kultur) durchgeführt.

Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung - alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Liebe Kolleg_innen, liebe Interessierte,

sehr gern weise ich auf fünf aktuell an der Hochschule Merseburg ausgeschriebene Professuren hin. Es handelt sich um die Professuren (alle W2):

  • "Soziologie und Sozialforschung",
  • "Soziale Arbeit in der Rehabilitation",
  • "Sozialarbeitswissenschaft / Beratung",
  • "Sexualwissenschaft und Familienplanung" sowie
  • "Ingenieurmathematik".

Alle Interessierten mit passender Qualifikation sind herzlich zur Bewerbung ermuntert. Im Folgenden etwas genauer die Ausschreibungen mit den jeweiligen Links zu ausführlichen Informationen:

(1) "Sexualwissenschaft und Familienplanung" (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Sexualwissenschaft und Familienplanung in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll umfassende Kenntnisse  in Soziologie und Psychologie der Sexualität sowie Familienplanung aufweisen.  Wünschenswert sind Erfahrungen in der Familienplanungs-, Partnerschafts- und Sexualberatung.
Ausführliche Informationen

(2) "Soziologie und Sozialforschung" (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt  das Fach Soziologie bzw. Gesellschaftswissenschaften und Sozialforschung in Lehre und Forschung. Die Bewerberin / der Bewerber soll über ausgewiesene wissenschaftliche und mehrjährige praktische Erfahrungen im Bereich der soziologischen Forschung und der anwendungsorientierten soziologischen Berufspraxis verfügen.
Ausführliche Informationen

(3) "Soziale Arbeit in der Rehabilitation" (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Soziale Arbeit in der Rehabilitation in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll umfassende Kenntnisse und Erfahrungen mit den Konzepten und Methoden Sozialer Arbeit im Bereich der Rehabilitation und Behindertenhilfe aufweisen, über solide Kenntnisse zu den Leitideen und der praktischen Umsetzung des ICF verfügen und einen fundierten Einblick in die Grundfragen, Diskurse sowie sozialpolitischen und sozialrechtlichen Grundlagen (SGBs 5,9,12) des Arbeitsgebietes besitzen.
Ausführliche Informationen

(4) "Sozialarbeitswissenschaft / Beratung" (W2-Professur)
Die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber vertritt das Fach Sozialarbeitswissenschaft und Beratung  in Forschung und Lehre. Die Bewerberin / der Bewerber soll über ausgewiesene wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Erfahrungen im Bereich der Beratung in  Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und über eine beraterische Zusatzausbildung verfügen.
Ausführliche Informationen

(5) "Ingenieurmathematik" (W2-Professur)
Die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber soll auf der Grundlage eigener Erfahrungen Lehr- und Forschungsaufgaben zur Numerischen Mathematik und Analysis übernehmen. Es sind darüber hinaus Lehrveranstaltungen zu Grundlagen der Mathematik im Bachelor- und Masterstudium der Hochschule zu halten. Spezielle Erfahrungen bei der Nutzung von Computeralgebrasystemen werden erwartet.
Ausführliche Informationen

Herzliche Grüße
Heinz-Jürgen Voß

Die folgende Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungswoche des „Bündnis gegen Rechts“ gegen den Neonazi-Aufmarsch am 18. Juni. In der Veranstaltungswoche wird für Toleranz und Akzeptanz geworben und werden rechte Entwicklungen kritisch diskutiert. Mehr Informationen auf: https://merseburggegenrechts.wordpress.com .

Attacke von Rechts – Wie reagiert die Wissenschaft?
# Zeit: Dienstag, 14. Juni 2016, 15:00 bis 17:00 Uhr
# Ort: Hochschule Merseburg, Gartenhaus (Eberhard-Leibnitz-Str. 2, Merseburg)
# Referent_innen: Andreas Kemper, Heinz-Jürgen Voß, Jennifer Stange

Seit einigen Jahren werden Wissenschaften in immer stärkerem Maße von rechtspopulistischen und rechtsextremen Zusammenhängen angegriffen. In der Kritik stehen gerade Erkenntnisse, die sich nicht auf dem ersten Blick dem Alltagsverständnis erschließen. Könnte man davon ausgehen, dass es gerade der Zweck wissenschaftlichen Arbeitens ist, Neues zu schaffen, so steht dieses Selbstverständnis aktuell in Frage. Wie reagiert die Wissenschaft?

Am 14. Juni wird diese Frage an der Hochschule Merseburg diskutiert. Nach drei kurzweiligen Impulsen wird gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. In dem eröffnenden Vortrag „Pegida, Neue Rechte und AfD“ zeigt der Soziologe Andreas Kemper, wie sich seit der Sarrazin-Debatte eine neurechte Bewegung in Deutschland formiert hat, die gerade im Osten Deutschlands auch parteiförmig auftritt. Andreas Kemper beobachtet diese Bewegung und untersucht, wie neoliberale, christlich-fundamentalistische und faschistische Ideologien der Ungleichheit ineinandergreifen. Er gibt Anregungen, wie Wissenschaft reagieren könnte.

Im Anschluss daran erläutert der Merseburger Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß die Angriffe, denen zuletzt die Geschlechterforschung und die auf Toleranz gegenüber sexueller Selbstbestimmung zielende Sexualpädagogik ausgesetzt waren. Die Attacken gingen bis hin zu Diffamierungen gegen einzelne Wissenschaftler_innen. Heinz-Jürgen Voß erläutert die Gegenstrategien, die von den Wissenschaftler_innen ergriffen wurden und er weist selbstkritisch darauf hin, dass es für Wissenschaft nötig ist, stets und möglichst verständlich zu erläutern, was sie denn tut.

In dem abschließenden Input regt die Leipziger Journalistin Jennifer Stange auch zu einem selbstkritischen Blick an. Auch die Geschlechterforschung und Sexualpädagogik müssten sich kritisch befragen lassen. Gleichzeitig stelle sich die Frage, ob denn die Wissenschaft gerade genug gegen rechte Entwicklungen tut. Wie kann Wissenschaft reagieren, fragt auch sie.

Die knappen Impulse, die jeweils auf 20 Minuten begrenzt sind, eröffnen die Diskussion mit dem Publikum. Heinz-Jürgen Voß geht dabei in die Position der Moderation, während Andreas Kemper und Jennifer Stange kritisch mit dem Publikum diskutieren.

Alle Interessierten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos.

Im Kontext der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprofessur und des geförderten Forschungsprojektes "Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung" und in Zusammenarbeit mit der Weiterbildungsagentur der Hochschule Merseburg ist ein regional fokussiertes Angebot an Fortbildungen und Weiterbildungen im sexualwissenschaftlichen und sexualpädagogischen Bereich auf den Weg gekommen.

Das Angebot versteht sich als Ergänzung bestehender Angebote und es soll dazu beitragen, dass Sexuelle Bildung endlich als unbedingtes und flächendeckendes Kernthema wahrgenommen wird, das unbedingter Bestandteil der Ausbildung/des Studium für Lehramt, Soziale Arbeit, Pflege- und Erziehungsberufe sein muss - und ebenso in Fort- und Weiterbildung. Wir haben die Möglichkeit, dass Fachkräfte professionell und ausgebildet mit der Sexualität ihrer Klient_innen und Adressat_innen umgehen oder ohne entsprechende Ausbildung, wodurch vermeidbare Fehler entstehen und eigene Normen unhinterfragt bleiben können.

Im Folgenden die Angebote der Hochschule Merseburg:

Übersicht: http://www.hs-merseburg.de/weiterbildung/zertifikatskurse/sexualwissenschaftliche-fort-und-weiterbildungsangebote/

Angebotsbroschüre: http://www.hs-merseburg.de/fileadmin/redaktion/Weiterbildung/Home_Sexualwissenschaftliche_Fort-_und_Weiterbildungsangebote.pdf

Für Fragen stehen Prof. Dr. em. Harald Stumpe und Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß gern zur Verfügung.

Andrea_Altenburg_Soziale_Arbeit_SexualitaetSehr gern weise ich auf den Band "Sexualität und Soziale Arbeit" von Andrea Altenburg hin, der zugleich eine zweite sexualwissenschaftliche Reihe des Instituts für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg eröffnet. Die Reihe erscheint im Hochschulverlag Merseburg und orientiert auf sehr gute Qualifikationsarbeiten, die an der Hochschule Merseburg entstehen.

Altenburg gibt in ihrem Band einen Überblick über die Angebote zu Sexueller Bildung im Studium der Sozialen Arbeit im bundesweiten Vergleich - sowohl zu den (notwendigen) Inhalten, als auch zum bisherigen Angebot.

Der Band:
Sexualität und Soziale Arbeit: Zur Notwendigkeit Sexueller Bildung im Studium der Sozialen Arbeit

# von Andrea Altenburg
# Merseburg 2016: Hochschulverlag
# 120 Seiten, 11,40 Euro
# ISBN: 978-3-942703-48-2
# Der Band kann überall im Buchhandel und hier bestellt werden.

Die Schriftenreihe:
Der Lehr- und Forschungsschwerpunkt Angewandte Sexualwissenschaft am Fachbereich Soziale Arbeit. Medien. Kultur ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Auf Grund seines Charakters an der Nahtstelle zwischen Theorie und Praxis entstehen hier innovative Arbeiten insbesondere im Bereich der sexuellen Bildung. In der Reihe Sexualwissenschaftliche Schriften werden sehr gute Qualifikationsarbeiten publiziert. Sie sollen Forschungsprojekte bereichern und Anregungen für die Praxis liefern.

Der Tagesspiegel verfolgt eine schöne Reihe, in der einige Ansätze der Geschlechterforschung und Sexualwissenschaft vorgestellt werden. Heute durfte ich im 3. Beitrag der Reihe für die Hochschule Merseburg zu Sexualpädagogik und Sexualwissenschaft schreiben:

Serie: Gender in der Forschung (3)
Lernen, wie man Grenzen zieht
Sexualität und sexualisierter Gewalt in Kita und Schule: Die meisten Pädagogen sind darauf nicht vorbereitet.
von Heinz-Jürgen Voß
zum Beitrag: Gender in der Forschung (3)

Die vorhergehenden Beiträge:
Gender in der Forschung (1) - Prof. Dr. Ilse Lenz
Gender in der Forschung (2) - Prof. Dr. Kerstin Palm

„Rassismus ist die Verknüpfung von Vorurteil mit institutioneller Macht. Entgegen der (bequemen) landläufigen Meinung ist für Rassismus eine ‚Abneigung‘ oder ‚Böswilligkeit‘ gegen Menschen oder Menschengruppen keine Voraussetzung. Rassismus ist […] ein institutionalisiertes System, in dem soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Beziehungen für weißen Alleinherrschaftserhalt wirken […].“[1]

Erst seit den 1980er Jahren wird Rassismus in Deutschland – durch das Streiten von Selbstorganisationen von Schwarzen Menschen und Personen of Color – zunehmend thematisiert. Die ‚verharmlosenden‘, weil den institutionalisierten Charakter von Rassismus verkennenden, Begriffe Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass wurden weitgehend abgelöst. Die Veranstaltungsreihe führt in die Thematik ein – auch mit regionalem Blick. Sie wird in Kooperation von Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, Hochschule Merseburg und Arbeit und Leben BV Sachsen-Anhalt e.V. – Mehrgenerationenhaus Merseburg durchgeführt.

  • Einführungsseminar: Rassismus und deutscher Kolonialismus
    # 17. März 2015, 18:30 Uhr, Mehrgenerationenhaus*
    Die Einführungsveranstaltung gibt einen Überblick über deutschen Kolonialismus und Rassismus in Deutschland. Es werden Erinnerungen an die Wende 1989/90 aufgegriffen, die heute kaum im Blick sind und die davon handeln, wie Schwarze Menschen von Mehrheitsdeutschen attackiert und die Pogromstimmung auch von Politikern schnell aufgegriffen wurde.
    Dr. Heinz-Jürgen Voß von der Hochschule Merseburg eröffnet die Reihe – und Diskussion.
  • "Fremde in der geschlossenen Gesellschaft - Migranten in der DDR"
    # 26. März, ab 18:00 Uhr, Theater am Campus**
    Durch die islam- und fremdenfeindlichen Demonstrationen in Leipzig und vor allem Dresden ist Ostdeutschland wieder in den Fokus der Debatte um Migration und Integration gerückt. Dieser Vortrag wendet sich der mentalen und kulturellen Prägung zu: Damit wird nicht die Bedeutung der Transformation nach der deutschen Einheit in Frage gestellt, allerdings war schon in der DDR die gesellschaftliche Stellung ‚Fremder‘ prekär.
    Dr. Patrice G. Poutrus arbeitet am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Er publizierte u.a.: „Fremde und Fremd-Sein in der DDR“ und „Ankunft – Alltag – Ausreise. Migration und interkulturelle Begegnungen in der DDR-Gesellschaft“.
  • Aktivismus in Bewegung: Die Schwarze Frauenbewegung in Deutschland
    # 16. April, ab 19:30 Uhr, Theater am Campus**
    "Eine Schwarze, Kriegerin und Dichterin, die ihre Arbeit tut und gekommen ist, euch zu fragen, ob ihr die Eure tut." Dieser Aufruf zum politischen Handeln zeigte in Deutschland eine großartige Wirkung: das Erwachen einer Bewegung. Audre Lorde´s Einfluss auf die US-amerikanische Frauenbewegung, ihre aufrüttelnden Texte und ihr brillantes Beleuchten von Sexismus, Rassismus und Homophobie wurden Mitte der achtziger Jahre allmählich auch in der deutschen Frauenbewegung bekannt. Es gelang ihr tatsächlich in Deutschland Schweigen in Sprache und Handeln zu verwandeln. Peggy Piesche stellt den zu Audre Lorde´s zwanzigstem Todestag erschienenen Band „‚Euer Schweigen schützt euch nicht‘ – Audre Lorde und die Schwarze Frauenbewegung in Deutschland“ vor. Der Band vereinigt bereits erschienene Texte Lordes mit Beiträgen, Interviews und Gedichten afrodeutscher Frauen.
    Peggy Piesche ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und arbeitet an der Bayreuth Academy of Advanced African Studies. Weitere Publikation (Mit-Hg.): „Mythen, Masken und Subjekte - Kritische Weißseinsforschung in Deutschland“.
  • Aspekte der Geschichte des Rassismus in und um Merseburg
    # 28. April, 18:30 Uhr, Mehrgenerationenhaus*
    Für die DDR sind über 8.000 neonazistische, antisemitische und rassistische Propaganda- und Gewaltstraftaten belegt. Der erste Angriff eines deutschen Mobs auf ein Wohnheim, ähnlich dem von 1991 in Hoyerswerda, fand am 13. Februar 1977 in Dessau statt. In Merseburg wurden im August 1979 zwei Kubaner getötet, anschließend verhinderte die Partei- und Staatsführung polizeiliche Ermittlungen. Der Antifaschismus der SED hat diese Entwicklungen nicht verhindern können. Harry Waibel erläutert die Ursachen von Rassismus und Antisemitismus in der DDR – mit Blick auf Geschichte, Ideologie und Politik – und er zeigt Auswirkungen bis heute auf.
    Harry Waibel lebt und arbeitet als Historiker und Publizist in Berlin. Zuletzt veröffentlichte er „Der gescheiterte Anti-Faschismus der SED – Rassismus in der DDR“.
  • Separiert und diskriminiert: Zur Situation geflüchteter Menschen im Saalekreis
    # 21. Mai 2015, 18:30 Uhr, Theater am Campus**
    Asylsuchende sind in Deutschland oft menschenunwürdig untergebracht, von Rassismus betroffen und werden immer wieder durch Polizeikontrollen kriminalisiert. Von Flucht und Krieg traumatisiert, erleben geflüchtete Personen auch im Saalekreis die ablehnende Haltung von Mehrheitsdeutschen – von verbalen Attacken bis hin zu physischen Angriffen. Hinzu kommt ein institutioneller Rassismus. Was bedeutet es für Geflüchtete, permanent Angst davor haben zu müssen, ausgewiesen zu werden? Wie gehen die Menschen mit rassistischen Alltagserfahrungen um?
    Im Rahmen eines moderierten Gesprächs berichten geflüchtete Menschen über ihre Erfahrungen in Merseburg und im Saalekreis – und zeigen auf, was sich verändern muss. Zugesagt hat Cheickna Fadiga Hamala, der eine Zeit lang in Krumpa lebte, aktuell seinen Schulabschluss in Halle macht und zuletzt von der Bundesregierung für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet wurde.

Kosten:
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos.

Ort:
**Theater am Campus, Hochschule Merseburg, Eberhard-Leibnitz-Str. 2, 06217 Merseburg, http://www.hs-merseburg.de

*Mehrgenerationenhaus, Rossmarkt 2, 06217 Merseburg, http://www.mehrgenerationenhaus-merseburg.de

Kontakt und inhaltliche Fragen bitte an:
Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, E-Mail: heinz-juergen.voss@hs-merseburg.de

Anja Kruber, E-Mail: anja.kruber@hs-merseburg.de

Hochschule Merseburg
Eberhard-Leibnitz-Str. 2
06217 Merseburg

 

[1] Noah Sow, zit. nach: Susan Arndt / Nadja Ofuatey-Alazard (Hg., 2011): Wie Rassismus aus Wörtern spricht: (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster: Unrast Verlag. S. 37.)