Springe zum Inhalt

Die Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen – OII Germany e. V. richtet sich mit 10 Fragen an alle demokratischen Parteien anlässlich der Bundestagswahl 2017.

Die Wahlprüfsteine werden im Folgenden dokumentiert - weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen – OII Germany e. V.; dort werden auch die Antworten der Parteien nachlesbar sein. Weiterlesen

cover_geschlechtliche_vielfalt_erleben_In der Reihe "Angewandte Sexualwissenschaft" des Psychosozial-Verlags ist gerade das lesenswerte Buch "Geschlechtliche Vielfalt (er)leben: Trans*- und Intergeschlechtlichkeit in Kindheit, Adoleszenz und jungem Erwachsenenalter" neu erschienen. Es wendet sich Inter* und Trans* gerade vor dem Hintergrund aktuell stattfindender rechter Angriffe vor; im Band wird u.a. vorgeschlagen, interdisziplinär und intersektional Lösungsansätze zu entwickeln. Eingeleitet wird das Buch mit einem Grußwort der sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping.

Geschlechtliche Vielfalt (er)leben:
Trans*- und Intergeschlechtlichkeit in Kindheit, Adoleszenz und jungem Erwachsenenalter
von Alexander Naß, Silvia Rentzsch, Johanna Rödenbeck, Monika Deinbeck (Hg.)

Psychosozial-Verlag, Gießen
2016, 149 Seiten, 19,90 Euro
ISBN: 978-3-8379-2597-5

Verlagsinformationen

1

PSY-Katzer-2546-v03.indd"Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung" (Gießen 2016: Psychosozial-Verlag) ist ein innovativer und praxisorientierter Sammelband. Themen in den drei im Titel benannten Schwerpunkten sind: Trans* // Intergeschlechtlichkeit // Asexualität // 'Sexualität und Gefängnis' // Recht auf Abtreibung // Behinderung und reproduktive Selbstbestimmung // geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Weitere Informationen zum Band unten und hier: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/1000/products_id/2546 .

Über dein und Ihr Interesse würden wir uns freuen - auch über Rezensionen. Ein Rezensionsexemplar kann bei mir ( voss_heinz@yahoo.de , wird ab 10. März verschickt) oder direkt beim Verlag angefordert werden ( Melanie Fehr, melanie.fehr@psychosozial-verlag.de ). Auch über weitere Rückmeldungen freuen wir uns!

Liebe und herzliche Grüße
Heinz-Jürgen Voß

Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung: Praxisorientierte Zugänge
Michaela Katzer, Heinz-Jürgen Voß (Hg.)

Buchreihe: Angewandte Sexualwissenschaft
Verlag: Psychosozial-Verlag
2016 / 358 Seiten, 36,90 Euro
ISBN-13: 978-3-8379-2546-3
Informationen: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/1000/products_id/2546
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: http://www.psychosozial-verlag.de/pdfs/leseprobe/9783837925463.pdf

Klappentext:
Selbstbestimmung geht über die Überwindung bzw. Abwesenheit von äußerem Zwang hinaus. Sie erfordert positives Bewusstsein über Möglichkeiten eigenen Handelns mit einem Spektrum von Anpassung bis Ausbruch. Geschlechtliche Selbstbestimmung schließt Abweichung, Veränderung und Deutungshoheit über körperliche Geschlechtsmerkmale ein.

Im vorliegenden Buch wird »Selbstbestimmung« im sexualwissenschaftlichen Diskurs aus akademischer und aktivistischer Perspektive betrachtet. Die Beiträge beleuchten Aspekte von Inter- und Transsexualität, Asexualität, Sexualität unter Haftbedingungen, im Kontext von Behinderung sowie außerhalb heterosexueller Paarbeziehungen. In ihrer Vielfalt sind die Beiträge Zeitzeugnis, geben zugleich einen Ausblick auf die Zukunft und tragen dazu bei, gängige Denkschablonen zu überwinden.

Mit Beiträgen von Anne Allex, Markus Bauer, Heike Bödeker, Jens Borchert, Diana Demiel, Andreas Hechler, Michaela Katzer, Torsten Klemm, Katja Krolzik-Matthei, Anja Kruber, Alina Mertens, Andrzej Profus, Nadine Schlag, Heino Stöver, Manuela Tillmanns, Daniela Truffer, Heinz-Jürgen Voß und Marlen Weller-Menzel

1

Reihen-Umschlaggestaltung für den Psychosozial-Verlag, Gießen Info zu Hintergrund Raster-Bild: Raster für Fond: Covermotiv in Fläche von ca 25 x 25 cm einbauen und in Bitmap wandeln. Einstellung Bitmap: Halbtonraster 10 p per inch Winkel 45°

Gern möchte ich euch und Sie auf das Buch "Geschlecht als Gabe und Aufgabe: Intersexualität aus theologischer Perspektive" von Conrad Krannich hinweisen. Es ist soeben im Psychosozial-Verlag erschienen. Das Buch eröffnet die theologischen Sichtweisen zu Intergeschlechtlichkeit.

*Geschlecht als Gabe und Aufgabe: Intersexualität aus theologischer Perspektive*
von Conrad Krannich
Buchreihe: Angewandte Sexualwissenschaft
Verlag: Psychosozial-Verlag
2016, 80 Seiten, 16,90 Euro
ISBN-13: 978-3-8379-2544-9
Weitere Informationen und Klappentext: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/products_id/2544
Für ein Rezensionsexemplar wenden Sie sich bitte an: melanie.fehr@psychosozial-verlag.de .

Klappentext:
Das geschlechtliche Selbsterleben als wesentliches Merkmal menschlicher Identität läuft oftmals der Vorstellung einer bipolaren Geschlechterordnung zuwider. Intersexualität steht quer zu dieser sozialen Geschlechterkonstruktion, die nicht nur in der christlich-theologischen Anthropologie oft als unhinterfragte Leitdifferenz vertreten wird.

Ausgehend von medizinisch-biologischen sowie sozialen Aspekten von Intersex wirft Conrad Krannich grundlegende Fragen für die theologische Anthropologie und Ethik auf. Mithilfe klassisch-theologischer Denkfiguren legt er den Konstruktionscharakter der geschaffenen Wirklichkeit offen und ermöglicht so ein Verständnis für die Ambivalenz und Mehrdeutigkeit sexueller Identität. Damit ist auch der Weg zu einem angstfreien Umgang mit den Vieldeutigkeiten menschlicher Existenz eröffnet.

Weitere Bände der Buchreihe: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/index.php/cPath/2000_2130

1

Forschung_im_QueerformatForschung im Queerformat: Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hg.)
09/2014, 312 Seiten, 24,99 Euro
ISBN 978-3-8376-2702-2
Informationen hier, beim Transcript-Verlag
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: hier (pdf-Datei)

Ich möchte zur Lektüre und Diskussion anregen:
Das Buch „Forschung im Queerformat“ leistet das, was ein guter wissenschaftlicher Tagungsband machen soll. Es bringt unterschiedliche Perspektiven zueinander und in Diskussion. Und es zeigt auch, dass einige Perspektiven auf der Konferenz weitgehend ausgeschlossen blieben und ermöglicht damit, dass die Organisator_innen von Folgeveranstaltungen solche Ausschlüsse vermeiden. Besonders hervorheben möchte ich zwei Beiträge: Der Aufsatz von Saideh Saadat-Lendle und Zülfukar Çetin „Forschung und Soziale Arbeit zu Queer mit Rassismuserfahrungen“ fokussiert und kritisiert die rassistischen und identitären Zuschreibungen in den Studien der vermeintlichen ‚Opferberatung‘ Maneo, in der Simon-Studie und in LSVD-Kampagnen. Mit Blick auf den Kongress zeigen sie, wie Expertisen von Selbstorganisationen insbesondere von Personen of Color von den Organisator_innen als wissenschaftlich nicht relevant klassifiziert und aus dem Erkenntnisprozess der Konferenz ausgeschlossen wurden. Gleichzeitig regen sie eine klare Lösung an: „Da sich ein ganzer Block dieses Kongresses mit der ‚Partizipativen Forschung‘ auseinandergesetzt hat, bleibt uns nichts anderes übrig als zu hoffen, dass die Reflexion über unsere Kritik in Bezug auf die Auswahl der Referent_innen des Kongresses die zukünftige Praxis […] zugunsten eines partizipativen Ansatzes beeinflussen kann.“ (S. 248) Der zweite Beitrag, der hier Erwähnung finden soll, ist der Aufsatz „Cruzando Fronteras – zur Heteronormativität von Grenz- und Migrationsregimen am Beispiel von Asyl- und aufenthaltsrechtlichen Verfahren“, der von Elisabeth Tuider und Ilka Quirling verfasst wurde. Sie geben dort einen Überblick über wichtige postkoloniale Arbeiten zum Thema und juristische aufenthaltsrechtliche Bestimmungen der Bundesrepublik Deutschland. Sie zeigen, wie Letztere von „normative[n] Vorstellungen von ‚normaler‘ Sexualität, Familie, Geschlecht und Einwanderung“ (S. 266) geprägt sind sowie „Herkunftsländer homogenisiert und kulturalisiert, nicht selten als ‚traditionell‘ und damit explizit heterosexuell skizziert“ (ebd.) werden. Das wirkt sich exemplarisch so aus, dass einer Antragstellerin – einer Trans*frau – nicht geglaubt wird, dass sie von vier Polizisten vergewaltigt wurde und u.a. deshalb fliehen musste, weil der Sachbearbeiter das Herkunftsland als homophob erkennt, so dass es – so der Sachbearbeiter – „absolut unvorstellbar [sei], dass ausgerechnet die vier Polizisten, die er [sic! – gemeint ist sie, die Asyl-Antragstellerin, Anm. HV] angezeigt hat, homosexuell veranlagt sein könnten“ (nach: S. 262). Neben der abstrusen Wertung, geht aus der zitierten Passage die Transphobie des Sachbearbeiters hervor, ebenso die problematische Wirkung, die sich aus starrem Identitätsdenken ergibt.

zum Band

Offenlegung: Die Autor_in dieses Beitrags war selbst auf der Konferenz vertreten und hat auch zum Band beigetragen.

1

Mehr Sprechen forderten Mediziner_innen schon länger, wenn es darum geht, dass intergeschlechtliche Kinder einem eindeutigen Geschlecht - weiblich oder männlich - zugewiesen werden sollen. Es sollte mehr mit den Eltern gesprochen werden, es sollten stärker Selbstorganisationen einbezogen werden und es sollte das medizinische Personal geschult sein, damit ein intergeschlechtliches Kind den Eltern nicht stets vorauseilend als Problemfall vorgestellt wird, sondern sie ein positives Signal erhalten im Sinne: "Hurra, ihr Kind ist Intergeschlechtlich!"

Seit einigen Monaten wird auch an einer neuen Leitlinie gearbeitet, die als Richtschnur für den medizinischen Umgang mit Intergeschlechtlichkeit dienen soll. Nun scheint eine Positionierung der Urologen auf den Weg gebracht, die zumindest etwas Änderung erwarten lässt. Als problematisch erscheint auf jeden Fall, dass Intergeschlechtlichkeit / Intersexualität weiterhin als 'medizinisches Problem' betrachtet wird - allerdings wird mehr gesellschaftliche Toleranz angeregt. Insofern bleibt abzuwarten und ist entscheidend, was die Selbstorganisationen zur Änderung der Leitlinien sagen. Das wird wahrscheinlich in den kommenden Wochen und Monaten auf den Homepages von Zwischengeschlecht.org, der Internationalen Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen und von Intersexuelle Menschen e.V. nachzulesen sein. Daher hier erst einmal der Beitrag einfach zum Lesen.

Zur am heutigen 1. November in Kraft tretenden Änderung des Personenstandgesetzes (Ergänzung §22: “Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen.”) zeigt sich eine weitgehend reflektierte mediale Berichterstattung in vielen Zeitschriften und auch in Rundfunkbeiträgen.

Allerdings wird nur punktuell auf die Kritiken der Selbstorganisationen intergeschlechtlicher Menschen eingegangen (hier eine Übersicht zu den Stellungnahmen) - einige der aktuellen Zeitschriften stellen die Neuregelung gar im Sinne einer fakultativen Wahlmöglichkeit dar und nicht als "Muss-Bestimmung" (Vgl. die Übersicht bei Zwischengeschlecht). "Muss-Bestimmung" bedeutet auch, dass das Kind - ohne Geschlechtseintrag - quasi gegenüber jeder Kinderbetreuungseinrichtung und Schule zwangsgeoutet wird, anstatt dass das Kind bzw. die Eltern entscheiden können, wer von der Intergeschlechtlichkeit (Intersexualität) des Kindes erfahren soll.

Erfreulich ist, dass gerade Vertreter_innen von Selbstorganisationen viel zu Wort kommen und dass nur gelegentlich durch das "Danebensetzen" von einer Position aus der Medizin die Expertise der Selbstorganisationen angezweifelt wird. Deutlich sind nun aber selbst Positionen von Mitgliedern des Ethikrates. So heißt es in der FAZ unter Bezugnahme auf Michael Wunder: "Früher waren Operationen an Neugeborenen mit doppeltem Geschlecht die Regel. In den meisten Fällen wurden sie zu Mädchen umoperiert – mit teilweise gravierenden gesundheitlichen und psychischen Folgen für die Betroffenen. Interessenvertretungen intersexueller Menschen geißeln solche Eingriffe daher als „genitale Verstümmelungen“. Bei einigen Medizinern hat in den vergangenen Jahren ein Umdenken eingesetzt. „Es gibt jedoch keine repräsentative Studie, die belegt, dass es tatsächlich weniger Operationen als früher gibt“, sagt Wunder. Daher sei auch hier eine gesetzliche Regelung notwendig." (FAZ-Beitrag) Eine gesetzliche Regelung - ein Verbot der geschlechtszuweisenden Eingriffe bei intergeschlechtlichen Minderjährigen -, wie sie die Selbstorganisationen seit nunmehr zwei Jahrzehnten fordern, ist entsprechend notwendig. Die Homepages der Selbstorganisationen: Intersexuelle Menschen e.V., Internationale Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen, Zwischengeschlecht.

1

Die Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (Resolution 1952 (2013)) ist sehr problematisch - und sie war schon in ihrer Erstellung von dem Interesse geleitet, die deutsche (Vorhaut-)Beschneidungsdebatte auf anderer Ebene fortzuführen. Das geht schon aus der Pressemitteilung hervor, die die Initiatorin der Resolution – Marlene Rupprecht (SPD) – verfasste. Bereits der Titel zeigt das eigentliche Interesse: „Parlamentarische Versammlung des Europarates diskutiert über Beschneidung“ schreibt Rupprecht, um erst später im Text – nachgeordnet – auch Intersexuelle einzubeziehen. (http://www.marlene-rupprecht.de/index.php?nr=55527 ) Continue reading “Problematischer Beschluss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (Resolution 1952 (2013)): Instrumentalisierung von Intersexuellen für andere Interessen” »

Sensation, Faszination, Klassifikation, Auslöschung - waren und sind die Umgangsweisen in den 'modernen' Gesellschaften mit Intergeschlechtlichkeit, insbesondere mit Beteiligung moderner Biologie und Medizin. Weil dieser Umgang mit Menschen seit den Kämpfen intergeschlechtlicher Menschen massiv und breit öffentlich in der Kritik ist, müssen Sensationsmeldungen besonders analysiert und als problematisch aufgedeckt werden. Zwischengeschlecht liefert hier einen Beitrag - Ausgangspunkt sind die fast schon ekstatischen Berichte von Medizinern und der populären Presse über ein "Intersex-Reh".

"Weiblich, Männlich, Lücke – Das neue Gesetz schadet vor allem Intersexen [...] Plötzlich war ganz schön was los! Deutsche und internationale Medien berichteten Mitte August über das Personenstandsrechts-Änderungsgesetz als eine Geschlechterrevolution. Ab November gilt es: künftig wird in der Geburtsurkunde neben „männlich“ und „weiblich“ auch „ “ (nichts) eingetragen werden. Die Regelung wurde für Intersex-Kinder geschaffen. Was nach Befreiung klingt, alarmierte Menschenrechtsgruppen wie Intersexuelle Menschen e.V., IVIM-OII oder Zwischengeschlecht.org."

Weiterlesen bei der Mädchenmannschaft.