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PSY-Katzer-2546-v03.indd"Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung" (Gießen 2016: Psychosozial-Verlag) ist ein innovativer und praxisorientierter Sammelband. Themen in den drei im Titel benannten Schwerpunkten sind: Trans* // Intergeschlechtlichkeit // Asexualität // 'Sexualität und Gefängnis' // Recht auf Abtreibung // Behinderung und reproduktive Selbstbestimmung // geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Weitere Informationen zum Band gibt es hier (inkl. Link zum kostenlosen Download): http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/1000/products_id/2546

Über dein und Ihr Interesse würden wir uns freuen - auch über Rezensionen. Ein Rezensionsexemplar kann bei mir ( voss_heinz@yahoo.de , wird ab 10. März verschickt) oder direkt beim Verlag angefordert werden ( Melanie Fehr, melanie.fehr@psychosozial-verlag.de ). Auch über weitere Rückmeldungen freuen wir uns!

Liebe und herzliche Grüße
Heinz-Jürgen Voß

Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung: Praxisorientierte Zugänge
Michaela Katzer, Heinz-Jürgen Voß (Hg.)

Buchreihe: Angewandte Sexualwissenschaft
Verlag: Psychosozial-Verlag
2016 / 358 Seiten, 36,90 Euro
ISBN-13: 978-3-8379-2546-3
Informationen: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/1000/products_id/2546
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: http://www.psychosozial-verlag.de/pdfs/leseprobe/9783837925463.pdf

Das Buch gibt es nun auch zum kostenlosen Download (OPEN ACCESS, PDF-Datei): Psychosozial-Verlag.

Klappentext:
Selbstbestimmung geht über die Überwindung bzw. Abwesenheit von äußerem Zwang hinaus. Sie erfordert positives Bewusstsein über Möglichkeiten eigenen Handelns mit einem Spektrum von Anpassung bis Ausbruch. Geschlechtliche Selbstbestimmung schließt Abweichung, Veränderung und Deutungshoheit über körperliche Geschlechtsmerkmale ein.

Im vorliegenden Buch wird »Selbstbestimmung« im sexualwissenschaftlichen Diskurs aus akademischer und aktivistischer Perspektive betrachtet. Die Beiträge beleuchten Aspekte von Inter- und Transsexualität, Asexualität, Sexualität unter Haftbedingungen, im Kontext von Behinderung sowie außerhalb heterosexueller Paarbeziehungen. In ihrer Vielfalt sind die Beiträge Zeitzeugnis, geben zugleich einen Ausblick auf die Zukunft und tragen dazu bei, gängige Denkschablonen zu überwinden.

Mit Beiträgen von Anne Allex, Markus Bauer, Heike Bödeker, Jens Borchert, Diana Demiel, Andreas Hechler, Michaela Katzer, Torsten Klemm, Katja Krolzik-Matthei, Anja Kruber, Alina Mertens, Andrzej Profus, Nadine Schlag, Heino Stöver, Manuela Tillmanns, Daniela Truffer, Heinz-Jürgen Voß und Marlen Weller-Menzel

voss_wolter_queer_anti_kapitalismusDas von Salih Alexander Wolter und mir verfasste Buch "Queer und (Anti-) Kapitalismus" kommt nun in die zweite Auflage. Noch einmal besonders großen Dank an die Freund_innen, die uns bei der Arbeit an diesem Buch mit Rat und Kritik unterstützten - und natürlich an alle, die es dann klug rezensiert oder bei Lesungen mit uns darüber diskutiert haben.

Das Buch ist überhall im Handel erhältlich. Informationen finden sich hier - beim Verlag. Eine Übersicht über die erschienenen Rezensionen findet sich hier.

Und gleich ein weiterer Hinweis: Zülfukar Çetin, Salih Alexander Wolter und ich arbeiten derzeit an einem - neuen - gemeinsamen Band. Er ist zum Thema "Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität" (vorläufiger Titel) und wird zur Leipziger Buchmesse 2016 im Gießener Psychosozial-Verlag erscheinen.

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[aktualisiert: April 2016]

"Queer und (Anti-)Kapitalismus", verfasst von Salih Alexander Wolter und Heinz-Jürgen Voß, ist mittlerweile bereits in der zweiten Auflage. Es eröffnet Zugänge herrschaftskritisch queer zu denken und verweist zentral und grundlegend auf die Arbeiten von Personen of Color. Im Folgenden findet sich eine Übersicht über die erschienenen Besprechungen zum Buch „Queer und (Anti-)Kapitalismus“, die fortlaufend aktualisiert wird:

Rezensionen:

Frigga Haug hat in der Zeitschrift Das Argument eine umfassende und würdigende Rezension zu "Queer und (Anti-)Kapitalismus" veröffentlicht. In der, mit Bezug zu Spinoza, auch dieses Mal sehr lesenswerten Zeitschrift heißt es zum Buch von Salih Alexander Wolter und mir unter anderem: Das Buch empfiehlt "programmatisch postkoloniale Autorinnen dringlich zur Lektüre und nimmt auch die BRD 'als postkoloniales Gebilde' (13) in der 'neokolonialen Ordnung' kritisch ins Visier, an der alle (auch alternative weiße prekarisierte queers), teilhaben 'als Komplizen'. [...] Die Analyse von Nord und Süd als globale Perspektive gewinnt zugleich eine klarere Sicht auf die Lage der Frauen in der Welt, die (wieder mit Spivak) noch 'keine Sprache haben' und auf Migration und Ausbeutung." Die mehrseitige Besprechung, die auch einige Anregungen zum Weiterdenken enthält, findet sich in Das Argument, Heft 307, bestellbar hier.

Kübra Atasoy besprach das Buch für die Zeitschrift der österreichischen HochschülerInnenschaft - Unique. Atasoy schreibt: "Wie sie bereits mit ihrem Vorgängerbuch Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ bewiesen, verstehen sich die beiden Autoren* Salih Alexander Wolter und Heinz- Jürgen Voß darauf, Debatten zuzuspitzen und gleichzeitig zu versachlichen. Gemeinsam mit Zülfükar Çetin stellten sie darin dar, wie die ,Beschneidungsdebatte‘ auf antisemitische und antimuslimische Argumentationen zurückgreift und machten deutlich, wer überhaupt an dieser Debatte teilnehmen kann. Die Stärke ihres neuen Buches ist gleichzeitig seine Schwäche: Mit Queer und (Anti-)Kapitalismus haben sie zwar die Grundlage für eine – besonders im deutschsprachigen Raum – längst notwendig gewordene Diskussion über die Vielfalt an Ausschlussmechanismen im Kapitalismus geschaffen. Das Buch kann und soll die Diskussion aber nicht ersetzen. Salih Alexander Wolter zeichnet in seinem Abschnitt des Buches die lange Geschichte der zahlreichen Ausschlüsse nach, von denen Frauen*, Queers, People of Color und Arbeiter*innen innerhalb und außerhalb der eigenen Reihen stets betroffen waren. Wolter bietet damit eine Einführung in postkoloniale und queere Themen, die er mit Beispielen aus dem Bereich des Aktivismus zu unterstreichen weiß. Heinz-Jürgen Voß behandelt die Zusammenhänge zwischen Kapitalismus, Geschlechterverhältnissen und Kolonialisierung. Themen, die häufig unter den Tisch fallen, finden hier Platz, wie zum Beispiel der deutsche Kolonialismus oder die Funktion der Biologie bei der gesellschaftlichen Zurichtung von Menschen, deren Beleuchtung eines von Voß , Kerngebieten ist. Statt sich auf starre Erklärungsmuster zu versteifen, stellen Wolter und Voß Fragen: Sie zeigen auf, was ,Ökonomiekritik‘ mit Kapitalismus nicht mehr zu tun hat und wie Kämpfe, die ihren Kern nicht benennen können, zahnlos werden."

Antje Meichsner rezensierte das Buch "Queer und (Anti-)Kapitalismus" bei Coloradio (Dresden) und führt unter anderem aus: "Beide Autor_innen fächern die Diskurse um Queer bzw. Geschlechterverhältnisse und Kapitalismus differenziert auf und unterfüttern ihre Aussagen mit spannend zu lesenden Quellen aus der Bewegungsgeschichte. Sie zeigen aufs Klarste, worum es geht und zwar um Phänomene des Alltags in ihrer historischen Bedingtheit, ihrer Eingebundenheit in Theorie und in ihrem globalen Zusammenhang. Sie gehen folgende Fragen nach: Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?" Online bei freie-radios.net.

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Lisa unter anderem: "Das Buch weist eine komplexe Analyse dessen auf, wie sich verschiedene Ausschlussfaktoren (v.a. Klasse, Geschlecht und 'Rasse') gegenseitig bedingen und eine funktionale Rolle im globalen Kapitalismus spielen. Dabei nehmen die Autor_innen Bezug auf marxistische Theorie und postkolonialen Feminismus, betonen aber vor allem weitreichende theoretische Erkenntnisse und politische Erfahrungen von People of Color. […] Auf knappen 158 Seiten […] gelingt den Autor_innen eine tiefgehende Untersuchung und erkenntnisreiche Abhandlung, die aufgrund ihrer Komplexität und Fülle an Aspekten und Perspektiven ein breites Publikum anspricht und auch ein zweites und drittes Lesen nicht weniger interessant macht." zur vollständigen Besprechung

Lisa Krall besprach das "Queer und (Anti-)Kapitalismus in der zeitschrift analyse & kritik. Sie schreibt u.a.: "In dem kürzlich veröffentlichten Band knüpfen Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter an die Debatte über queere Ökonomiekritik an und konzentrieren sich auf zwei Aspekte: Erstens zeigen sie kontinuierlich anhand verschiedener historischer und politischer Beispiele die Verbindung von Kapitalismus, Sexismus und Rassismus auf. Zweitens betonen sie, dass es bereits seit den 1960er Jahren ein Anliegen Schwarzer Queers und Women of Color ist, auf diese Verschränkungen hinzuweisen, dass sie jedoch bis heute kaum wahrgenommen werden. Sie analysieren, wie sich verschiedene Ausschlussfaktoren (Klasse, »Rasse«, Geschlecht) gegenseitig bedingen und eine funktionale Rolle im globalen Kapitalismus spielen. Dabei nehmen sie Bezug auf marxistische Theorie und postkolonialen Feminismus, betonen aber vor allem weitreichende theoretische Erkenntnisse und politische Erfahrungen von People of Color. Die LeserInnen tauchen direkt ein in die vielschichtigen Zusammenhänge der Entstehung eines globalen Kapitalismus, historischer Kolonialisierung und aktueller Migrationspolitik sowie sich wandelnder Geschlechter- und sexueller Verhältnissen. Auf knappen 143 Seiten gelingt Voß und Wolter eine tiefgehende, wenn auch dichte Untersuchung und erkenntnisreiche Abhandlung, die aufgrund ihrer Komplexität und Fülle an Aspekten und Perspektiven ein breites Publikum anspricht und auch ein zweites und drittes Lesen nicht weniger interessant macht." zur Besprechung

Ulrike Kümel schreibt auf Queer.de unter anderem: ""Queer" ist für viele Schwule einfach Lifestyle. Wie sich "Queer" zum Kapitalismus verhält, dafür bieten die Autoren des Bandes "Queer und (Anti-)Kapitalismus" einen vielschichtigen Zugang. Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter untersuchen leicht lesbar und dennoch auf hohem wissenschaftlichen Niveau aktuelle queere Forderungen und ihre Stellung in der allgemeinen Politik. Dabei spielt Rassismus eine große Rolle. Ausgehend von Straßenkämpfen 1966 in San Francisco und den legendären Kämpfen in der New Yorker Christopher Street drei Jahre später, erläutern die beiden Autoren die historischen Ausgangspunkte queeren Widerstands. Dabei arbeiten sie heraus, dass gerade die wichtigsten AktivistInnen der Kämpfe aus dem kollektiven schwul-lesbischen Erinnern ausgelöscht sind: Nicht-weiße Transgender und Drag Queens of Color, obdachlose Jugendliche, gerade aus der Arbeiterklasse, waren etwa in der Auseinandersetzung mit der Polizei in der ersten Reihe. Namentlich Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson werden vorgestellt. Rivera wurde trotz ihres Einsatzes bereits beim CSD 1973 von Schwulen und Lesben als Trans*-Person beschimpft und sogar geschlagen. [...] Seit Werner Hinzpeters Schöne schwule Welt (1997) und Eike Stedefeldts Schwule Macht (1998) hat niemand mehr so konkret die Akteure der schwul-lesbischen Szene – wie etwa LSVD und Queer Nations – analysiert und kritisiert." zur Besprechung

Verqueert schreibt auf freitag.de und auf verqueert.de: „Queer-feministische Ökonomiekritik ist in der Diskussion. Das Buch ‚Queer und (Anti-)Kapitalismus‘ befeuert sie. Seit längerer Zeit besteht gegenüber 'Queer' der Vorwurf, dass es sich im deutschsprachigen Raum um eine Theorie ohne Bodenhaftung handele. Statt konkrete gesellschaftliche Ungleichheiten klar zu benennen, vernebele 'Queer Theorie' die Sicht: Rassismus, Klassenverhältnisse, Geschlechterverhältnisse gerieten aus dem Blick.
Wird aber aus etwas anderer Richtung geschaut, wird anderes deutlich: Wegweisende gesellschaftskritische queere Ansätze wurden und werden auch im deutschsprachigen Raum entwickelt, insbesondere von People of Color. Auch im globalen Kontext waren (und sind) queere Theorie und politische Kämpfe immer im Kontext der Kämpfe gegen Rassismus und Klassenunterdrückung zu sehen. Einen Ein- und Überblick geben nun Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter in dem Band ‚Queer und (Anti-)Kapitalismus‘. Sie bieten einen gründlichen Blick auf Geschichte - und zukünftige Perspektive. Und sie sind immer nah an der Praxis.“
(hier und hier online)

ak[due]ll - Studentische Zeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet schreibt zum Buch und kündigt seine Vorstellung am 26. November in Duisburg/Essen an. Dabei diskutiert die_der Autor_in, unter Rückgriff auf ein kurzes schriftliches Interview mit Voß auch das gemeinsame Anliegen von Salih Alexander Wolter und Heinz-Jürgen Voß: Das Buch "...zeichnet das gemeinsame Entstehen von Rassismus, Sexismus und Kapitalismus nach, um schließlich aktuelle politische Perspektiven zu diskutieren. Dabei ist den beiden Autoren wichtig, die Arbeiten und aktivistischen Kämpfe von Queers of Color – also solchen, die von Rassismus betroffen sind – sichtbarer zu machen. Voß hält hier einen Perspektivwechsel für notwendig. [...] Voß hält es für unerklärlich, 'wie etwa ein aktueller deutscher Einführungsband zu Intersektionalität ohne Verweis auf die Schwarze deutsche Frauenbewegung, ihren Aktivismus und ihre Schriften auskommt und ein aktueller Einführungsband in die Geschlechtersoziologie Rassismus nur kurz im Unterkapitel zur Nazi- Zeit behandelt und Kolonialismus nur in zwei knappen Absätzen abgehandelt wird.' Stattdessen werde es oft schon als Beleidigung aufgefasst, wenn nur einmal eine weiße Person nicht zitiert werde." (hier vollständig online)

Katja Krolzik-Matthei hält im sexualwissenschaftlichen SINA-Newsletter fest: Voß und Wolter belegen "nachdrücklich [...], wie die weiße Frauen- und Queerbewegung People of Color (PoC), deren Bedeutung in der Bewegungsgeschichte und deren Belange (systematisch) […] ausblenden". Krolzik-Matthei urteilt: "Das Buch bewegt sich auf einem theoretisch höchst anspruchsvollen Niveau und weist eine sehr hohe Dichte an faktenbasierter Information auf. Dennoch: Die Lektüre von Queer und (Anti-) Kapitalismus kann dazu verhelfen, Maßstäbe und Ziele von queer-feministischem Aktivismus zu hinterfragen und gegebenenfalls neu auszurichten und zu formulieren." (Volltext, im SINA-Newsletter)

Florian Geisler schreibt auf dem Portal für Politikwissenschaft: "Was passiert eigentlich, wenn man plötzlich in der Mitte einer Gesellschaft ankommt, von der man bisher nur Ablehnung erfahren hat und die man im Gegenzug auch selbst stets rundheraus abgelehnt hat? Wie geht man damit um, wenn eine Gemeinschaft, die scheinbar aus Prinzip Menschen verfolgt und ausschließt, die eigene Gruppe plötzlich im Mainstream willkommen heißt? Heinz‑Jürgen Wolter und Salih Alexander Voss gehen aus dieser Perspektive der Frage nach, wie weit sich die verschiedenen Strömungen der Frauen‑, Lesben‑, Schwulen‑ und Queer‑Bewegungen auf die ihrer Ansicht nach trügerische neue Akzeptanz der spätkapitalistischen Mehrheitsgesellschaft einlassen können. Habe die neoliberale Leistungsgesellschaft am Ende gar das Zeug dazu, ihren Bürgerinnen und Bürgern, zumindest was deren Sexualität und äußere Erscheinung angeht, alle Freiheiten zu gewähren? Ganz und gar nicht, meinen die Autoren und widmen sich einer gründlichen Kritik der ihrer Meinung nach weichgespülten Ökonomiekritik, also dem neuen „angesagten Label“ (9), das in manchen Kreisen des Queer‑Aktivismus die unbequemen Kapitalismusanalysen verdrängt habe. Diesem „Homonationalismus“ (19) und dessen Protagonisten aus dem „weißen schwulen establishment“ (22) begegnen die Autoren mit einer gelungenen Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer‑Bewegung und Einführung in die Intersektionalität, der Theorie mehrdimensionaler Diskriminierung. Diese Theorie sei dringend nötig, denn „Diskriminierung ist mittlerweile zum Grundpfeiler schwuler Subkultur geworden“ (136), so der Vorwurf. Wolter und Voss demonstrieren, warum Diskriminierung als Normalzustand eben nicht nur rassistisch, klassistisch, sexistisch oder homophob ist, sondern manchmal auch alles in einem. Sie begründen so, warum es dem Queerfeminismus nach wie vor „ums Ganze“ (134) gehen müsse. " zur Besprechung

Gundula Hase rezensierte das Buch für Die andere Welt und schreibt dort unter anderem: "Das Buch ist eine schonungslos offene Kritik, mit der Salih Alexander Wolter und Heinz-Jürgen Voß die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse analysieren und kritisieren. [...Sie] arbeiten heraus, wie das weltweite kapitalistische System fortwährend Menschen als ‚verschieden‘ und stets als ‚besser/schlechter‘ konstruiert, um Unterdrückung und Ausbeutung aufrechtzuerhalten. [...Da] das Buch leicht verständlich und gut strukturiert geschrieben ist, ist es auch für Uneingeweihte bestens nachvollziehbar - also: ein Buch für alle Interessierten."

Im Gießener Anzeiger und in der Oberhessischen Zeitung heißt es zum Buch von Salih Alexander Wolter und Heinz-Jürgen Voß: " 'Statt beim derzeit angesagten Label 'queer-feministische Ökonomiekritik' unterzuschlüpfen, hat sich das Autorenteam beim Schreiben von 'Queer und (Anti-)Kapitalismus' dafür entschieden, den Kapitalismus beim Namen zu nennen. Es handelt sich demanch um ein 'systemisches Herrschaftsverhältnis' und nicht um eine 'Fiktion' mit 'Freiräumen'. Vorgeschlagen wird daher, dass (queere) Kapitalismus-Kritik grundlegend auf den Analysen und Kämpfen aus dem globalen Süden und von People of Color aufbaut." (hier online und hier)

Zu "Queer und (Anti-)Kapitalismus" heißt es in der Siegessäule (Dezember 2013) u. a.: Das Buch bietet einen "Überblick, vom Marxismus hin zum Poststrukturalismus, zu queeren und postkolonialen Theorien. Ein großes Unterfangen, das die beiden mittels kleiner, leicht lesbarer Formate gut meistern". (zur Rezension im Heft, S. 26)

"Die Autor*innen argumentieren streng historisch und verweisen […] auf queere Geschichte selbst", hebt Jonas Eickholl in der Queerulant_in (Heft 6, Januar 2014) hervor. Genau dies sei "eine große Stärke des Buchs […]: queere Geschichte mit marxistischer Theorie zu vereinen und darzustellen". (Queerulant_in, Nr. 6, S. 42)

Buchhandlung Löwenherz: "Die spannende Frage, inwieweit erfolgreiche lesbisch-schwule Emanzipation mit dem neoliberalen Umbau der Weltwirtschaft Hand in Hand ging, untersuchen Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter in ihrem neuesten Buch. Eine anspruchsvolle Lektüre, heilsam in einem niveaulosen [österreichischen] Wahlkampf, auch wenn man nicht alle Standpunkte der Autoren teilt." ...heißt es auf der Facebook-Seite der Buchhandlung (Eintrag vom 26.9.2013).

Utrumque schreibt auf Mädchenblog unter anderem: „[D]as Buch ist insbesondere dazu geeignet, eben jene klassizistischen Praktiken der Linken im Allgemeinen und er queer-Bewegung im Speziellen sicht- und streitbar zu machen, die unter anderem dazu führen, dass die wichtigen, gewaltvollen Kämpfe von marginalisierten Personen innerhalb der Bewegung oft verschwiegen und deren Erfolge sich selbst auf die Fahnen geschrieben werden. Insgesamt liegt hier ein Buch vor, das dem Anstoß der Reflexion dient – und ja ganz offensichtlich bereits im Rahmen dieser Rezension erste kritische Thesen provoziert.“ (hier online)

voss_wolter_queer_anti_kapitalismusDas Buch "Queer und (Anti-) Kapitalismus" ist nun erschienen und kann ab sofort beim Verlag bestellt und bei jeder Buchhandlung bezogen werden!

Voß, Heinz-Jürgen / Wolter, Salih Alexander:
Queer und (Anti-)Kapitalismus
Schmetterling-Verlag
2. Aufl. 2015 (1. Aufl. 2013) / 160 Seiten / 12,80 EUR
ISBN 3-89657-061-7

Klappentext:
Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der «Einsatz für Frauen- und Homorechte» als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln.
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den «Eine-Welt›»Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?
Interview zum Buch, bei Radio Corax (Halle): hier online.
Eine Übersicht über erschienene Rezensionen findet sich hier und wird laufend aktualisiert.

Vor etwas mehr als zwei Jahren ist der Band Geschlecht: Wider die Natürlichkeit erschienen (Band / Besprechungen) und er hat seitdem einige Diskussionen angestoßen, wie ich bei zahlreichen Veranstaltungen mitbekommen konnte. An dieser Stelle möchte ich mich für die sehr guten Diskussionen bedanken - Unterstützung und Widerspruch ermöglichen erst den Weg zu einer emanzipatorischen Gesellschaft! Und es freut mich auch, dass offensichtlich so einige von euch (und Ihnen) den Band einfach nutzen - also das aufnehmen, was jeweils weiterhilft und anderem möglicherweise widersprechen. Genau dafür war und ist der Band gedacht. Nun ist der Band in der 3. Auflage - und ich freue mich auf alles Weitere! Gerechte Gesellschaft machen wir!

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[aktualisiert im April 2016]

"Heinz-Jürgen Voß ist keiner, der populärwissenschaftlich auf die Pauke haut. Auch sein neues Buch führt er nah an fachwissenschaftlichen Gepflogenheiten", heißt es in einer Besprechung bei Deutschlandradio Kultur. Das durchzieht die gesamten Arbeiten - sie sind stets an der Primärliteratur aus der jeweiligen Fachdisziplin orientiert, ergänzt um Sekundärquellen. Das Buch "Biologie und Homosexualität" fasst den Forschungsstand im Themenfeld zusammen; ergänzt kann es werden um Ausführungen zu Epigenetik, die Voß im Aufsatz "Epigenetik und Homosexualität" veröffentlicht hat.

Im Folgenden die Rezensionen zu "Biologie und Homosexualität":

Susanne Billig hat "Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im Gesellschaftlichen Kontext" auf Deutschlandradio Kultur rezensiert. Susanne Billig schreibt unter anderem: "Präzise fühlt der Autor auch den jüngsten biologischen Begründungen auf den Zahn. Weder die Hirnforschung (Region INAH3 im Hypothalamus) noch die molekulare Genetik (das "Schwulen-Gen" Xq28) vermögen ihn zu überzeugen. Zu vage ist die Datenlage, zu gewollt die Interpretation. Für naiv hält Heinz-Jürgen Voß allerdings auch die Hoffnung der Szene, mit dem Verweis auf die biologische Natürlichkeit homosexuellen Verhaltens die Diskriminierung einzudämmen. [...] Heinz-Jürgen Voß ist keiner, der populärwissenschaftlich auf die Pauke haut. Auch sein neues Buch führt er nah an fachwissenschaftlichen Gepflogenheiten. [...] und seine spannenden Recherche-Früchte präsentiert der Autor auf schmalen 88 Seiten." Susanne Billig, Deutschlandradio Kultur, 18.3.2013 (vollständig lesen) In der Audio-Version (live im Radio) hebt Susanne Billig zusätzliche Punkte hervor und schließt: "Die ganze Debatte um Sexualität ist so von Befindlichkeiten und Bauchgefühlen überzogen - da macht es natürlich Sinn auch so ein Buch eher ganz solide, eher ganz faktengetreu anzulegen." anhören (mp3)

Diana Schellenberg bespricht das Buch "Biologie & Homosexualität" ausführlich bei Querelles-net.de. Sie schreibt u.a.: "Heinz-Jürgen Voß vermittelt mit seiner Arbeit Zugang zu einigen der wichtigsten Studien, weist auf weiterführende Literatur hin und wird der Zielsetzung, das Thema Homosexualität und Biologie für ein breites Publikum zugänglich zu machen, weitestgehend gerecht. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Abschnitte zu Gehirnforschung und Genen gewisse Grundlagenkenntnisse in Biologie, Statistik und Forschungsmethoden erfordern. Kurze Erläuterungen der theoretischen und methodischen Hintergründe hätten möglicherweise dazu beigetragen, den Text an diesen Stellen zugänglicher zu gestalten und gleichzeitig eine noch deutlichere Kritik an den vorgestellten Studien und Theorien zu formulieren. Eine solche Herangehensweise wird in einer neueren Veröffentlichung zu Epigenetik und Homosexualität (Voß 2013) klar umgesetzt. Dies lässt erwarten, dass das vorliegende Buch in seinem Einführungscharakter auch eine Art Einstieg in eine Serie weiterer, inhaltlich verwandter, Texte ist." [...] "Heinz-Jürgen Voß gelingt es, in einem kurzen, spannenden Abriss die Ziele des Buches umzusetzen und zu beschreiben, wie sich die wissenschaftliche Konstruktion von Homosexualität in den letzten Jahrhunderten veränderte und welche methodisch und ethisch problematischen Vorgänge damit verbunden sind. Daraus ergibt sich eine informativer Anstoß zur Reflexion gesellschaftlicher Prozesse, die zur kategorialen Konzeptualisierung von Sexualverhalten und zur gesellschaftlichen Konstruktion möglicher ‚Ursachen von Homosexualität‘ beigetragen haben könnten. [...] Die Darstellung ist für Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen besonders wertvoll, da sie zum Beispiel dazu anregt, darüber zu reflektieren, wie stark die Arbeiten nationalsozialistischer Forschender in die internationale Forschungswelt eingeflossenen sind und diese bis heute prägen." (Querelles-net.de, 15 (1), hier online; Hervorhebungen ausgelassen)

Gudrun Hauer renzensierte das Buch in den Wiener Lambda-Nachrichten. Sie beschließt die Rezension: "Dieser Geschichte der Biologisierung, Medizinisierung (und somit auch „Naturalisierung“) eines gesellschaftlichen Phänomens widmet sich der Biologe Heinz-Jürgen Voß in seinem kleinen. aber feinen Büchlein Biologie & Homosexualität. Darin hat er nicht nur viel Wissenswertes zusammengetragen über diese
spezifischen Formen von Biowissenschaften als Kontroll- und Unterdrückungsinstrument
bis in die Gegenwart, sondern er zeigt auch bestimmte Kontinuitäten von der NS-Zeit bis
heute auf. So führt er zugleich Biologie und Medizin und deren Aussagen, Ergebnisse und
Interpretationen als gesellschaftliche Konstruktionen vor und entkleidet sie ihres Anspruchs auf absolute Wahrheiten. Erfrischend zu lesen, gerade wenn man den unsäglichen soziobiologischen Schrott vergleicht, der etwa postuliert, dass „die Gene“ Männer zu Vergewaltigern und wahllosen Herumvöglern und Frauen zu konstitutionell Schwächeren und zu logischem Denken Unfähigen machten. Eine ausgezeichnete Einführung in ein nicht einfaches Thema – wobei sich die Rezensentin vom Autor eine viel längere Abhandlung erhofft." (Lambda-Nachrichten, Heft 3 (2013), S.45, hier online).

Auf MDR Figaro – Das Kulturradio (Sendung vom 31. Mai 2013) heißt es zum Buch: „Ist Homosexualität angeboren? Gibt es ein ’schwules‘ Gen? Oder gar eine homosexuelle Gehirnregion? Diese Fragen versuchen zahlreiche Studien seit Jahrzehnten zu klären – bislang ohne Erfolg. Dr. Heinz-Jürgen Voß wundert das nicht. In seinem Buch „Biologie & Homosexualität – Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ wirft der Biologe einen Blick in die Geschichte und beleuchtet dabei, wie stark Sexualität und Wissenschaft verstrickt sind.“ Die Einordnung des Buches durch Sophia Geß, in Zusammenhang mit einem Interview, lässt sich hier anhören (mp3-Datei).

Markus Chmielorz hat das Buch auf seiner Homepage besprochen und führt unter anderem aus: "Heinz-Jürgen Voß gibt ein deutliches Plädoyer für „emanzipatorisches Streiten“ ab, (S.66), das jedoch den Widerspruch des Arguments der Natürlichkeit zwischen Behandlung und Selbstermächtigung nicht aufzulösen vermag. Das mag auch daran liegen, dass die zugrundeliegende Identitätspolitik, die auch von Seiten der Lesben- und Schwulenbewegung verfolgt wird, heute selbst kritikwürdig erscheint. Das 13-seitige Literaturverzeichnis schließlich zeigt eine ausgezeichnete Recherche und bietet vielfältige Ansätze zu weiterer wissenschaftskritischer Auseinandersetzung. Dass das Buch eine weitergehende und fundamentalere gesellschaftskritische Herangehensweise nahelegt, tut der Arbeit keinen Abbruch. Im Hinblick auf den Einsatz gegen Homophobie kann jede_r selbst entscheiden, inwieweit dem zu folgen sein sollte: Ein eindeutiges Wort gegen Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung  ist jedoch auch 144 Jahre nach Erfindung der Homosexualität mehr als nötig."

Monika Jarosch rezensierte "Biologie & Homosexualität" in den aep informationen. In der Besprechung heißt es unter anderem: "Der Autor versteht es, wie schon in seinen bisher erschienenen Büchern [...], komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge gut verständlich und kompakt darzustellen. Er ist eine wichtige Stimme im ›emanzipatorischen Streiten‹." aep-informationen, 2/2013, hier bestellbar.

In der Münster’schen Zeitschrift für Lesben „Lexplosiv“ wurde das Buch besprochen: „Das im handlichen Format erschienene Buch beleuchtet auch für Laien verständlich die Hintergründe der verschiedenen Theorien, erklärt die Zusammenhänge und stellt die immer noch starren gesellschaftlichen Geschlechterkategorien zu Recht in Frage. Und wer sich näher mit dem Thema befassen möchte: am Ende des Buches gibt es eine ausführliche Literaturliste.“ Lexplosiv, Nr. 44, S.17;

Ulrike Kümel rezensierte "Biologie & Homosexualität" auf Queer.de und schreibt unter anderem: "In seinem Band 'Biologie & Homosexualität' beschäftigt sich Heinz-Jürgen Voß mit der noch immer ergebnislosen Forschung nach der 'Ursache' der gleichgeschlechtlichen Liebe. [... Das Buch] bietet für Wissenschaftler_innen eine gute Arbeitshilfe. Es ist dennoch für interessierte Laien leicht verständlich, weil es gut gegliedert und lesbar geschrieben ist; zudem befindet sich am Ende eine 'zusammenfassende Darstellung der zentralen Studien zur Biologie männlicher (und weiblicher) Homosexualität'." Queer.de, hier online;

Gundula Hase schreibt in ihrer Buchempfehlung auf Die andere Welt: "Heinz-Jürgen Voß [...] stellt heraus, dass Homosexualität historisch ein neues Konstrukt ist - Jahrtausende lang dachten Menschen weder heteronormativ noch zweigeschlechtlich, so dass keine Bedarf an der Erfindung einer homosexuellen Identität bestand. Es ist ein kleines und sehr kompakt geschriebenes Buch." Die andere Welt, hier online;

Das Buch wurde in den Katalog der schwulen Buchläden Der Dicke aufgenommen und vorgestellt: "Ausgehend von der Genese des Homosexualitäts-Diskurses erläutert der Biologe Heinz-Jürgen Voß die damit verbundenen biologischen Theorien. Dabei stehen Theorien der Keimdrüsen und Hormonforschung, der Genetik, Neurobiologie und Evolutionsbiologie sowie ihre jeweiligen Methoden im Fokus." Der Dicke, 2013, S. 29.

In der August-Ausgabe der Siegessäule wurde der Band besprochen. Dort heißt es unter anderem: "Voß liefert ein anschauliches Buch, in dem er schildert, wie manche BiologInnen unter dem Deckmantel der Neutralität homo- und transphobe Forschungspraktiken vorangetrieben haben. Dabei zeigt er auf, wie Menschenversuche über die NS-Zeit hinaus weitergeführt wurden." Siegessäule, 8/2013, S. 22, hier online.

Zum Buch (Verlagsseite).

NEUERSCHEINUNG - Das Buch ist nun überall im Buchhandel erhältlich:

Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext
Heinz-Jürgen Voß
Unrast, 87 Seiten, 7,80 EUR
ISBN 978-3-89771-122-8
Verlagsinformationen und Bestellmöglichkeit.
Übersicht über bereits erschienene Rezensionen.

Cover des Buches Biologie und Homosexualität

Kurztext:
Der Biologe Heinz-Jürgen Voß erläutert die historischen und aktuellen biologischen Forschungen zur „Homosexualität“. Dabei stehen Theorien der Keimdrüsen- und Hormonforschung, der Genetik, Neurobiologie und Evolutionsbiologie sowie ihre jeweiligen Methoden im Fokus. Der Autor arbeitet heraus, dass die Forschung vielfach von dem Ziel geleitet war, gleichgeschlechtliches sexuelles Begehren auszulöschen.

Klappentext:
Das Konzept ›Homosexualität‹ entstand im 19. Jahrhundert und ist eng mit Biologie und Medizin verwoben. Vor dem Hintergrund der massiven staatlichen Verfolgung gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen argumentierten Menschen mit der ›Natürlichkeit‹ gleichgeschlechtlichen sexuellen Tuns. Auch die Gegenseite argumentierte biologisch-medizinisch. Beide Richtungen trugen damit dazu bei, dass „Homosexualität“ als Konzept etabliert und Biologie und Medizin zu bestimmenden Instanzen über die Legitimität sexuellen Handelns wurden.
Ausgehend von der Genese des Homosexualitäts-Diskurses erläutert der Biologe Heinz-Jürgen Voß die damit verbundenen biologischen Theorien und arbeitet heraus, dass die Forschung vielfach von dem Ziel geleitet war, gleichgeschlechtliches sexuelles Begehren auszulöschen. Die Grenzen zu Menschenexperimenten wurden dabei auch noch nach 1945 überschritten.

Biographische Informationen:
Heinz-Jürgen Voß (Dipl. Biol., Dr. phil.) studierte in Dresden und Leipzig Diplom-Biologie und promovierte in Bremen zur gesellschaftlichen Herstellung biologischer Geschlechtertheorien. Er_sie ist antirassistisch, antifaschistisch und queer-feministisch politisch aktiv. Forschungsschwerpunkte sind: Geschichte und Ethik der Medizin und Biologie sowie biologisch-medizinische Geschlechtertheorien. Aktuell arbeitet Voß als externe_r Mitarbeiter_in am Lehrstuhl Sprachwissenschaft und therapeutische Kommunikation der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Übersicht über bereits erschienene Rezensionen.

Weitere Buchpublikationen.

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Hier findet sich eine kurze Übersicht über Rezensionen zu "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"":

Das Fachportal MiGAZIN, ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award 2012, empfiehlt "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte" als "Buchtipp zum Wochenende". Es stellt dabei einen Exklusivauszug vor, "Die Beschneidungsdebatte bedeutet eine neue Eskalationsebene des Diskurses der »Integration«, der in der Bundesrepublik nach den Pogromen der frühen 1990er Jahre dominant zu werden begann und mit den geistigen und faktischen Brandstifter_innen von damals und heute die Prämisse teilt, dass die Realität von Migration in Deutschland nichts zu suchen habe." weiter

Sonja Vogel hat in taz.die tageszeitung den Band "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" sehr positiv besprochen. Unter dem Titel "In den Hosen der anderen" zeichnet die taz-Kolumnistin die deutsche Beschneidungsdebatte und die dort geäußerten Vorannahmen Mehrheitsdeutscher nach. Zur Besprechung.

Lisa Krall besprach das Buch in der Zeitschrift "analyse & kritik" (Februar 2013). Krall schreibt unter anderem: "Die drei AutorInnen liefern eine kritische Analyse und Hintergrundinformationen zu der Debatte, die von antimuslimischen und antisemitischen Tendenzen sowie Unwissen über Vorhautbeschneidungen geprägt war. [...] Bleibt zu hoffen, dass sich eine kritische Auseinandersetzung gemäß dem Wunsch der AutorInnen über die Fachkreise hinaus etabliert - ein Blick in den kleinen Band lohnt sich dafür allemal." Zur vollständigen Rezension.

Koray Yılmaz-Günay hat Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte" auf der Online-Rezensionsplattform "Kritisch lesen" besprochen. In der Besprechung heißt es unter anderem: "Dem Wesen einer „Intervention“ entsprechend kommt das Buch erst nach einem ganz wesentlichen Teil der Debatte. Es ist aber sicher kein Buch, das „zu spät“ kommt. Denn in der Tat ist die „Beschneidungsdebatte“ weder ohne ihre Vorgeschichte und ihre Kontexte zu verstehen – noch wird sie der Schlusspunkt einer Auseinandersetzung um die Anerkennung der multiethnischen und multireligiösen Zusammensetzung der bundesrepublikanischen Gesellschaft sein. Es gibt keinen Anlass, die Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch für das Ende dieser Debatte zu halten. Die immer neue Auseinandersetzung um Geschlecht und Sexualität bei „Muslim_innen“ (Kopftuch, Hypermaskulinität, Homophobie, Zwangsverheiratungen, „Ehrenmorde“ et cetera) wie auch das immer weitere Aufweichen des anti-antisemitischen Grund-Konsenses der BRD stehen in einem Zusammenhang mit Debatten um die Neudefinition der deutschen Nation, die seit dem Ende der West-Ost-Konfrontation stattfinden. Ohne die „Sarrazin-Debatte“, die einer breiten Schicht gezeigt hat, wie viele Dämme schon gebrochen sind und was alles (wieder) denk- und sagbar ist, wäre das Gespräch um den kleinen Unterschied nie entstanden oder aber anders geführt worden. Die Erkundungstruppen dessen, wer unter welchen Umständen und in welchem Umfang zum neuen deutschen „Wir“ gehören darf – so viel lässt sich über den Zwischenstand sicher sagen –, kommen immer ungehaltener daher. Demgegenüber sind die hegemoniekritischen Beiträge in diesem Band nicht geschichtsvergessen. Sie sind nicht blind gegenüber aktuellen Ausprägungen von Rassismus und Antisemitismus. Sie sind patriarchatskritisch und in vielerlei Hinsicht (aus-)wegweisend in einem Umfeld, das zunehmend die Rede über etwas mit dem Etwas selbst verwechselt." zur vollen Rezension

Eine weitere Besprechung verfasste Ralf Buchterkirchen für Freitag.de und Verqueert.de. Darin würdigt er das Buch und schreibt unter anderem: „Das Buch wirft einen spannenden Blick auf eine emotional aufgeheizte und nicht selten rasstisch verlaufende Debatte [...] Egal wie man in der Debatte steht, bietet der Band wichtige – und zudem wissenschaftlich fundierte! – Anregungen zum Weiterdenken. Er bietet zugleich die unabdingbare Grundlage, auf der man überhaupt nachdenken kann, wie emanzipatorische Religionskritik aussehen kann.“ Zur vollen Rezension bei Verqueert.de / bei Freitag.de.

G. Reinsdorf besprach "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" bei "Denkladen" und schreibt u.a.: "Heinz-Jürgen Voß setzt sich mit dem medizinischen Teil der Debatte auseinander, lässt den Forschungsstand Revue passieren, erörtert die Folgen einer Beschneidung für die Sensitivität des Penis und das Infektionsrisiko. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass die Risiken ernster Komplikationen bei steriler und fachlich geeigneter Ausführung sehr gering sind. Die Stellungnahmen einiger ärztlicher Fachverbände kritisiert er in diesem Zusammenhang."

In seiner Rezension für den "Humanistischen Pressedienst" (hpd) mit dem Titel „Religionskritik als Sprachrohr des Rassismus“ schreibt Gunnar Schedel unter anderem: "Voß’ Argumentation [bereichert] mit seinem kritischen Blick auf die Auseinandersetzung um „medizinische Definitionsmacht“ die Debatte. [...] Çetin & Wolter gehen davon aus, dass die ganze Kontroverse von 'einem ehrgeizigen Juristen, der sich einen Namen machen wollte', lanciert wurde. Indem die Beschneidung in Frage gestellt werde, habe dies für Juden und Muslime zur Folge, 'entweder illegal zu handeln oder das Land zu verlassen'. Die ganze Diskussion sehen sie als 'neue Eskalationsstufe des Diskurses der ‘Integration’', der darauf hinauslaufe, 'dass die Realität von Migration in Deutschland nichts zu suchen habe'." (http://hpd.de/node/14968)

"Gebirgsziege" urteilt bei Amazon: "Wer die Kommentarspalten der letzten Wochen gelesen hat, war schlichtweg schockiert. Dort breitete sich ein vulgärer antimuslimischer und antisemitischer Hass aus. Daher ist dieses Buch wichtig. Es setzt diesem Hass etwas entgegen: Wissen! Den drei Autoren gelingt es sowohl den Debattenverlauf der "Beschneidungsdebatte" in Deutschland minutiös nachzuzeichnen und sich fundiert mit Argumenten in der Debatte - aus Basis "Kritischer Theorie" - auseinanderzusetzen. Im Anschluss daran wird auch den Vorannahmen in Bezug auf Empfindungsfähigkeit unbeschnittener und beschnittener Penisse der aktuelle medizinische Kenntnisstand entgegengestellt. Auch wenn damit letztlich wieder Medizin zentral bleibt, scheint auch die medizinische Argumentation in dieser Debatte nötig. Hochachtung für diesen klugen Band!" (online)

Felix Riedel diskutierte den Band auf seinem Blog. Er formuliert die Assimilation der Juden als Ausweg aus der Problematik, dass in jüdischer Tradition die Vorhautbeschneidung als wichtig genommen wird. Die Forderung danach, dass auch jüdische Tradition in Deutschland möglich sein muss, bezeichnet er als "emanzipationsfeindlichen Zynismus" - die Traditionen selbst als "Folklore", der "in Deutschland ein Plätzchen freigeräumt worden" sei. Konkret schreibt er zur Assimilation: "Historisch hat die Säkularisierung Europas den Juden die Möglichkeit zur Assimilation eröffnet, und dadurch Juden wiederum in Konflikt zum Judaismus treten lassen: Entstehungspunkt unter anderem des säkularen Zionismus und des Reformjudentums. Den gängigen Forschungsbefunden zufolge war es dieser Assimilationsprozess, den die modernen Antisemiten abwehrten und der für diese die nachträgliche rassistische Bestimmung des Jüdischen als Körpereigenschaft erforderlich machte – wozu die Beschneidung den Antisemiten ein eher willkommenes Hilfmittel war." Er fordert eine abstrakte Solidarität mit Israel ein - sowohl das Leben jüdischer Tradition in Deutschland als auch Antisemitismus in Deutschland erscheinen vor diesem Hintergrund zweitrangig; die Positionierungen des Zentralrats der Juden und Israels zur rassistischen deutschen Beschneidungsdebatte müssen vor einer solchen Einordnung nicht zur Kenntnis genommen werden.(http://nichtidentisches.wordpress.com, 25.12.2012)

"Buch des Monats": Christine Buchholz rezensierte die "Interventionen" in marx21 (Februar / März 2013). Sie schreibt u.a.: "Das kleine, handliche und verständlich geschriebene Buch liefert nicht nur wichtige sachliche Argumente. Es ist vor allem deshalb so wertvoll, weil es gezielt in die Debatte innerhalb der gesellschaftlichen Linken eingreift. Denn es gehört zu den Paradoxien der Beschneidungsdebatte, dass Politiker von CDU und FDP Ansichten im Sinne einer toleranten, multikulturellen Gesellschaft vertreten haben, während die Positionen, die praktisch die Religionsfreiheit infrage gestellt haben, aus den Reihen von SPD, Grünen und LINKEN kamen." Die vollständige Besprechung findet sich in der aktuellen "marx21", die es an vielen Kiosken gibt (u.a. überall im Bahnhofsbuchhandel).

In der Online-Zeitschrift verrönscht und zugenetzt wurde das Buch wie folgt besprochen: "Das - schnell gelesene - Heft »will dazu anregen, hegemoniale Elemente in den eigenen Positionen festzustellen und sich selbst zu fragen: Wer kann an welcher Stelle und mit welchem Gewicht sprechen, wer nicht - und warum?« Wichtig ist diese Frage, um zu einer differenzierten Position in der »Beschneidungsdebatte« zu gelangen. Oft genug geht es wird das Problem nämlich auch in sich als emanzipatorisch verstehenden Kreisen auf ein Problem der »körperlichen Selbstbestimmung« gegen »Religion« verkürzt. Der Beitrag von Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter entwickelt unter anderem über Horkheimer/Adorno und Foucault eine Position für das Recht auf Beschneidung, die von dieser Einfachheit weit entfernt ist."

In Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten besprach Petra M. Springer das Buch „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und schreibt unter anderem: „Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich anti muslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus.“ Petra M. Springer, in: Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten, Nr. 86, S.33.

Hagen Blix schreibt in der Zeitschrift der Österreichischen HochschülerInnenschaft unique (4/2013): "Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen 'Zivilisierungsmission' durchdrungen. [...] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der 'Wissenschaftlichkeit' der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn."

In einer Besprechung des Buches in der Zeitschrift Rosen auf den Weg gestreut heißt es: "Mit Adorno, Horkheimer und Foucault arbeiten die Autoren die christliche Prägung des Konzepts der Religionsfreiheit, wie sie gegen die Beschneidung in Anschlag gebracht wird, heraus und kritisieren den normativen Anspruch der Wissenschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. Im Alltag schlägt sich dieser in einem nicht nur fach-idiotischen Expertentum nieder [...]. Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind. Interventionen, die sich – auch wenn diese Debatte vorläufig vorbei ist – lohnen." (PDF-Volltext des insgesamt sehr empfehlenswerten Heftes)

ZAG – Antirassistische Zeitschrift bietet in Nummer 63 eine doppelseitige Schwerpunkt-Rezension des Buches von Andreas Nowak. Sie widmet sich zum Schluss den "Beschneidungsgegner_innen" und fragt: "Was erhoffen sie sich durch die Abwertung anderer für sich selbst und welche Angebote machen sie an die Dominierenden und die Dominierten. Letztlich bleibt die Frage – und das ist die Gefahr – wie ihre Argumente in den dominanten Diskurs eingespeist werden und sich mit diesem amalgamieren, so dass diese Debatte womöglich nicht nur ein Sommertheater war, sondern eine tiefer greifende Veränderung der Diskurse und der Machtverteilung zuungunsten emanzipativer Kräfte bedeutet." Das Heft kann hier bestellt werden.

Antke Engel hat in der Zeitschrift "femina politica" einen sehr lesenswerten Beitrag zur deutschen Debatte um die Vorhautbeschneidung verfasst. Im Beitrag geht Engel auch deutlich auf das Buch "Interventionen gegen die deutsche 'Beschneidungsdebatte'" ein - dazu ein kurzer Ausschnitt: "Hinsichtlich der Frage, wie die rassistischen Prämissen und Implikationen der bisherigen Beschneidungsdebatte mit Vorstellungen normativer Heterosexualität und rigider Zweigeschlechtlichkeit verknüpft sind, haben Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter mit ihrem Band ‹Interventionen gegen die deutsche Beschneidungsdebatte› (2012) bereits verschiedene interessante Vorschläge präsentiert. [...] Neben einer Analyse der in der Debatte wirksamen rassistischen Subjekt- und Gesellschaftsideale und der Macht- und Herrschaftsinteressen beteiligter Subjekte liefert der Band auch pointierte geschlechterpolitische Verweise" Die Zeitschrift kann hier bestellt werden.

Auf Die Freiheitsliebe - Freihheit und Frieden heißt es unter anderem zum Buch: "Das Buch ist eine wichtige Intervention in eine Debatte, die auch in fortschrittlichen Kreisen zu viel Verwirrung führte und bewusst oder auch unbewusst auch bei einigen fortschrittlichen ZeitgenössInnen rassistisches Gedankengut offenbarte. Die Intervention ist auch mehr als ein Jahr nach Beginn der Debatte noch sehr lesenswert, da sie viel darüber verrät wie Diskussionen in der Gesellschaft geführt werden und wie Medizin als Argument missbraucht wird."

Das Buch "Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte"" wurde im Dezember 2012 im Berliner Allmende e.V. - Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur vorgestellt. Es ergaben sich dort gute Diskussionen. Der Beitrag "Eine Tradition im Fokus" auf der Plattform Mulimische Stimmen - Unabhängiges Projekt für Pluralismus und Austausch gibt nun einen guten Bericht von der Diskussionsveranstaltung, der hier nachzulesen ist.

In ihrer ausführlichen Besprechung in der Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien, Ausgabe vom Herbst 2013, schreibt Lisa Krall u. a.: "Çetin und Wolter kritisieren im Sinne der Dialektik der Aufklärung, dass Integration in der deutschen Beschneidungsdebatte als Möglichkeit dazu verstanden wird, sich den christlichen Traditionen anzupassen und die eigenen 'Defizite' ablegen zu können. […] Voß kann […] zeigen, dass die Darstellungen der Zirkumzision als schwerwiegend, folgenreich oder traumatisierend nicht gerechtfertigt sind, und vermutet, dass das gesundheitliche Wohlempfinden der Beschnittenen viel mehr von den kulturellen Erwartungen und der Akzeptanz der Gesellschaft abhänge, als von den Eingriffen. […] Die Autor_innen legen insgesamt eine umfassende und tiefgehende Analyse der geführten Diskussion vor […] und ermöglichen so einen kritischen Überblick über alarmierende Positionen und Argumentationen. Bleibt zu hoffen, dass die Publikation des Buches weiterhin auf großes Interesse stößt und sich im Sinne der Autor_innen eine kritische und reflektierte Diskussion über die Fachkreise hinaus etabliert." Das Heft kann hier bestellt werden

Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß, Salih Alexander Wolter:
Interventionen gegen die deutsche «Beschneidungsdebatte»

Edition Assemblage
96 Seiten, 9,80 Euro
ISBN 978-3-942885-42-3
Verlagsinformationen

Erhältlich überall im Buchhandel und beim Verlag.

Kurztext:
Kaum eine Debatte der letzten Jahre wurde in der Intensität geführt, wie die zur Vorhautbeschneidung (Zirkumzision). Interessant ist schon der Debattenverlauf, der nicht mit der Urteilsverkündung des Kölner Landgerichts Anfang Mai 2012 einsetzte, sondern erst sechs Woche später. Dafür gibt es Gründe. Auffallend war die weitgehende Zurückhaltung von Parlamentarier_innen und der medizinischen Fachgesellschaften - im Gegensatz zu anderen gesellschaftlichen Akteur_innen, die eine vehemente Position gegen die Zirkumzision einnahmen. Dieser Band interveniert hier fundiert: Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter beleuchten den Diskursverlauf und erarbeiten im Anschluss an die »Dialektik der Aufklärung« und Michel Foucaults Gouvernementalitätsstudien, wie selbst die geäußerten »atheistischen« Positionen von einem protestantisch-christlichen Religionsverständnis, von Herrschaft sowie rassistischen - antisemitischen und antimuslimischen - Einstellungen durchwoben sind. Heinz-Jürgen Voß untersucht die medizinischen Studien zur Auswirkung der Vorhautbeschneidung und stellt die Ergebnisse klar vor.

Eine Liste der bisher erschienenen Rezensionen findet sich hier.

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Aktualisiert: 18.10.2018

Übersicht über die erschienenen (und mir bekannten) Besprechungen:

In einem guten Beitrag zu Intergeschlechtlichkeit von Sophia Geß heißt es abschließend auf SWR2: "Und was da nicht reinpasst, darf nicht einfach weggeschnitten werden. Die Menschenrechtsorganisation „Zwischengeschlecht.org“ kämpft für die Rechte dieser Menschen und fordert ein Verbot von Genitaloperationen. Weitere Informationen finden Sie auf ihrer Internetseite zwischengeschlecht.org. Eine kurze Einführung zum Thema bietet außerdem das Buch: „Intersexualität. Intersex. Eine Intervention“ von Heinz-Jürgen Voß." Der Beitrag ist hier online.

Anja Gregor rezensierte das Buch auf Mädchenblog. In der Besprechung heißt es u.a.: "Voß [zeigt], dass die Zurichtungen intergeschlechtlicher Körper ihren Ursprung in der gesellschaftlichen Vorstellung von Geschlechtlichkeit und ihrem Wandel seit der Aufklärung haben, dass die Forderungen des Ethikrates entscheidende Lücken in der Rezeption des (medizinkritischen) Diskurses in Form von Outcome-Studien aufweist und auch deshalb weit hinter den Forderungen der Inter*-Bewegung zurückbleiben muss. Die Veröffentlichung ist ein Beitrag, diese Lücke rechtzeitig zu schließen, um damit – hoffentlich – in weitere politische Entwicklungen zu intervenieren." Zur vollständigen Rezension.

Auf Zwischengeschlecht.info schreibt Seelenlos zum Buch: "Voß ist einer der leider raren Geschlechterforscher, bei dem die inhaltliche Kritik an der vereinnahmenden Ausblendung der Menschenrechtsverletzungen an Zwittern offensichtlich nicht nur zum einen Ohr rein und zum andern flugs wieder raus ging, sondern der die Argumente und Quellen auch zur Kenntnis nahm und seither immer mal wieder beweist, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat und die Anliegen der Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen ernst nimmt." Hier gehts weiter.

Sonja Erkens hat "Intersexualität - Intersex: Eine Intervention" bei Missy Magazine besprochen und schreibt unter anderem: "Mit der ebenso seltenen wie fruchtbaren Kombination aus biologischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive entlarvt Voß das Konstrukt der Zweigeschlechtlichkeit vielmehr als gesellschaftliches Produkt denn als medizinischen Fakt." Auf seiner Basis werden intergeschlechtliche Menschen - so Erkens weiter - "mit medizinischer Brachialgewalt zwangsweise 'vereindeutigt'. Die entsprechenden Passagen über das ebenso beherzte wie selbst vor den Betroffenen geheim gehaltene Abschneiden oder Zunähen unerwünschter Geschlechtsmerkmale lesen sich zwar wie von Dr. Frankenstein höchstselbst erdacht, zeigen aber auf eindrückliche Weise, wie kompliziert und aufwändig es bisweilen sein kann, so etwas vordergründig Banales wie “Normalität” herzustellen." Die vollständige Besprechung findet sich hier.

Ulrike Kümel besprach das Buch bei Queer.de. In der Rezension heißt es unter anderem: "Dieses Buch enthält alles, was mensch für den Kampf gegen die halbherzige "Empfehlung des Ethikrates" benötigt. [...] Der Autor Dr. Heinz-Jürgen Voß stellt in seiner Argumentation die vielen relevanten wissenschaftlichen Untersuchungen der Medizin und Biologie dar, die – fern jeglicher Seriosität – vom Ethikrat für seine Stellungnahme ignoriert wurden und zu obiger Fehlentscheidung führte. Er schreibt kompakt und für alle leicht verständlich und nachvollziehbar." Zur Rezension bei Queer.de.

Martin Brandt hat "Intersexualität - Intersex: Eine Intervention" auf www.kritisch-lesen.de gewürdigt. Die vollständige Besprechung findet sich hier.

Andrea*s Jackie Klaura rezensierte "Intersexualität - Intersex: Eine Intervention" für progress - Magazin der österreichischen HochschülerInnenschaft. In der Besprechung hält Klaura unter anderem fest: "[D]ieses kompakte Büchlein [entwickelt] das Potential zur breit verwendbaren Argumentationsgrundlage für medizinisch- und juristisch-politische Debatten. [...] Ähnlich wie in der ausführlicheren und als Grundlage zu empfehlenden Einführung in das Thema Geschlecht. Wider die Natürlichkeit (2011. Schmetterling Verlag) versteht es Voß, wissenschaftliche Sachverhalte auch in historische und aktuelle gesellschaftliche Kontexte einzubinden. Trotz des wissenschaftlichen Charakters ist der Biologe Voß dabei stets darum bemüht, die Sachverhalte in allgemein-verständlicher Weise zu erläutern." Die Besprechung ist, neben der gedruckten Form, hier auch online verfügbar.

Gundula Hase besprach das Buch für "Rosige Zeiten" und "Die andere Welt" und folgert: "Fazit: Ein sehr gut lesbares Buch, das die neue Entwicklung der Intersex-Diskussion nicht nur darstellt, sondern auch konkrete Hilfestellungen gibt, den Kampf gegen die Empfehlung des Ethikrates wieder anzufachen." Die Besprechungen finden sich hier (Heft Nr. 142, S.20f) und hier.

Winter-Katalog von Loewenherz.at: "Dieses Büchlein gibt einen Überblick über den aktuellen Stand in der noch lange nicht abgeschlossenen Intersexualitätsdebatte. [...] Die Position der Intersexe wird in diesem Band ebenso berücksichtigt wie der aktuelle Stand in den damit befassten Wissenschaften. Auch neueste Forschungsergebnisse sind hier eingeflossen." Hier online: lesbischer Schwerpunkt (S.31) / schwuler Schwerpunkt (S.34).

Persson Perry Baumgartinger hat das Buch "Intersexualität - Intersex: Eine Intervention" in der Zeitschrift "Stimme von und für Minderheiten" rezensiert und schreibt unter anderem: "Das Buch bietet einen kritischen Blick auf Intersex als machtvolle Konstruktion mit gewaltvollen Konsequenzen für Menschen und zeigt die zentrale Rolle von Medizin, Staat und christlicher Kirche in diesem Machtgefüge. Voß beschreibt, wie Geschlecht im Laufe der Geschichte konstruiert wird und was das mit Intersex als Zwangsdiagnose, einem medizinischen Apparat als „Versuchslabor“ und Menschenrechtsverletzungen an Intersex-Personen zu tun hat." Es handelt sich um "[e]ine verständlich geschriebene Einführung in ein Thema, das alle angeht." (Stimme von und für Minderheiten, Nr. 85, S.33)

Bettina Enzenhofer besprach das Buch in an.schläge - das feministische monatsmagazin. In der Rezension heißt es unter anderem: "'Intersexualität - Intersex. Eine Intervention' ist eine unbedingte Empfehlung für alle, die sich in den Status quo in puncto Intersex einlesen wollen. Denn wie schon in seinen letzten Veröffentlichungen gelingt es Voß auch diesmal sehr gut, komplexe biologisch-medizinische Sachverhalte in einen gesellschaftlichen Zusammenhang zu betten, und das in einer auch für Nicht-(Natur-)Wissenschaftler_innen nachvollziehbaren Weise." (an.schläge, februar 2013, S.39)

Kerstin Schumann schreibt auf Geschlechtergerechtejugendhilfe.de: "Buchtipp: Intersexualität - Intersex: Verständlich, übersichtlich und kurz formuliert stellt die Veröffentlichung „Intersexualität – Intersex“ von Heinz-Jürgen Voß verschiedene Diskurse zum Umgang mit Intersexualität dar. Verdeutlicht werden wissenschaftliche Erkenntnisse, ethische Diskussionen und Forderungen der Intersex-Verbände." Kerstin Schumann, 22.3.2013, online bei Geschlechtergerechtejugendhilfe .

Die Online-Zeitschrift verrönscht und zugenetzt beurteilt das Buch wie folgt: "Voß möchte mit seinem kleinen Büchlein anlässlich der kürzlich vom Deutschen Ethikrat veröffentlichten Stellungnahme »Intersexualität« in die Debatte intervenieren. Das Gremium kritisiert zwar die zweigeschlechtliche Norm und empfiehlt, neben »männlich« und »weiblich« eine dritte geschlechtliche Kategorie offiziell festzuschreiben. Abgesehen davon, dass hier eine an sich diskriminierende Bezeichnung wie »anderes« vorgeschlagen wird, spricht sich das Papier auch nicht gegen die geschlechtsangleichenden Eingriffe im Kindesalter aus. Wie Voß aufzeigt, kommt es dabei aber häufig zu medizinischen Komplikationen und psychischen Problemen. Betroffen Beschreiben die Eingriffe als gewaltsam und traumatisierend. »Damit ergibt sich notwendig: Da die Behandlungspraxis den behandelten Menschen schadet und nicht nutzt, muss sie dem medizinischen Grundsatz und Ethos gemäß aufgegeben werden.« Stattdessen sei die Förderung der Anerkennung von Verschiedenheit und soziale Betreuung und Begleitung von Diskriminierung betroffener Intersexen einzig sinnvoll."

Simone Emmert besprach "Intersexualität - Intersex: Eine Intervention" bei Querelles-net - Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung und schreibt unter anderem: "Die Intervention zu Intersexualität – Intersex erweist sich als ein kleines, aber feines Buch, das einen gelungenen Einstieg in die aktuelle politische Debatte gibt. Als besonders wertvoll lassen sich der Überblick und die Diskussion um die Ergebnisse der sogenannten Outcome-Studien ansehen; hieraus wird deutlich abgeleitet, dass geschlechtszuweisende chirurgische und/oder hormonelle Eingriffe intersexen Menschen eher schaden als nützen. Voß gibt damit eine der ersten wenigen publizierten kritischen Stellungnahmen aus wissenschaftlicher Aktivensicht ab. Das Buch ist flüssig und leicht verständlich geschrieben und macht Lust, sich weiter in das noch immer sehr konfliktbeladene und emotionale Thema um den Kampf auf Selbstbestimmung sowie um Respekt, Toleranz und Anerkennung von Vielfalt und Verschiedenheit einzulesen." Simone Emmert, in: querelles-net - Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung, 2013, Nr. 2, online

kittyszuhause.twoday.net: "Heinz-Jürgen Voß wertet verschiedene Studien zu und an Intersexualität aus und kommt zu dem Schluss, dass die Behandlung aus Sicht der Ärzte „helfen“ soll, aber gerade das Gegenteil der Fall ist und zu mehr „Leid und Stigmatisierung“ führt. Besonders zu empfehlendes kurzweiliges Büchlein mit Auswertungen zum Diskurs und durchgeführter Studien." zur Rezension

Zeitschrift Queerulant_in: "Das Buch gibt auf nur 78 Seiten einen sehr guten Überblick und sei allen Menschen wärmsten ans Herz gelegt." Queerulant_in, Nr. 5, S.39. zum Heft

Auf dem Blog http://jpunktanna.wordpress.com heißt es am 21. Juni 2014 zu dem Buch: "kurz gesagt, ein spannendes Buch, das kurz und gut lesbar zum Stand der Diskussion um die Behandlung von Intersex informiert und mich wütend macht. Ich finde die aktuelle Situation grausam und unverständlich. Das Lesen des Buches “Intersexualität-Intersex” kann ich sehr empfehlen." zur ganzen Rezension

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